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Gestaltungsbeirat

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Gestaltungsbeirat

Als 1982 durch den neu gewählten Salzburger Bürgerlisten-Stadtrat Johannes Voggenhuber der erste Gestaltungsbeirat geschaffen wurde, war das Hauptziel schlicht und einfach ‚außergewöhnliche Architektur’ in die Stadt Salzburg zu bringen. Er griff dabei die Idee eines Konsolenten-Gremiums auf, das Architekt Gerhard Garstenauer schon 1980 in seiner Publikation ‚Ideen für eine Stadt’ forderte. Die öffentliche Begründung der Beurteilung durch den Beirat und damit transparente Entscheidungsfindung wurden als Mittel zur Demokratisierung gesehen.1 In Vorarlberg haben zur selben Zeit die Beratungen und Gutachten der Architekten der Landesraumplanung eine ähnlich förderliche Funktion für die regionale Baukultur eingenommen.

1985 wurde vom Bauamt Lustenau die Schaffung eines Beratungsgremiums nach dem Salzburger Vorbild angeregt. Unterstützt von Bürgermeister Alge wurde 1986 der erste Gestaltungsbeirat in Vorarlberg mit den Architekten Roland Gnaiger, Heinz Peter Jehly und Erich Steinmayr eingerichtet.

Während sich mit gewerblichen Bauträgern oder Unternehmen ein bewährter und professioneller Umgang entwickelt hat, steht bei privaten Bauwerbern mitunter eine grundsätzlichere Vermittlung zwischen Einzelinteressen und kommunalen Gesamtzusammenhängen im Vordergrund. Darüber hinaus unterstützt der Beirat die Gemeinde seit Beginn durch die Beratung in Fragen der Stadtentwicklung und der Durchführung von Architekturwettbewerben. Die Entstehung des Zentrums um den Kirchplatz, der Schulgebäude im Hasenfeld oder die qualitätsvolle Entwicklung des Millennium Park wurden maßgeblich durch den Beirat unterstützt.

Nachdem in einer intensiven Anfangsphase alle Bauansuchen beurteilt wurden, befassen sich heute zumindest zwei externe Berater nach Bedarf in Zusammenkünften oder auch auf dem Postweg mit ortsbaulich relevanten Projekten.
Zur Zeit ist der Gestaltungsbeirat mit den Bregenzer Architekten Helmut Kuess und Helmut Dietrich (Dietrich | Untertrifaller Architekten; u.a: Festspielhaus Bregenz, Stadthallenerweiterung in Wien) besetzt. Der Feldkircher Architekt Erich Steinmayr (u.a.: Rathauserweiterung Lustenau, Albertina Wien) wird fallweise hinzugezogen.

1) siehe: Raspotnig, Paul: „Rat bei Gestaltung“, aus: Architektur und Bauforum 19.März 2004
Foto: Büro Quarella