Historischer Mühlstein mit Infotafel versehen 24. Oktober 2018

Mühlstein mit Tafel

Seit gut 20 Jahren erinnert ein auf einem Grundstück an der Schillerstraße/Ecke Goethestraße aufgestellter Mühlstein an die alten Zeiten, als das Getreide in Lustenau noch per Wasserkraft gemahlen wurde. Darauf weist nun auch eine vom Historischen Archiv dort angebrachte Tafel hin.

Erinnerungsstück an die Rheinmühlen

Der massive Mühlstein wurde 1999 bei den Bauarbeiten im Zuge der Kanalisierung der Schillerstraße gefunden und ausgegraben. Er war wohl Teil einer der Lustenauer Schiffsmühlen, die die Wasserkraft des Rheines nutzten, um Getreide zu mahlen. Diese schwimmenden Mühlen wurden seit dem Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert hinein betrieben. Nach dem Fund des Mühlsteines stellte Franz Holzer diesen vor seinem Haus als Erinnerungsstück auf.

Finstere Orte des Schmuggels

Montage Tafel Mühlstein Der Bauhof montierte die Tafel.

Für die Flussschiffer waren die Rheinmühlen einstmals ein lästiges Hindernis. Auch waren die Mühlen teilweise als „finstere Orte wo Schmuggel und Hehlerei geblüht haben“ (Karl Heinz Burmeister, ehemaliger Landesarchivar) verschrien. Neben den Rheinmühlen existierte in Lustenau mit der Holzmühle, an sie erinnert noch heute der dortige Straßenname, eine weitere ebenfalls mit Wasserkraft angetriebene Mühle. Die Schiffsmühlen lieferten zwar ein qualitativ leicht schlechteres Mehl, waren jedoch aufgrund ihrer Verankerung auf einem Bootskörper mobil und in der Lage, auf die sich verändernden Gegebenheiten des Flusses zu reagieren. In Lustenau gab es zeitweilig bis zu drei derartige Mühlen. Die Müller mussten für das Recht, die Schiffsmühlen zu betreiben, Abgaben an die Grafen von Hohenems zahlen.