Es (be)geistert weiter … 26. Juli 2018

Nach dem erfolgreichen Buchprojekt Geisterhäuser - eine Betrachtung durch Kinderaugen und Leerstand - eine Betrachtung in Zahlen fand zumindest die kindliche Seite des Projektes Ende Juni eine Fortsetzung. Kinder erforschten ein viertes Geisterhaus.

Geisterhäuser_Rabitsch Mira, Julius, Josua, Beni, Garris, Olivia, Xaver, Arzu, Benni, Gianna, Theo, Gabriel, Julian, Tim V., Liv, Paul, Laurin, Jakob, Sophie, Linda, Tim H., Fee, Jodok und Aslan von der Idefix-Klasse aus dem Kirchdorf erforschen das vierte Lustenauer Geisterhaus.

Junge Entdecker und Planer

Geisterhäuser_Rabitsch „Klawir“, „Mamelade 1999“, „Insitut Hera“, … im Geisterhaus in der St. Antoniusstraße gab es viel zu entdecken.

Auch bei dem vierten Haus gab es für die Kinder allerhand zu entdecken. Ein ominöses „Institut Hera“ tauchte immer wieder auf Briefen und in alten Akten auf, Wände voller beeindruckender Ahnenportraits, ein Keller voller – laut Kinder – uralter Marmeladen aus den Jahren 1998 und 1999 sowie Statuen aus fremden Kulturen galt es zu entdecken und zu hinterfragen. Gemeinsam mit Archivar Oliver Heinzle stellte ein Teil der Idefix-Klasse der Volksschule Kirchdorf tiefere Recherchen nicht nur zu den gefundenen Indizien, sondern auch über den Ortsteil Hasenfeld an, in dem das Haus in der St. Antoniusstraße zu finden ist. Währenddessen versuchte sich die andere Hälfte der Kinder als junge Planerinnen und Planer, sie überlegten sich, wie das Haus derzeit ausschaut und was daran in Zukunft vielleicht verändert werden könnte.

Ein unscheinbares Haus, das viel zu bieten hat

Geisterhäuser_Rabitsch Auf Spurensuche im Geisterhaus: Begleitet wurden die Kinder von ihren Pädagoginnen Birgit Sieber-Mayr, Petra Hochschwarzer, Michael Schiemer sowie Felix Bösch vom W*ORT, Oliver Heinzle vom Historischen Archiv, Fotograf Lukas Hämmerle und Architektin Julia Kick.

Denn genau das wird bald mit dem Haus geschehen: Die junge Familie Rabitsch-Wretschko hat es vom Vater übernommen und sich lange überlegt, was sie in Zukunft damit machen möchte. Über Freunde hörte Roman Rabitsch von Lustenaus Initiative „Ein guter Rat - für Umbau, Raumnutzung, Leerstand“ und fragte an. Ein Lokalaugenschein mit Gemeindeplaner Bernhard Kathrein brachte ihn dann erstmals auf den Gedanken, das Gebäude nicht abzureißen sondern zu sanieren. Nachdem sich auch durch eine Schätzung bestätigte, dass ein Neubau um einiges teurer werden würde entschieden sie sich schließlich für den Umbau gemeinsam mit einem Architekten. „Wir ändern nun gar nicht so viel, wie anfangs gedacht. Einerseits aus finanziellen Gründen aber auch, weil es nicht nötig ist. Das Haus ist unscheinbar aber hat einiges zu bieten und bildet eine gute Basis.“

Vom Geisterhaus zum Traumhaus

Geisterhaus Auch das vierte Geisterhaus birgt – betrachtet durch Kinderaugen - viele Geschichten und Ideen für ein späteres Traumhaus.

Nun ist die Familie beim Ausräumen, bald beginnt der Umbau. Der ideale Zeitpunkt, es für eine Schar neugieriger Kinder zugänglich zu machen. Barbara Wretschko öffnete das Haus für diese ungewöhnliche Art der Betrachtung. Auch wenn das Haus mit Baujahr 1968 kein typisches, altes, knorriges Geisterhaus ist, haben die Kinder doch fantasiereiche Geschichten daraus gesponnen. Aus gegebenem Anlass haben sie sich zudem ein paar Gedanken über das Wohnen generell gemacht, haben Grundrisse vom Haus gezeichnet und auch überlegt, was nötig wäre, um für sie selbst aus dem Geisterhaus ein Traumhaus zu machen.

Ein guter Rat: Aufzeigen, was im Bestand möglich ist

Das Buch „Geisterhäuser/Leerstand“ wird keine Fortsetzung erfahren, und ist bereits vergriffen. Es ist jedoch online auf der Website der Marktgemeinde unter www.lustenau.at/einguterrat nachzulesen. Hier finden sich auch weitere Informationen zu Lustenaus erfolgreicher Initiative für Umbau, Raumnutzung und Leerstand. „Der Gute Rat wird die Familie Rabitsch-Wretschko auf ihrem Sanierungsweg weiter begleiten und auch an ihrem Beispiel zeigen, was im Bestand alles möglich ist“, informieren Bürgermeister Kurt Fischer und das Team vom Guten Rat. „An dieser Stelle danken wir insbesondere den Kindern für ihre tollen Ideen zu dem Thema sowie allen Beteiligten für die Begleitung und wünschen allen noch einen schönen Sommer.“

Im Geisterhaus von Familie Rabitsch