Gemeinden sind „… in Zukunft bunt und artenreich“ 1. September 2014

Projekt „…in Zukunft bunt und artenreich"

Bunte Straßenränder und Blumenwiesen: das ist das Projektziel von „…in Zukunft bunt und artenreich“. 2013 wurde das Projekt von der Vorarlberger Landesregierung landesweit initiiert. Rund 20 Gemeinden werden bei der Anlage naturnaher Straßenbegleitflächen unterstützt und beraten. Im vergangenen Jahr wurden in vielen Gemeinden von engagierten Mitarbeitern neue Blühflächen angelegt und das mit Erfolg: Vorarlbergs Gemeinden blühen auf!

Dass Blühflächen im Siedlungsgebiet wertvoller Lebensraum für viele Pflanzen und Insekten sein können, erlebten Bauhofmitarbeiter und GemeindevertreterInnen im Rahmen eines Workshops im heurigen Frühjahr. Knapp 40 Interessierte trafen sich zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch. Naturgartenfachmann und Buchautor Reinhard Witt und Wildbienenspezialist Timo Kopf gaben wertvolle Tipps und Tricks zur Pflege der Blühflächen und zur Stärkung des Lebensraumes von Wildbienen weiter.

Pioniergemeinde Lustenau

Projekt „…in Zukunft bunt und artenreich" Bei der Begehung der Blühfläche in der Hofsteigstraße waren sich die ExpertInnen mit den Bauhofgärtnern Reinhard Fitz und Roland Hollenstein einig: Hier wurde alles richtig gemacht! (Foto: Österreichisches Ökologie-Institut)

In Lustenau wurden von Staudengärtner Lothar Schmidt und Bauhofmitarbeitern seit dem Jahr 2000, ausgehend von den Kreisverkehren Hagstraße und Schweizerhaus, bereits rund 1.000 m² naturnahe Straßenbegleitflächen angelegt. Zur Flächenvorbereitung wurde nach Abtrag des alten Untergrunds Bankkies und eine dünne Schicht Nährkompost aufgebracht. Die verwendeten Saatgutmischungen enthalten eine reichhaltige Auswahl heimischer Pflanzen und sind optimal auf Magerstandorte abgestimmt.

Naturnahe Blühflächen brauchen Geduld und Pflege

Mehrjährige Blumenmischungen entwickeln sich über die Jahre und bringen immer neue Blühaspekte hervor. Kiesige oder sandige Stellen, die vor allem in den ersten Jahren noch recht gut zu sehen sind, können Wohnraum für viele verschiedene Insektenarten sein. Befinden sich zusätzliche Strukturelemente wie Sandflächen, Trockensteinmauern oder Totholz auf den Flächen, werden insbesondere heimische Wildbienen gefördert. Die über 700 Arten von Wildbienen sind – neben der bekannten Honigbiene – unentbehrliche Bestäuber von Wild- und Nutzpflanzen.

Hohe Artenvielfalt auf kleinem Raum

Projekt „…in Zukunft bunt und artenreich" Weitere Infos zum Naturvielfaltprogramm unter www.vorarlberg.at/naturvielfalt

Auf der zwei Jahre alten Naturfläche bei der VKW-Betriebsstelle in der Hofsteigstraße konnten von den Experten rund 35 Pflanzen- und 20 Insektenarten gefunden werden. Wildbienenspezialist Timo Kopf schätzt die tatsächliche Anzahl an Bienen, Wanzen, Käfern und Co., die auf der naturnahen Fläche zu finden sind, auf über 150. Mit der Anlage dauerhafter Blühflächen, wie z.B. an der Sägerstraße, im Innenhof des Kindergartens Hasenfeld oder an diversen Grabenböschungen, leistet die Marktgemeinde Lustenau einen wertvollen Beitrag zur Förderung der Naturvielfalt im Siedlungsraum.