
Die und der Lustenauer haben immer weniger Lust: 221 Kinder kamen 2010 zur Welt, 27 weniger als noch im Jahr zuvor. Die Zahl der Geburten in Lustenau ist demnach auf ein Rekordtief gesunken. Insgesamt lebten 2010 in Lustenau 21.807 Menschen, ein Jahr zuvor waren es 21.641.
Frauen bringen nach der Statistik im Laufe ihres Lebens durchschnittlich 1,39 Kinder zur Welt, 2008 waren es noch 1,41. Die Statistiker betrachten das Geburtenverhalten aller Frauen im Alter zwischen 15 und 49 eines Jahres und nehmen es als Grundlage. Daraus errechnen sie, wie viele Kinder eine Frau bis zum Ende ihres Lebens durchschnittlich bei gleichem Geburtenverhalten bekommen würde. Frauen bekommen heute ihre Kinder im Durchschnitt mit genau 30 Jahren, in den 1980er Jahren lag das Durchschnittsalter der Frauen noch bei 26,4 Jahren.
Positive Geburtenbilanz
Trotz des Minusrekords bei den Geburten ist die Geburtenbilanz dennoch positiv. "2010 sind 150 Lustenauerinnen und Lustenauer gestorben, dafür sind 221 Kinder auf die Welt gekommen", berichtet Meldeamtsleiter Jürgen Peter. Von den Kindern, die jährlich in Lustenau geboren werden, haben 16 % eine ausländische Staatsbürgerschaft, 40 % der Babys haben Migrationshintergrund. In vier der zehn Kindergärten kommen über die Hälfte der Kinder aus Familien mit migrantischem Hintergrund.
Durchschnittlich werden die Lustenauer 78,62 Jahre alt, wobei Frauen, was die Lebenserwartung angeht, den Männern voraus sind. In Österreich beträgt die Lebenserwartung von Frauen 81,5 Jahre, jene der Männer 75,5 Jahre. Die Wahrscheinlichkeit 100 Jahre alt zu werden beträgt 1 % für Frauen und 0,3 % für Männer.
Jugendlichste Gemeinde
Laut Statistik Austria hat Lustenau mit 25,5 % (Stand 2008) unter den großen Kommunen österreichweit den höchsten Anteil an unter 20-Jährigen. Generell liegt unsere Gemeinde im Doppeltrend aus Geburtenmangel und Alterung: Es leben mehr 65-Jährige als Kinder und Jugendliche bis 20 im Ort. Die durchschnittliche Lustenauerin ist derzeit 39,59 Jahre alt, der durchschnittliche Lustenauer 37,58. Bereits jeder Fünfte ist heute 65, in fünzig Jahren soll es jeder Dritte sein. Das Ziel ist: „Dazu schauen, dass die Gesellschaft in der Balance bleibt“, sagt Bürgermeister Dr. Kurt Fischer, „und dass sich berufliche Flexibilität mit der Familienplanung vertragen“.
Lustenau setzt im Alter auf neue Angebote in der Betreuung, Gesundheitsvorsorge, menschengerechtes Wohnen oder betreutes Wohnen. Neben den Seniorenhäusern spielen ambulante Dienstleistungen wie Mobiler Hilfsdienst, Krankenpflegeverein, Essen auf Rädern und neue Angebote eine wichtige Rolle. Was die Kinderbetreuung angeht rüstet sich die Marktgemeinde mit vielfältigen Kinderbetreuungsmöglichkeiten, noch mehr Sprach- und Lernförderung, Schülerbetreuung, einer besseren Berufsorientierung für Jugendliche, verstärkter Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und anderen Bildungsmodellen.
Nationenvielfalt
In Lustenau leben Menschen aus über 60 Nationen zusammen, 63 waren es 2010. 85,1 % von ihnen besitzen einen österreichischen Pass, 14,9 % haben eine ausländische Staatsbürgerschaft. Höher ist die Zahl der MitbürgerInnen mit Migrationshintergrund, in Vorarlberg beträgt sie 21 %, in Lustenau ist die Zahl annähernd gleich hoch. Unter den ausländischen MitbürgerInnen stellen jene aus der Türkei mit 1524 die größte Gruppe, gefolgt von den Deutschen mit 513. Neben 222 Menschen aus Bosnien und Herzegowina, 137 Schweizern, 126 Serben, 106 Kroaten, 77 Italienern, 71 Slowaken, 40 Russen, 39 Chinesen, Rumänen, Franzosen, Ungarn oder Slowenen hat es auch Menschen aus fernen Ländern nach Lustenau geführt, beispielsweise aus Brasilien, Sri Lanka, Trinidad und Tobago, Bangladesch, Singapur, Pakistan, Kenia oder Kirgisistan.
1329 Menschen sind im letzten Jahr in unseren Ort gezogen, 2009 waren es 341 weniger. Großteils zog es sie aus anderen Vorarlberger Gemeinden her. Betrachtet man die Gesamtveränderung – das sind Zuzüge, Wegzüge, Geburten und Sterbefälle – hat sich ein sogenannter Wanderungsgewinn erbegen. Gut 46 % der Zuwanderer sind ausländischer Herkunft, 54 % sind Österreicher.