ESK-Austausch: Malgorzata aus Polen 14. Mai 2019

Malgorzata Czech

Die Offene Jugendarbeit Lustenau bietet seit einigen Jahren jedes Jahr einem/einer Freiwilligen aus einem anderen EU-Land die Möglichkeit, Arbeitserfahrung im vielseitigen Berufsfeld der Jugendarbeit zu sammeln. Die 22-jährige Polin Malgorzata Czech absolviert derzeit den Freiwilligendienst im Europäischen Solidaritätskorps (ESK) bei der Offenen Jugendarbeit Lustenau.

Im Interview erzählt sie über ihre Motive, einen ESK-Freiwilligendienst zu absolvieren und von ihren bisherigen Eindrücken:

Wie hast du vom Europäischen Solidaridätskorps erfahren?

Bereits vor etwa zwei Jahren stieß ich auf einen Artikel im Internet, in dem ein Freiwilliger über sein Projekt berichtete. Dies hat mich sehr gefesselt. Ich habe gewartet, bis ich mein Bachelor-Studium abgeschlossen habe, um mich für ein ESK-Freiwilligenprojekt zu bewerben und meine Chancen auszuloten.

Was hat dich dazu motiviert?

Während meines Finanz-Studiums, neben dem ich Vollzeit arbeitete, war an weitere zusätzliche Freiwilligen-Arbeit nicht zu denken. Ich hatte keine Zeit, wollte mich aber unbedingt nach dem Studium in einem ESK-Freiwilligenprojekt bewerben. Die Vision, in ein anderes Land zur reisen und eine neue Kultur kennenzulernen, ließ mich nicht mehr los und ich konnte es kaum erwarten, meine Bewerbungen abzuschicken. Ich wollte auch weiter Deutsch lernen, was ich bereits in der Mittelschule angefangen hatte.

Und warum gerade Österreich?

Im Jahr 2010 war ich zum ersten Mal mit meiner Familie in Österreich. Dort konnte ich zwar nur Niederösterreich besuchen, ich fand aber Gefallen an diesem Land und dem komischen Klang der österreichischen Sprache. Zum Glück habe ich dann ein Projekt, das mich in interessierte, in Vorarlberg gefunden.

Wie sieht deine Arbeitswoche bei der Offenen Jugendarbeit in Lustenau aus?

Malgorzata 2 Im Jugendtreff ist Kreativität gefragt.

Im Moment verbringe ich drei Nachmittage/Woche im Kinder- und Jugendtreff der OJAL in der Hannes-Grabher-Siedlung, der von Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 6 und 12 Jahren besucht wird. Dort mache ich mit ihnen Hausaufgaben, dann spielen wir zusammen oder basteln. Einen Nachmittag/Woche verbringe ich im Jugendtreff Oase, wo die Jugendlichen Freunde treffen, miteinander reden, Spiele spielen, sich entspannen oder auch eine Kleinigkeit essen oder etwas trinken können. Vormittags bin ich im Büro der OJAL und helfe bei kleinen Büroarbeiten.

Wie ist dein Eindruck nach 7 Monaten ESK?

Nach dieser Zeit muss ich sagen, dass ich mich hier zuhause fühle. Ich habe viele nette und freundliche Leute getroffen. Ich arbeite gern mit Kindern und mit Jugendlichen. Ich dachte anfangs nicht, dass ich mich so schnell in einer neuen Umgebung und Arbeit einfinden würde.

Wie geht es bei dir nach diesem spannenden Jahr weiter, gibt es schon einen Plan?

Ich habe noch keine klar definierten Pläne. Obwohl ich sagen muss, dass die Jugend-/Sozialarbeit in der OJAL mein Herz gestohlen hat :) Ich bin ja gelernte Buchhalterin von Beruf, so habe ich jetzt sehr wichtige Entscheidungen vor mir. Etwas, dass ich sicher weiß, ist: Ich werde diese Monate in Vorarlberg nie vergessen :)

Ein herzliches Dankeschön an Malgorzata für ihre Unterstützung und ihr großes Engagement von den MitarbeiterInnen der OJAL! Es ist toll, so eine engagierte Freiwillige im Team zu haben!