Bienenvölker unterwegs: Mai ist Schwarmzeit 8. Mai 2018

Bienentraube

Im Frühsommer verfügt ein Bienenvolk über den größten Bestand im Jahresverlauf. Das führt dazu, dass die Honigbienen den sogenannten Schwarmtrieb entwickeln, einen natürlichen Trieb, sich durch „Staatenteilung“ zu vermehren. Während dieser Zeit sind die Imker in Alarmbereitschaft, um solche Bienenschwärme so schnell wie möglich einzufangen.

Natürliche Fortpflanzung von Bienenvölkern

Die natürliche Vermehrung von Honigbienen erfolgt durch das Schwärmen. Dabei wird vom Bienenvolk eine neue Königin aufgezogen. Kurz vor dem Schlupf dieser verlässt die alte Königin mit einem großen Teil der Bienen die Behausung. „Das ist ein wirklich beeindruckendes Naturschauspiel, wenn plötzlich etwa 10.000 Bienen in der Luft sind“, berichtet Martin Alfare, Obmann des Lustenauer Bienenzuchtvereins. „Diese suchen sich zunächst in unmittelbarer Nähe ihres Bienenstocks einen Sammelplatz und bilden – meist an einem Baum oder Strauch – eine Schwarmtraube. Das ist dann der Zeitpunkt, zu dem Bienenschwärme von uns Menschen wahrgenommen werden.“ Vom Sammelplatz aus werden dann einige hundert Bienen-Kundschafter losgeschickt, die in der weiteren Umgebung nach einer geeigneten Nistmöglichkeit wie Baumhöhlen, ein leeres Faß usw. suchen.

Geringe Überlebensfähigkeit im Winter

In der Imkerei wird versucht, durch Zucht und Auslese Königinnen zu züchten, die einen geringeren Schwarmtrieb haben. Auch imkerliche Maßnahmen wie Brutentnahme, Kontrolle der Weiselzellen, das sind Zellen, die für das Aufziehen von Königinnen gebaut werden, tragen dazu bei, dass der Abgang von Schwärmen verhindert wird. Der Grund dahinter: Schwärme von gezüchteten Honigbienen, die nicht mehr eingefangen werden konnten und in „wilden“ Unterkünften einziehen, sind im Winter oft nicht überlebensfähig.

Mithilfe gefragt

Bienenschwarm einfangen Die Imker rufen dazu auf, Bienenschwärme und Bienentrauben zu melden, damit sie sie rechtzeitig einfangen und so deren Überleben sichern können.

„Wer einen Bienenschwarm wahrnimmt, soll bitte möglichst rasch einen Imker verständigen oder die Hotline des Bienenzuchtvereins Lustenau anrufen! Meist bleiben nur ein paar Stunden Zeit, um ein Volk am ersten Standort einzufangen. Denn wenn es erst einmal in einer neuen Behausung eingezogen ist, gelingt das Einfangen nur selten, da der Imker sehr schwer an die Königin herankommt“, ruft Martin Alfare zur Mithilfe auf und fügt hinzu: „Interessierte können uns Imkern gern aus sicherer Entfernung beim Einfangen eines Bienenschwarms zuschauen – das Beobachten macht nämlich Spaß.“

Hotline des Bienenzuchtverein Lustenau
Obmann Martin Alfare
T +43 664 6255526