
Der Alltag der Lustenauer durchlief um die Jahrhundertwende einen kräftigen Modernisierungsschub. 1902 wurde die elektrische Straßenbahn Dornbirn-Lustenau in Betrieb genommen, wenig später eine private Buslinie zwischen Bahnhof und Kirchplatz. Die Bildungsmöglichkeiten wurden durch die Gründung einer zweiklassigen, privaten Handelsschule, die anfangs allerdings nur für Buben offenstand, entscheidend verbessert.
In der Freizeit bekam der Sport eine immer größere Bedeutung. 1912 hielt schließlich das Kino Einzug. Das Wirtschaftsleben wurde von der beginnenden Internationalisierung erfasst.
Einerseits ergab sich die Gelegenheit, in den USA oder in Kanada geschäftliche Erfahrungen zu sammeln, andererseits blieben politische und wirtschaftliche Krisen auf anderen Kontinenten nicht ohne Wirkung auf die Gemeinde. So traf beispielsweise der indische Baumwollboykott der Zwischenkriegszeit die Lustenauer Sticker hart.