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Im historischen Rückblick

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Im historischen Rückblick

1869 wurden in Lustenau mit der Einführung der ersten mechanischen Stickmaschinen ein Strukturwandel und ein deutlicher wirtschaftlicher Aufschwung ausgelöst, der sich auch im Ortsbild in der Entstehung von etlichen villenartigen Einfamilienhäusern abzeichnet, nicht nur im Zentrum, sondern auch im Bereich des Bahnhofs und entlang der Grenze. Die österreichische Monarchie errichtete Ende des 19. Jahrhunderts zwei für die damalige Zeit typische Schulbauten.
Der Bau der Rheinregulierung (1893 – 1923) hat Lustenau in seiner Entwicklung abgesichert, und es ist dadurch erst für weitgehendere bauliche und wirtschaftliche Investitionen interessant geworden. Ein wirtschaftlicher Aufschwung in der Zwischenkriegszeit wurde durch den 2. Weltkrieg unterbrochen, entwickelte sich aber in den 50er und 60er Jahre zu einem wahren Boom. Der starke Zuzug und die zahlreichen neu entstandenen Wohngebäude erweiterten die Gesamtausdehnung und verwischten endgültig die Konturen der ehemaligen Dörfer. Erst mit Verzögerung entstand die nötige Infrastruktur an öffentlichen Einrichtungen, wie übergeordnete Straßen oder Bildungsbauten.
Es gab zwar einige Leitbetriebe, die immer wieder massiv ausgebaut haben, aber es waren vor allem viele Privat, die anderswo in andere Branchen, wie den Handel oder andere Gewerbe investiert hätten, in Lustenau sich aber der Stickerei zugewandt haben. So entstand die flächige Struktur von Wohnhäusern mit dem typischen Anbau für die Stickmaschine. Die Hochhauseuphorie der frühen 70er Jahre hat punktuell Spuren hinterlassen.
Die Liberalität in Bauangelegenheiten geht zurück bis in die 50er Jahre, die mit dem Bürgermeister Robert Bösch (1960 – 82) sicher eine neue Dimension bekommen hat. Ein populärer, volksnaher Bürgermeister, der mit einem gewissen Weitblick vieles ermöglicht hat. Doch die Architektur ist in Lustenau mit wenigen Ausnahmen nie ein Politikum gewesen. Um den „Pontenblock“ (Pontenstrasse) hat es Diskussionen gegeben und viel später wurde auch der „Blaue Platz“ zum Wahlkampfthema. Trotz der Ablehnung in einer Volksbefragung wurde er aber realisiert und ist heute das anerkannte Zentrum und Identifikationspunkt der Gemeinde.

Bild: Gemeindearchiv