Archivgespräch mit Richard Eberle 18. April 2016

Archivgespräch fand großen Anklang

Am Montag, den 11. April thematisierte Richard Eberle beim ersten Archivgespräch des Jahres die kriminellen Machenschaften der Lustenauer Fabrikantin Sophie Hollenstein während der Zwischenkriegszeit und der Zeit des Nationalsozialismus.

Der Große Sitzungssaal im Rathaus war mit über 70 Besucherinnen und Besuchern sehr gut besetzt, als der Wolfurter Gemeindearchivar Richard Eberle die Ergebnisse seiner jüngsten Forschungen präsentierte.

Der akribisch recherchierende Historiker arbeitet momentan an einer großen Publikation über die Geschichte der Vorarlberger Klöppelspitzenerzeugung. Im Zuge dieser Recherchen stieß er auf umfangreiche Gerichtsaktenbestände zum Fall einer in illegale Devisenschmuggelgeschäfte verwickelten Lustenauer Familie.

Devisenschmuggel und Arisierungen

Richard Eberle bei den Archivgesprächen Richard Eberle stellte die Ergebnisse seiner jüngsten Forschungen vor.

Richard Eberle zeigte in seinem Vortrag auf, wie es der Haupttäterin Sophie Hollenstein, die in Lustenau eine Klöppelei betrieb, gelang, in den wirtschaftlich schwierigen Zwischenkriegsjahren mit dem Schmuggeln von Devisen in die Schweiz reich zu werden. Ein weiteres Thema des Referats waren die letztlich erfolglos gebliebenen Bestrebungen Sophie Hollensteins, sich in Wien im Zuge der dortigen Arisierungen mehrere jüdische Firmen einzuverleiben.

Kommendes Archivgespräch im Heidensand

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Hofkultur“ wird das nächste Archivgespräch am 23. Mai im Gutshof Heidensand stattfinden. Der Lustenauer Gemeindearchivar Wolfgang Scheffknecht geht dabei in seinem Vortrag „Umweltgeschichte Lustenaus II“ auf die Frage, wie die frühneuzeitlichen Menschen ihrer Umwelt im Reichshof Lustenau wahrgenommen haben, ein und thematisiert die damaligen Konflikte, die sich aus divergierenden Interessenslagen ergaben.