Gsieg- Obere Mähder: Lebensraumaufwertung für Kiebitz und Co. 2. März 2022
Das Naturschutz- und Natura 2000-Gebiet „Gsieg - Obere Mähder“ im südlichsten Lustenauer Ried ist einer der größten zusammenhängenden Streuwiesenkomplexe im Alpen-Rheintal. Nicht nur schöne und seltene Pflanzenarten, wie der Duft-Lauch, die blau blühende Sibirische Schwertlilie und die purpurfarbene Sumpf-Gladiole oder besondere Amphibienarten wie der Kamm-Molch, sondern auch bedrohte Wiesenvögel, wie der Kiebitz und der Große Brachvogel finden hier einen ihrer letzten Lebensräume im gesamten Bodenseegebiet. Um deren Lebensraum zu verbessern und vor allem für Kleintiere sicherer zu machen, wurden die Grabenböschungen abgeflacht.
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Zahlreiche Riedgräben durchziehen die landwirtschaftlich genutzten Flächen innerhalb und außerhalb des Feuchtgebietes. Mit ihren steilen Böschungen stellen diese für Kleintiere, besonders auch für flugunfähige Kiebitz-Küken eine kaum zu überwindende Barriere und eine gefährliche Todesfalle dar. Aus diesem Grund wurden in den Lustenauer und Schweizer Riedern in den letzten Jahren zahlreiche Grabenböschungen abgeflacht und dadurch die Lebensbedingungen für wiesenbrütende Vögel und andere Tierarten bedeutend verbessert.
Todesfalle entschärft, Grenzgraben aufgewertet
Heuer im Winter konnte auch der östliche Grenzgraben, deren Grundeigentümerinnen die Ortsgemeinde Schmitter und die Marktgemeinde Lustenau sind, zum Europaschutzgebiet aufgewertet werden. Zusätzlich zur beidseitigen Böschungsabflachung wurden auf der Schutzgebietsseite, wo sich die artenreichen Streuwiesen befinden, zwei acht Meter lange Zugangsstellen zum Gewässer geschaffen. Die beiden Ein- und Ausstiegsbuchten wurden mit Kies abgedeckt, um das Aufkommen von Bewuchs zu verlangsamen und sie somit langfristig offenzuhalten. Nicht nur für Wiesenvögel, sondern auch für Kleinsäuger wird dadurch ein freier Zugang zum Wasser möglich und gleichzeitig die Fallenwirkung erheblich vermindert.
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RM Europatschutzgebiete
Zusammenarbeit für die Natur
Die Riedgraben-Aufwertung wurde vom Regionsmanagement Europaschutzgebiete mit Unterstützung der ornithologischen Gebietsbetreuung organisiert und von der ortsansässigen Firma Kurt Rauch umgesetzt. Wie viele Vogelarten sich kommende Saison an den neu geschaffenen Zugangsstellen tummeln werden, wird die Gebietsbetreuung fortlaufend beobachten.