Aus der Gemeindevertretungssitzung 25. September 2026
©Lukas Hämmerle/Thomas Holzer
Die Lustenauer Gemeindevertretung beschäftigte sich in ihrer Herbstauftaktsitzung vor allem mit den Gemeindefinanzen. So stand der Abschlussbericht der Beratungsfirma BDO zur Konsolidierung des Gemeindehaushalts auf der Tagesordnung. Außerdem wurde 1 Million Euro zur Sanierung des Spielfelds im Stadion an der Holzstraße vergeben und der Verkauf des ehemaligen Ferienheims Bolgenach beschlossen.
BDO-Bericht zur Haushaltskonsolidierung
In den vergangenen Monaten hat die Beratungsfirma BDO die finanzielle Gebarung der Gemeinde überprüft und gemeinsam mit der Verwaltung und Politik Einsparungspotenziale erhoben, um einen nachhaltig ausgeglichenen Haushalt zu ermöglichen. Nun stand der Abschlussbericht zur Kenntnisnahme auf der Tagesordnung der Gemeindevertretungssitzung.
Bürgermeister Finanzreferent Patrick Wiedl gab eine Replik auf die triste finanzielle Ausgangslage bei seinem Amtsantritt vor eineinhalb Jahren. Er gab zu bedenken, dass der Großteil der Ausgaben für Investitionen nötig sei, die von Projekten aus der vorherigen Legislaturperiode stammen würden, dies habe nicht die jetzige Gemeindevertretung zu verantworten. Die Beratungsfirma BDO habe einschlägige Erfahrungen in der Beratung von Gemeinden und Städten und deshalb habe man deren Expertise herangezogen. Er dankte für die konstruktive Zusammenarbeit und das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So sei es möglich geworden, das von BDO für heuer eruierte Einsparpotenzial von 1,7 Millionen Euro sogar zu übertreffen. Man könne zuversichtlich sein, dass der eingeschlagene Sparkurs weiter Früchte tragen werde, sodass man nach den Sparjahren auch wieder ausgeglichen budgetieren könne. Nach einer konstruktiven Diskussion aller Parteien nahm die Gemeindevertretung den BDO-Bericht zur Haushaltskonsolidierung einstimmig zur Kenntnis, verbunden mit dem Auftrag, diesen als Grundlage für die bevorstehenden Budgetverhandlungen zu verwenden.
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Spielfeld im Stadion an der Holzstraße wird saniert
©Lukas Hämmerle/Thomas Holzer
Für emotionale Diskussionen sorgte besonders eine Auftragsvergabe im Sport, nämlich für die Sanierung des Spielfelds im FC-Stadion an der Holzstraße. Die 1 Million Euro-Investition wurde mehrstimmig beschlossen (24 ÖVP- und FPÖ-Prostimmen zu 12 Gegenstimmen von Grünen, NEOS und SPÖ). NEOS, Grüne und SPÖ betonten, ihre Gegenstimme sei keinesfalls ein Votum gegen den FC Lustenau und dankten dem Verein für dessen großartige Nachwuchsarbeit. Man müsse die Ausgaben aber angesichts des strikten Sparkurses in den kommenden Jahren auf die Kernaufgaben reduzieren und dürfe nicht bei „populären Investitionen an die nächsten Wahlen denken“. Die Sportgemeinderätin Nadine König konterte mit einem detaillierten Zahlenwerk zum Trainings- und Nachwuchsbetrieb des FC und den vielfältigen Funktionen des Sports für Kinder, Gesundheit und Integration. Sparen hieße nicht, dass man dringend nötige Sanierungen aufschiebe, man müsse auch fragen, was es in der Zukunft koste, wenn man diese weiter hinausschiebe.
Ferienheim Bolgenach und Strategie für Umwelt, Klima und Energie
Einstimmigkeit herrschte bei zwei weiteren Tagesordnungspunkten: So wird das in Gemeindebesitz befindliche ehemalige Ferienheim Bolgenach an den Landesverband der Vorarlberger Pfadfinder und Pfadfinderinnen um 190.000 Euro verkauft. Und Umweltgemeinderat Simon Vetter durfte die Srategie für Umwelt, Klima und Energie erläutern– sie löst das 20 Jahre alte Umwelt- und Energieleitbild ab und ist ein wesentlicher Baustein für die Rezertifizierung als e5-Gemeinde.