
Reichsstraße L203 / Grenzübergang Au
Planung: Nägele & Waibel / Statik: Mader & Flatz Ziviltechniker GmbH
Bauherr: BM für Wirtschaft und Arbeit
Die zu geringe Durchfahrtshöhe und der fehlende Wetterschutz für eine zweispurige Abfertigung des Grenzverkehrs erforderten eine Neugestaltung des Lustenauer Zollamtes aus den fünfziger Jahren, die nach einem Architektur-Wettbewerb 1999 vergeben wurde. Das Bauwerk sollte wirtschaftlich, funktional und im Falle der Grenzöffnung in die Schweiz wieder leicht demontierbar sein.
Eine Stahlkonstruktion mit Glasfeldern wurde auf das bestehende Inselgebäude aufgesetzt und damit der Amtsplatz großflächig überdacht. Vier Betonpfeiler des bestehenden Inselgebäudes und ein zusätzlich angebrachtes Stützenpaar übernehmen die Lasten der neuen Dachkonstruktion.
Stahlkonstruktion: Konisch ausgebildete Stahlträger/Kragarme sind gegen die Trägerenden leicht überhöht. Unter der zu erwartenden Schneelast senken sich die Flügelenden bis zu 10 cm, um sich nach der Belastung wieder anzuheben. Die Glasplatten aus teilvorgespanntem Verbundsicherheitsglas sind direkt auf die Untergurte der Kragträger aufgelegt.
Beleuchtung: Die Überdachung ist Wetterschutz und Beleuchtungskörper gleichzeitig. Die Beleuchtung ist oberhalb der Glasplatten montiert. Bei Tag und bei Nacht erhält der Amtsplatz durch diffus gestreutes Licht eine angenehme Lichtstimmung. Ein speziell entwickelter Reflektor und mehrere Schaltkreise ermöglichen einen energiesparenden Einsatz der Beleuchtung. Für Sondereinsätze und bei besonders starkem Schneefall können auf der Unterseite des Daches angebrachte Scheinwerfer zugeschaltet werden.
Beschriftung: Für die gestalterisch wichtige Beschriftung wurde eine Schrift des Schweizer Schriftgestalters Adrian Frutiger gewählt. Eine verbindende Geste.
Foto: Ignacio Martinez