Archivgespräch und Präsentation der Neujahrsblätter 6. Mai 2014

Neujahrsblätter

Vor zahlreich erschienenem Publikum hielt Manfred Tschaikner vom Vorarlberger Landesarchiv am Montag, den 28. April, einen interessanten Vortrag zum Thema „Hexenverfolgungen im Reichshof Lustenau“. Im Anschluss daran wurden die druckfrischen Neujahrsblätter des Historischen Archivs präsentiert.

Nach einer kurzen Einführung in die Lebens- und Glaubenswelten der Menschen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit und die damals vorherrschenden Auffassungen von Zauberei und Hexerei, ging Manfred Tschaikener auf die in Hohenems und Lustenau aktenkundig gewordenen Fälle ein. Der Referent führte aus, dass sich in Lustenau die Hinrichtung einer Frau und etliche Fälle nachweisen lassen, in denen Lustenauerinnen und Lustenauer der Hexerei bezichtigt wurden.

Kaum Todesopfer in Lustenau

Im Vergleich mit den hohen Zahlen von in den Nachbargemeinden wegen Hexerei hingerichteten Personen erscheine ein einziges Todesopfer in Lustenau erstaunlich, folgerte der Vortragende. Dies lasse sich aber möglicherweise dadurch erklären, dass in Lustenau derartige Fälle wohl meistens innerhalb der Gemeinde beigelegt wurden - im gegenseitigen Einvernehmen - um möglichst wenig die Dienste des auswärtigen Gerichts in Hohenems in Anspruch zu nehmen. Der Versuch, dadurch eine Beschneidung der eigenen Souveränität zu verhindern, kristallisierte sich in der Diskussion nach dem Vortrag als einer der möglichen Gründe hierfür heraus.

Doppelband der Neujahrsblätter

Neujahrsblätter Viele Abonnentinnen und Abonnenten holten sich „ihre“ Ausgabe gleich im Anschluss an die Präsentation.

Im Anschluss an das Archivgespräch erfolgte die Präsentation der „Neujahrsblätter des Historischen Archiv der Marktgemeinde Lustenau.“ Der neu herausgekommene Doppelband dokumentiert die Aktivitäten des Historischen Archivs in den Jahren 2012 und 2013 und enthält u.a. neben einem Artikel über die Lustenauer Amerikaauswanderer von Meinrad Pichler auch ausführliche Aufsätze, die sich mit der Zeit des Nationalsozialismus in Lustenau beschäftigen. Weitere längere Beiträge thematisieren den Wandel der Lustenauer Schulen und die Lebensgeschichten zugewanderter Lustenauerinnen und Lustenauer.

Die „Neujahrsblätter 2012/2013“ sind in den Lustenauer Buchhandlungen und im Historischen Archiv der Marktgemeinde erhältlich. Der Preis für Abonnentinnen und Abonnenten beläuft sich dieses Jahr auf 12 Euro, der Normalpreis beträgt 15 Euro. Das ermäßigte Abo kann im Historischen Archiv bestellt werden.