Finanzielle Stabilität wieder herstellen 24. April 2026
Am Donnerstag, den 23. April, hat die Lustenauer Gemeindevertretung den Rechnungsabschluss für das Jahr 2025 beschlossen. Die Eckdaten bestätigen die Dringlichkeit des Sparkurses, der eingeschlagen wurde, damit Lustenau wieder zu finanzieller Stärke kommt.
Sparkurs begonnen
Die Gemeinden in Österreich stehen unter massiven finanziellen Herausforderungen – verschuldet durch Inflation, Wirtschaftskrisen und steigenden Auf- und Ausgaben im Sozialbereich, um nur einige Beispiele zu nennen. Darüber hinaus schlagen sich die großen Bauprojekte, deren Kosten in den letzten Jahren massiv gestiegen sind, in Lustenaus Budgetzahlen markant zu Buche.
Bürgermeister Patrick Wiedl präsentierte die Zahlen aus dem vergangenen Budgetjahr und gab einen Rückblick auf sein erstes Jahr im Amt. Dass die schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen Lustenaus Spielräume dramatisch einengten, sei ein Fakt – vielfach habe man nur ausführen und nicht in dem Ausmaß gestalten können, wie man hätte wollen.
Um sofort Kosten einzusparen, habe man alle laufenden Bauprojekte auf Einsparpotenziale untersucht und dort, wo es möglich war, umgesetzt, genauso wie bei Stellennachbesetzungen in der Verwaltung. Insgesamt habe man so schon 2 Millionen Euro einsparen können. Auch mit dem Land Vorarlberg wurden Verhandlungen für ausstehende Fördermittel geführt, damit man finanziell stabile Voraussetzungen habe. Er dankte allen Fraktionen in der Gemeindevertretung für die konstruktive politische Zusammenarbeit und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung, die den Sparkurs engagiert mittrage. „Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, die finanzielle Stabilität wiederherzustellen. Ich bin sicher, dass wir es gemeinsam und mit Mut und Optimismus schaffen werden, in den kommenden Jahren vieles zum Positiven bewegen zu können.“ Seinen Dank richtete der Bürgermeister auch an alle Unternehmen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und besonders den ehrenamtlich Engagierten. „Wir stehen vor Herausforderungen aber auch vor Chancen“ und erinnerte an den Lustenauer Heimatdichter Hannes Grabher, der uns Lustenauerinnen und Lustenauer treffend charakterisierte: „Mer siend a diifis Völkli“.
© Lukas Hämmerle/Thomas Holzer
Investitionen in Bildung und Wirtschaftstandort
Bedeutende Investitionen wurden letztes Jahr wieder im Bildungsbereich und für den Ausbau des Wirtschaftsstandortes getätigt. Ins Finale geht es mit dem Bau des Campus Rotkreuz, letztes Jahr wurde mit der zweiten Bauetappe, dem Bau der Volksschule, begonnen. Heuer wird Lustenaus größtes Hochbauprojekt fertiggestellt, im Herbst startet die Volksschule Rotkreuz in ihrem neuen Zuhause. Das Reichshofstadion wurde 2025 fertiggestellt und mit einem Festwochenende und mit tausenden Besucherinnen und Besuchern feierlich eröffnet. Eine Großinvestition in die Zukunft ist die neue Trinkwasserversorgung für unsere Gemeinde: Hier wurde 2025 mit dem Bau der fünf neuen Trinkwasserbrunnen im Rheinvorland begonnen.
© David Glück
Guter Boden für die Wirtschaft
Letztes Jahr wurde wieder beträchtlich in die Erschließung des neuen Betriebsgebiets Heitere investiert. Die Heitere ist wichtige Säule für den erfolgreichen Wirtschaftsstandort Lustenau und die Erschließung eine Investition, die sich in Zukunft in vielfacher Hinsicht bezahlt machen wird: Erlöse aus Grundverkäufen und Kommunalsteuereinnahmen aus den ansässigen Betrieben.
Die Rechnungsabschluss wurde einstimmig beschlossen, die Sitzung wurde via Livestream übertragen und kann hier nachgesehen werden.
Rechnungsabschluss 2025, Eckdaten
Budgetsumme 125.325.873 Euro
Investitionen 26.728.863 Euro
Kauf von Vermögen 2.855.574 Euro
Überschuss der lfd. Gebarung 4.997.149 Euro
Frei verfügbare Mittel -4.601.139 Euro
Gesamtschuldendienst (Darlehen) 9.058.288 Euro
Gesamtverschuldung 121.657.382 Euro
Nettoneuverschuldung 18.072.946 Euro
Größte Investitionen 2025
Campus Rotkreuz 9.589.161 Euro
Reichshofstadion 7.565.772 Euro
Abwasserbeseitigung 2.412.190 Euro
Wasserversorgung 1.871.599 Euro
Feuerwehr Schweres Rüstfahrzeug 920.603 Euro
Straßenbeleuchtung LED-Umstellung 368.852 Euro