Grenzüberschreitende Zusammenarbeit besiegelt 9. Juli 2026

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Seit Jahrhunderten verbinden die Schweizer Riede Lustenau und seine Schweizer Nachbargemeinden. Ihren Namen tragen sie, weil große Riedgrundstücke auf Lustenauer Gemeindegebiet seit der Hofteilung des Reichshofs Lustenau im Jahr 1593 bis heute in Besitz der Schweizer Ortsgemeinden Au, Widnau und Schmitter stehen. Die „Schweizer Rieder“ zeugen damit von der einstigen Zusammengehörigkeit dies- und jenseits des Rheins. Mit der Unterzeichnung eines Optionsvertrags zwischen der Marktgemeinde Lustenau und der Ortsgemeinde Widnau für ein Baurecht für ein Fußballnachwuchszentrum im Oberen Schweizer Ried schreibt die jahrhundertealte Verbundenheit nun ein neues Kapitel.

Was 2016 als Vision begann, ist nun vertraglich besiegelt: Am 6. Juli 2026 unterzeichneten Bürgermeister Patrick Wiedl und der Widnauer Ortsgemeindepräsident Flavio Untersander den Optionsvertrag für ein Baurecht für ein Fußballnachwuchszentrum im Oberen Schweizer Ried beim Alten Rhein. Sie setzten damit den nächsten Meilenstein für ein Vorhaben, das ihre Vorgänger vor 10 Jahren auf den Weg gebracht hatten.

Foto1_MG_7080 Das Baurecht auf Boden im Schweizer Eigentum auf Lustenauer Gemeindegebiet ist besiegelt: Raimund Zirker (Wirtschaft und Vermögen), Raphael Frei (Schrebergärten Ortsgemeinde Widnau), Thomas Fehr (Rietmeister OG Widnau), Ortsgemeindepräsident Flavio Untersander, Bürgermeister Patrick Wiedl, Vizebürgermeister Martin Fitz, Sportgemeinderätin Nadine König, Verena Jussel (Sportabteilung), Nico Köppel (Liegenschaften OG Widnau), Bernhard Kathrein (Gemeindeplanung) und Urs Spirig (Schreiber OG Widnau) vor Ort

Keine Trainingsplätze mehr im Rheinvorland

Den Anstoß dafür gab das internationale Hochwasserschutzprojekt RHESI: Für eine bessere Hochwassersicherheit benötigt der Rhein mehr Platz in den Vorländern, die derzeit dem Nachwuchsfußball als Trainingsplätze dienen. Die Gemeinde begann daher, nach einem geeigneten Ersatzstandort zu suchen. In einem aufwändigen Bewertungsverfahren wurden zehn potenzielle Standorte auf ihre Lage, Ökologie, landwirtschaftliche Ersatzflächen, Erschließung und Synergien mit bestehenden Erholungsangeboten geprüft. Als bester Standort erwies sich eine Fläche im Oberen Schweizer Ried in Besitz der Schweizer Ortsgemeinde Widnau. Ortsgemeindepräsident Flavio Untersander: „Die Ortsgemeinde Widnau freut sich, dieses besondere Projekt gemeinsam mit Lustenau weiterzutragen. Dass unsere Ortsbürgerschaft 2016 dem Baurecht der Marktgemeinde Lustenau auf dieser Fläche einstimmig zugestimmt hat, war ein starkes Signal. Mit der heutigen Unterzeichnung wird dieses Vertrauen in die Zukunft fortgeschrieben."

Standort mit historischer Dimension

Das Obere Schweizer Ried trägt seinen Namen nicht ohne Grund: Bei der Hofteilung von 1593 trennten sich die heute österreichischen und schweizerischen Gemeinden, doch rund ein Fünftel des Lustenauer Gemeindegebiets ist bis heute in Schweizer Besitz. Das künftige Trainingszentrum entsteht somit auf Boden in Schweizer Eigentum auf Lustenauer Gemeindegebiet.

Foto2_DSC8995 Das rund sechs Hektar große Grundstück befindet sich im Oberen Schweizer Ried; links die Widnauer Straße, im Hintergrund die Hohenemser Straße.
Foto3_MG_6982 Am 6. Juli unterzeichneten Lustenaus Bürgermeister Patrick Wiedl und der Widnauer Ortsgemeindepräsident Flavio Untersander mit Vizebürgermeister Martin Fitz und Schreiber Urs Spirig den Optionsvertrag für ein Baurecht für ein Fußballnachwuchszentrum im Oberen Schweizer Ried.

Fundament für Generationen

Geschichtlich und geografisch durch die Schweizer Riede seit Jahrhunderten verbunden, wächst diese Nachbarschaft nun auch sportlich zusammen: Mit Unterzeichnung vom 6. Juli 2026 erhält die Marktgemeinde Lustenau von der Ortsgemeinde Widnau die Möglichkeit für ein Baurecht für 75 Jahre auf dem rund sechs Hektar großen Areal im Oberen Schweizer Ried. Das Grundstück bleibt dabei im Eigentum der Ortsgemeinde. Dort soll ein modernes Trainingszentrum für Lustenaus Fußballnachwuchs entstehen. Ganz im Sinne der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, die dieses Projekt von Beginn an geprägt hat.

Baurecht als Zeichen des Vertrauens

Bürgermeister Patrick Wiedl: „2016 haben Lustenau und die Ortsgemeinde Widnau gemeinsam den Grundstein gelegt – heute bauen wir darauf auf. Dieser Vertrag hält uns die Möglichkeit offen, hier ein Fußballnachwuchszentrum für weitere Generationen zu ermöglichen. Die Bereitschaft der Ortsgemeinde Widnau, Lustenau diesen großzügigen Grund im Baurecht zu überlassen, erachten wir als besonderes Zeichen des Vertrauens und unserer nachbarschaftlichen Verbundenheit. Dafür sind wir der Ortsgemeinde Widnau sehr dankbar."