
Unter dem Titel „Kinder mobil. Anders unterwegs“ startete die Marktgemeinde Lustenau im Oktober 2009 eine Schwerpunktaktion, bei der Kinder und deren Eltern motiviert werden, den Schulweg umweltfreundlich zurückzulegen und dabei sicher unterwegs zu sein. An dem Pilotprojekt im Rotkreuz beteiligen sich das Sonderpädagogische Zentrum, die Volksschule und die Kindergärten Rotkreuz und Am Schlatt.
Gewohnheiten ändern helfen
„Gerade im Rotkreuz haben wir häufig Probleme mit dem Verkehrsaufkommen rund um Volksschule, SPZ und die Kindergärten“, bericht René Schreiber von der Sicherheitswache der Gemeinde. „Die Kinder haben hier teils einen langen, mancherorts auch gefährlichen Schulweg. Das und auch die bequeme Gewohnheit verleitet Eltern häufig dazu, ihre Kinder einzeln mit dem Auto zur Schule zu bringen und abzuholen. Das führt zu manch gefährlichen Situationen im Umkreis der Schulen, die leicht zu vermeiden wären.“
Gesunder Auftakt in den Tag
Die Schwerpunktaktion bringt für alle Betroffenen viele Vorteile, steht Bürgermeister Dr. Kurt Fischer mit allen Gemeinderäten voll hinter dem Projekt: „Das morgendliche Verkehrsaufkommen wird reduziert, die Sicherheit erhöht und für die Gesundheit etwas getan und schlussendlich bekommen die Kinder ihren sozial wertvollen Schulweg zurück.“
Schoolwalker
„Kinder bewegen sich immer weniger, das ist die leidvolle Erfahrung vieler Kinderärzte“, berichtet Stephan Schirmer von der aks Gesundheitsvorsorge, die die Lustenauer Aktion unterstützt. Mit dem aks Programm "schoolwalker" sollen die Kinder dazu motiviert werden, öfter zu Fuß zur Schule zu gehen. Per Stempelpass wird jeder umweltfreundlich zurückgelegte Weg dokumentiert. Am Schluss der Aktion wurden die jungen „School- und Kindiwalker“ mit tollen Preise der Gemeinde und einem gemeinsamen Ausflug belohnt. „Wir wollen einen freundlichen Wettbewerb, dabei sein ist alles und es gewinnt jeder“, freuen sich Ulli Bösch und Werner Lapitz, die Direktoren vom SPZ und der Volksschule auf die Aktion. Kindiwalker Herta Sprenger-Hain und Sonja Guem, die beiden Kindergartenleiterinnen im Rotkreuz und Am Schlatt waren von Anfang an begeistert von der Idee einer gemeinsamen Aktion. Wir möchten unsere Kinder so früh als möglich mit umweltfreundlicher Fortbewegung vertraut machen. Kinder lieben Bewegung, der Weg von und zum Kindi bietet eine gute Möglichkeit dazu. Und wenn die Kinder erst jeden Tag ihren Stempel in den Schulwegausweis bekommen, facht das den Laufeifer richtig an!“ „Mit unserer Schwerpunktaktion wollen wir Eltern und Kinder animieren, Gewohnheiten zu ändern und ihren Schulweg als gesunden Auftakt in den Tag zu beginnen“, erwartet sich Bildungsreferent Ernst Hagen eine positive Resonanz von den Eltern.
Neuer Schulbus Rotkreuz
Seit diesem Schuljahr 2009/2010 fährt ein neuer Schulbus Rotkreuz mit den Linien Bahnhofstraße und Hofsteigstraße. Die Linien werden sehr gut angenommen, freut sich Verkehrsreferent Dietmar Haller über die Resonanz. Anregungen für sichere Wege Gleichzeitig wird die Schwerpunktaktion auch zum Anlass genommen, die verschiedenen Wege sicherheitstechnisch besonders unter die Lupe zu nehmen. Sichere Übergänge an stark frequentierten Straßen, Geh- und Radrouten sollen die Sicherheit für unsere Kinder erhöhen. Außerdem wird der Busplan auf die Schulzeiten abgestimmt. Kurze Wartezeiten und gute Verbindungen sollen das Busfahren gerade für lange Schulwege attraktiv machen.
Verkehrserziehung
Das Programm von „„Kinder mobil. Anders unterwegs“ umfasst auch Schwerpunkte in der Verkehrserziehung. Die Sicherheitswache und die Polizeiinspektion besuchen die Kindergärten und führen die Kleinsten in das richtige Verhalten im Straßenverkehr ein. Kids im Bus am Kirchplatz Bei „Kids im Bus“ lernten die Kindergärtler auf spielerische Art und Weise Busfahren, Ticketlösen und Verhalten im echten Bus kennen. Der Landbus holte die Kinder direkt bei den Kindergärten ab und fuhr sie zum Kirchplatz. Dort wartete schon der Kasperl auf sie und echte Buslenker zeigten den jungen Verkehrsteilnehmern, wie man sicher Bus fährt. Die Aktion führte die Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem Klimabündnis Vorarlberg und den Partnern Landbus Unterland und Postbus durch. Eine gesunde Jause rundete den informativen Busausflug der Kleinen ab.
Infos bei Elternabenden
"Uns ist wichtig, dass die Eltern umfassend informiert sind. Wir wollen niemandem etwas aufs Auge drücken, sondern die Vorteile eines gesunden Schulwegs bewusst machen“, verdeutlichen die verantwortlichen Direktoren und Kindergartenleiterinnen ihre Intentionen. „Bei den Elternabenden können wir gut ins Gespräch miteinander kommen, die Eltern haben dort auch die Gelegenheit, ihre Meinung bei den Verantwortlichen zu deponieren“. Polizei, Sicherheitswache, aks und anderen Verantwortlichen von Schule und Gemeinde nehmen an den Elternabenden teil.
2. Etappe „Kinder mobil“ von 26. April bis 28. Mai
Von 26. April bis 28. Mai waren wieder alle Kindergartenkinder und SchülerInnen im Rotkreuz Teilnehmer beim AKS-„school- und kindiwalker“, es gilt, möglichst umweltbewusst und gesund den Schulweg zu Fuß, per Bus oder Fahrrad anstatt im elterlichen Auto zurückzulegen. Auch diesmal ist jedes Kind ein Gewinner, es gibt eine tolle Abschlussaktion im Juni (Fahrt mit dem Rhein-Bähnle an die Rheinmündung am Bodensee inkl Museumsbesuch bei „Rhein Schauen“ und Jause).
Aktives Mobilitätsmanagement der Marktgemeinde
Lustenau wurde für sein Mobilitätsmanagement schon mehrfach ausgezeichnet. 2009 und 2010 liegt der Fokus auch auf dem Bildungsbereich, mit „Kinder mobil“ ist der Start im Rotkreuz gemacht worden. „An einer Fortsetzung in anderen Gemeindeteilen bleiben wir dran“, sind sich die Projektverantwortlichen aus Bildung, Verkehr und Sicherheit einig.