Betriebsgebiet Heitere und Glaserweg weiter im Ausbau 5. Juni 2026
Im Betriebsgebiet Heitere wurde bereits im vergangenen Jahr ein Teil der Infrastrukturerschließung umgesetzt. Heuer folgt nun ein weiterer, zentraler Bauabschnitt, der insbesondere den Glaserweg betrifft. Ausschlaggebend für das Projekt ist vor allem die durchgängige Neuverlegung der Trinkwasserleitung, die mit weiteren infrastrukturellen Maßnahmen mit dem Ziel kombiniert wird, die bestehende Infrastruktur umfassend zu erneuern, zu ergänzen und auf den aktuellen Stand zu bringen.
Im Fokus steht allerdings der Glaserweg. Die Fahrradstraße, die zugleich eine Industriestraße ist, wird zur wichtigen Verbindungsachse zwischen Senferei, Neunerkanal und Koblacher Kanal. Mit der zweiten Bauphase folgt nun ein weiterer Meilenstein, der sowohl die äußere Anbindung des Betriebsgebiets Heitere stärkt als auch die bestehende Infrastruktur grundlegend erneuert.
Infrastruktur unter der Oberfläche als Auslöser
Auch wenn der Straßenbau nach außen hin im Vordergrund steht, liegt der eigentliche Kern des Projekts im Untergrund. „Der Straßenbau löst sich selten von selbst aus“, erklärt Thomas Czerniak, Projektleiter der Gemeinde. „Der Auslöser sind fast immer Leitungsarbeiten.“ Konkret wird entlang des Glaserwegs eine neue, durchgängige Trinkwasserleitung verlegt – ein zentrales Element für die zukünftige Versorgungssicherheit. „Entlang des Glaserwegs verlängern wir die Trinkwasserleitung um rund einen Kilometer bis hinaus Richtung Alberriedstraße. Bisher wurden die dort angeschlossenen Gebäude über eine private Genossenschaftsleitung versorgt, was immer wieder zu Druckproblemen führte, besonders bei hohem Verbrauch. Mit dem Ausbau werden jetzt auch diese Gebäude direkt an das öffentliche Netz angeschlossen, womit langfristig eine stabile Versorgung mit besserem Wasserdruck sichergestellt ist“, erläutert Wasserwerksleiter Lothar Isele. Außerdem werden weitere Infrastruktureinheiten wie Stromleitungen und Glasfaserleitungen (LWL) mitgeführt. Mit dieser „gebündelten Bauweise“ werden weitere Aufgrabungen vermieden und Kosten gespart.
Vom schlechten Zustand zur modernen Straße
Der Glaserweg selbst befindet sich derzeit ohnehin in einem baulich schlechten Zustand. Uneinheitliche Asphaltflächen und provisorische Abschnitte prägen das Bild. Genau hier setzt das Projekt an: Die Straße wird nicht nur erneuert, sondern in ihrer gesamten Struktur neu aufgebaut. Zwischen der Senferei und dem Neunerkanal entsteht ein vollständig neuer Straßenkörper inklusive Entwässerungssystem. Im weiteren Verlauf bis zum Koblacher Kanal wird die Straße durchgehend saniert und neu asphaltiert. Ziel ist eine leistungsfähige, moderne Verkehrsfläche, die sowohl den Anforderungen des Wirtschaftsverkehrs als auch dem Radverkehr gerecht wird.
Bauablauf in Etappen
Der Baustart erfolgte Ende April. Die Arbeiten werden abschnittsweise durchgeführt, um die Baumaßnahmen so gut wie möglich zu steuern. Begonnen wurde im Bereich Richtung Lustenauer Senf bis Neunerkanal. Schritt für Schritt arbeiten sich jetzt die Bautrupps vor, insbesondere entlang der neuen Wasserleitungstrasse. Die gesamte Bauzeit ist bis Oktober angesetzt. „Wenn alles planmäßig verläuft, ist der Glaserweg im Herbst vollständig erneuert und die äußere Erschließung des Betriebsgebiets abgeschlossen“, erklärt Projektleiter Czerniak.
Verkehrsführung und Einschränkungen
Während der Bauarbeiten sind Einschränkungen allerdings unvermeidlich. Teilweise wird der Glaserweg vollständig gesperrt, insbesondere während der Leitungsverlegungen. Zufahrten für Anrainer bleiben – soweit möglich – erhalten, der Durchzugsverkehr wird jedoch unterbrochen. Für den Radverkehr werden Umleitungen über die parallel verlaufende Fahrradstraße eingerichtet. In einzelnen Bauphasen, etwa beim Asphaltieren, kann es kurzfristig auch hier zu Sperren kommen. Diese sollen jedoch auf ein Minimum reduziert werden und voraussichtlich nur wenige Tage bis maximal etwa eine Woche dauern.
Effizient bauen – nachhaltig profitieren
Ein zentrales Ziel des Projekts ist die effiziente Nutzung von Synergien. Durch die gemeinsame Verlegung mehrerer Leitungen reduziert sich der Anteil der tatsächlich neu zu errichtenden Straßenfläche erheblich – gerade in Zeiten wie diesen ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor für die Gemeinde. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass die Infrastruktur langfristig den Anforderungen eines wachsenden Betriebsgebiets gerecht wird.
Blick in die Zukunft
Mit Abschluss dieser Bauphase ist zudem die äußere Erschließung des Betriebsgebiets Heitere weitgehend fertiggestellt. „Die Weiterentwicklung des Betriebsgebietes ist extrem wichtig für Lustenau, mit den fortführenden Erschließungsmaßnahmen setzen wir die Basis, damit in den nächsten Jahren Betriebe ansiedeln können. Und darum müssen wir schauen, dass wir das möglichst rasch herbringen“, betont Bürgermeister Patrick Wiedl. „Ohne diese wichtigen Investitionen ist keine Betriebsansiedlung möglich. Trotz akuter Geldknappheit müssen wir investieren, damit wir dieses Betriebsgebiet auch nutzbar machen können und nur so erhalten wir Arbeitsplätze für unsere Bevölkerung“, ergänzt Vizebürgermeister Martin Fitz, der zugleich Gemeinderat für Hoch- und Tiefbau ist. Und Wirtschaftsgemeinderat Simon Ender freut besonders, „dass bereits erste Betriebe Interesse zeigen, sich in Lustenau anzusiedeln und wir schlussendlich zusammen mit dem Millennium Park das größte zusammenhängende Betriebsgebiet für ganz Vorarlberg haben.“
Bereits im kommenden Jahr folgt der nächste Schritt: der Ausbau der inneren Erschließung des Betriebsgebiets Heitere.