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Aufstieg von Viehzucht und Stickerei


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Aufstieg von Viehzucht und Stickerei

Zur Zeit der Markterhebung stand die Wirtschaft Lustenaus auf drei Säulen: Viehzucht, Stickerei und Kleingewerbe. Ende des 19. Jh. verlor der Ackerbau an Bedeutung. Durch Umwandeln von Äckern in Wiesland wurde die Voraussetzung für Viehzucht geschaffen. Als Erzherzog Eugen 1901 die Gemeinde besuchte, beeindruckten ihn die Fortschritte der Viehzucht. Sie hatte besonders nach der Gründung der Viehzuchtgenossenschaft 1894 Aufschwung genommen.

Mit der Markterhebung von 1902 wurde schließlich auch das Recht zugesprochen, Vieh- und Krämermärkte abzuhalten. Auch das Kleingewerbe hatte in den Jahrzehnten vor der Markterhebung einen gewaltigen Aufschwung erlebt. Dies war auf den starken Zuzug von Handwerkern und Gewerbetreibenden aus dem süd- und südwestdeutschen Raum zurückzuführen.

Die ersten Handstickmaschinen wurden in Lustenau 1868 von Johann und Josef Hofer aufgestellt. 1902 standen 1.000 der 4.500 Stickmaschinen Vorarlbergs in Lustenau. Die meisten waren Handstickmaschinen. In den folgenden Jahrzehnten erhöhte sich der Lustenauer Anteil an der Gesamtzahl der Stickmaschinen beträchtlich. 1960 stand jede zweite Vorarlberger Stickmaschine in Lustenau. Typisch war der hohe Anteil an kleinen Stickereibetrieben. 1926 hatten 74% der Betriebe nur eine Maschine, 1960 war das noch bei 72 % der Betriebe so.