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Büro, Gewerbe und Industrie

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Büro, Gewerbe und Industrie

Die wirtschaftliche Entwicklung und der damit einhergehende Wohlstand sind in den meisten Gemeinden des Rheintals auch die zentrale Triebkraft für deren bauliche Entwicklung. Dies gilt insbesondere für Lustenau, das keine besonderen kulturellen oder administrativen Traditionen hat.
Am Anfang standen zahlreiche kleine und kleinste Stickereilokale, gefolgt von den ersten Industriegebäuden, die seit 1870 entstanden sind. Dem folgten Fabrikantenvillen der Jahrhundertwende, später ein erhöhter Wohnungsbedarf und Betriebsbauten während der starken wirtschaftlichen Entwicklung in der Nachkriegszeit. Heute sind es die Gewerbegebiete und Industrieareale, die das gewerbliche Bauen prägen: Industrie Nord und der Millennium Park.

Die insgesamt hohe wirtschaftliche Attraktivität Vorarlbergs und der IT/Technologie – Boom in den 90er Jahren haben auch der Architektur ein bedeutendes Aufgabenfeld beschert. Die typischen Anforderungen dieser Bauaufgaben haben auch eine Verschiebung der gestalterischen Schwerpunkte in der Vorarlberger Baukultur erlaubt, vielleicht auch gefördert. Waren die kommunalen Bauten von einer innovativen Sachlichkeit geprägt, ist für gewerbliche Bauten heute immer ein kalkuliertes Maß an Repräsentation bestimmend. Der Umfang dieser Bauaufgaben und der wirtschaftlich professionelle Hintergrund der Bauherren hat auch den Planungsprozess und das Bauen selbst weiter professionalisiert und auch stärker einem internationalen Markt an Planern geöffnet. Umso erfreulicher ist es zu sehen, dass die Vorarlberger Baukultur in diesem Umfeld bestehen kann.
Gelegentlich wird dabei der schwindende regionale Bezug beklagt. Doch mag man diese Entwicklung ruhig als Zeichen für ein authentisches Arbeiten ansehen, das auf Anforderungen des Büro- und Gewerbebaus mit internationalen Standards antwortet. Diese Internationalisierung ist sicher diskussionswürdig. Doch wären Hochhäuser mit Satteldach und Lattenfassade eine Alternative?