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Umbau Kirche St. Peter und Paul (1990-1991)

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Umbau Kirche St. Peter und Paul (1990-1991)

Kirchplatz
Planung: ARGE Hermann Kaufmann, Christian Lenz, Helmut Dietrich
Bauherr: Pfarrgemeinde Lustenau

Bewegte Baugeschichte durch die Jahrhunderte
Die Geschichtsbücher berichten über ein bezeichnendes Hin und Her zwischen imperialer und regionaler Bürokratie, zwischen Barockbaumeistern und selbstbewussten Ingenieuren, finanziellen Nöten und zeitgetragenen Neuerungswünschen. Die ersten Kirchenbauten wurden 1206 und 1548 von Hochwassern weggerissen. Dem folgten 1581 und 1673 Notkirchen aus Holz, 1737 eine Erhöhung des Turms um 11m und im 19. Jahrhundert eine wahre bauliche Odyssee. Erste Pläne durch den Bregenzerwälder Baumeister Josef Anton Moosbrugger wurden vom zuständigen Ingenieur des Kreisamtes einfach verworfen. Eine neuerliche Planung eines Wiener Hofbaurates 1827 wurden durch den neuen Kreisingenieur Negrelli eingestellt und durch einen eigenen Entwurf kurzerhand ersetzt, der bis 1832 errichtet wurde. Doch das einigermaßen untaugliche und schwerfällig düstere Kirchengebäude des sonst überaus verdienstvollen „Wasser- und Straßenbauingenieurs“ Negrelli hat bereits bei Fertigstellung die Unzufriedenheit der Bürger erregt und musste nur 40 Jahre später aufgrund von schweren Bauschäden durch einen groß angelegten und mühseligen Umbau ersetzt werden. Doch die Turbulenzen rissen nicht ab. Nach dem Konkurs des Baumeisters und Planers Reichlin aus der Schweiz musste der Bau in Eigenregie fertig gestellt werden. Turmuhr, Geläute und Orgel wurden zwischen 1900 und 1904 ergänzt, 1951 wurde das Hauptportal abermals umgestaltet und schließlich 1991 der Innenraum und die Decke des Kirchenschiffs erneuert. Die optisch gestalterische Ausweitung des Kirchplatzes mit seinem markanten blauen Belag verlieh dem Kirchengebäude schließlich wieder seine Stellung am Platz.

Foto: Robert Fabach