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Weshalb Chancengleichheit gefördert gehört

04.02.2013

Weshalb Chancengleichheit gefördert gehört

Auf Einladung des Ausschusses für Bildung und Zusammen.leben wurde Lustenauer Pädagogen und Verantwortlichen aus dem Bildungsbereich die internationale TIES-Studie zur Integration der Zweiten Generation von Zuwanderern präsentiert. Dr. Simon Burtscher-Mathis, von der Fachstelle okay.zusammen.leben, zeigte „Im Schützengarten“ die Vorarlberger Ergebnisse aus dem Bereich Bildung.

Zur Veranstaltung geladen waren Lustenauer PädagogInnen aus den Kindergärten, Volksschulen, von Kinderbetreuungseinrichtungen und Veranwortliche aus der Bibliothek, dem Lerncafe, dem Bildungsausschuss und dem Ausschuss für Zusammen.leben.

500 Vorarlberger mit migrantischem Hintergrund befragt
Der Integrationsprozess von Zugewanderten in die europäischen Gesellschaften ist seit Jahren ein öffentlich intensiv diskutiertes Thema. Erstmals in der Geschichte von Migrations- und damit verbundenen gesellschaftlichen Integrationsprozessen wurden diese wissenschaftlich genau begleitet und dokumentiert. An der europaweiten TIES-Studie beteiligten sich auch 500 Vorarlbergerinnen und Vorarlberger mit migrantischem Hintergrund.

Ein Abend mit Einblicken und Hintergründen
Die Präsentation von Dr. Simon Burtscher-Mathis befasste sich stark mit der Bildungsgeschichte der 1. Generation von EinwandererInnen aus der Türkei und den Ländern von Ex-Jugsolawien, den Bildungsabschlüssen der 2. Generation und der Bedeutung der Ergebnisse für unsere Gesellschaft. Das Wissen um die Herkunft macht Lern- und Integrationsprozesse nachvollziehbar und lässt gerade für den pädagogischen, aber auch gesellschaftspolitischen Diskurs wesentliche Erkenntnisse ableiten.

Chancengerechtigkeit fördern
Die wesentlichen Fragen, die an diesem Abend gestellt und erläutert wurden, waren: Wieso müssen wir Chancengerechtigkeit fördern? Was fördert Chancengerechtigkeit? Wie kann ein Dorf Chancengerechtigkeit fördern? Dr. Burtscher-Mathis betonte, dass es unserer Gesellschaft gelingen müsse, die Chancengerechtigkeit im Bildungsbereich für alle Kinder zu fördern. Ganz egal, welchen kulturellen oder sozialen Hintergrund diese mitbrächten. Das betreffe nicht allein die Bildungseinrichtungen, also Kindergärten und Schulen. Es sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich jede und jeder Einzelne stellen könne, sogar stellen müsse, da die Auswirkungen auf unsere Gesellschaft und auch die volkswirtschaftlichen Kosten alle tragen würden. „Die Förderung von Integration und Chancengerechtigkeit betrifft die Zukunft und den Wohlstand von uns allen!“, so das Fazit des Experten.

Studie zur Integration der Zweiten Generation in Vorarlberg
TIES steht für „The Integration oft the European Second-Generation“ und ist ein internationales Forschungsprojekt zur Integration der Zweiten Generation von Zuwanderern, an dem die Länder Belgien, Deutschland, Frankreich, Niederlande, Österreich, Spanien, Schweiz und Schweden teilnehmen. TIES untersucht den Stand der Integration der Zweiten Generation in jeweils zwei Großstädten dieser Länder in verschiedenen gesellschaftlich relevanten Bereichen. Schwerpunktmäßig wurden Daten zu den Bereichen Ausbildung (Bildungskarriere und -hindernisse), Erfahrungen am Arbeitsmarkt, soziales Beziehungsnetzwerk (Partnerschaft, Eltern, Freundschaften), Wohnen und Nachbarschaft, Identität und Religion sowie politische Partizipation erhoben. 

Weitere Infos:
www.tiesproject.eu
http://www.okay-line.at/deutsch/aktuelles/studien-ties-vorarlberg-integration-der-zweiten-generation