Hochwassersicherheit am Rhein hat allerhöchste Priorität 27. Juni 2019
© Werner Micheli
Im Auftrag der Internationalen Rheinregulierung (IRR) werden seit dem Frühjahr in einer rund 4.700 Quadratmeter großen Halle direkt neben der Fachhochschule Vorarlberg zum grenzübergreifenden Hochwasserschutzprojekt Rhesi (Rhein-Erholung-Sicherheit) wasserbauliche Modellversuche durchgeführt.
„Im Modell lassen sich alle vorstellbaren Szenarien realitätsnah simulieren. Für ein solches Mega-Projekt sind wissenschaftlich fundierte und damit zuverlässige Aussagen unerlässlich", sagte Landeshauptmann Markus Wallner am Samstag, den 15. Juni beim Tag der offenen Tür, der für die interessierte Bevölkerung organisiert worden war.
Auswirkungen auf Lustenau werden untersucht
Die Modellversuche konzentrieren sich derzeit auf den Projektabschnitt Widnau – Lustenau – Höchst, die sogenannte „Engstelle". Die aktuelle Situation am Rhein wurde über eine Länge von rund 100 Metern im Maßstab 1:50 in der Halle nachgebaut, im Herbst soll der Umbau des Abschnitts auf das Rhesi-Modell erfolgen. Erst danach sollen weitere Modellversuche im Projektabschnitt von Oberriet im Schweizer Kanton St. Gallen bis Koblach (mit der Frutzmündung) vorgenommen werden. Aufbau und Durchführung der Versuche übernimmt die renommierte Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologe der ETH Zürich.
Erhöhte Hochwassersicherheit für Vorarlberg
Nicht nur für Vorarlberg, sondern für das gesamte Alpenrheintal steht sehr viel auf dem Spiel, stellte Landeshauptmann Markus Wallner klar: „Das letzte Rheinhochwasser hat deutlich vor Augen geführt, wie unverzichtbar der hochwassersichere Ausbau ist. Ein mögliches 300-jährliches Hochwasser hätte für weite Teile des Rheintals und Vorarlbergs fatale Auswirkungen". Das Hochwasserschutzprojekt Rhesi sieht eine Erhöhung der Abflusskapazität des Rheins von der Ill- bis zur Bodenseemündung von derzeit 3.100 Kubikmeter pro Sekunde auf mindestens 4.300 Kubikmeter pro Sekunde vor. Darüber hinaus sollen der Lebensraum aufgewertet und die Möglichkeiten für die Naherholung und Freizeitnutzung verbessert werden.
Viele Besucher in der Modellversuchshalle
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