Hofstalder Funkenzunft feiert 40-Jahr-Jubiläum 9. März 2019

Hofstalder Jubiläumsfunken_©Lukas Hämmerle_thomas Holzer

Heuer wird der Brauch des Funkenabbrennens in Lustenau an zwei Wochenenden gefeiert. Die Eichele-Funkenzunft brannte ihren Funken wie gewohnt am Funkensamstag ab. Die Hofstalder Funkenzunft folgt am Scheibensamstag, den 16. März mit dem großen Jubiläumsfunken.

Hofstalder Jubiläumsfunken_©Lukas Hämmerle_thomas Holzer Zu ihrem 40-jährigen Jubiläum will die Hofstalder Funkenzunft den weltweit größten Naturholzfunken bauen und damit einen Rekord knacken.

Zu ihrem 40-jährigen Jubiläum will die Hofstalder Funkenzunft den weltweit größten Funken bauen und damit einen Rekord knacken. „In einer Zusammenkunft kam uns die Idee, das höchste Bauwerk Lustenaus zu spiegeln. Der Turm der Pfarrkirche St. Peter und Paul ist genau 58,6 Meter hoch“, erläutert Marco Hollenstein, Obmann der Funkenzunft. Und gleich hoch soll der Jubiläumsfunken werden und ins Guinness Buch der Rekorde aufgenommen werden.

Die Idee sorgt seit Wochen für großes mediales Interesse und für öffentliche Diskussionen. Umweltschützer kritisieren den hohen Holzverbrauch und die Feinstaubbelastung, die das Abbrennen des Funkens mit sich bringt. Ihr Vorschlag: Der Funken solle aufgebaut, abgemessen und angemeldet, aber nicht angezündet werden. „Für die Funkenzunft ist das keine Option“, so Hollenstein. 40 Jahre lang habe man das Brauchtum gepflegt und ausgerechnet im Jubiläumsjahr solle man das neben den anderen 100 Funken im Land nicht tun.

„Der Funken wird jedes Jahr aus unbehandeltem Altholz gebaut. Für den Jubiläumsfunken wird vor allem für den statisch wichtigen Unterbau ausnahmsweise auch Holz aus Windwurf und Insektenbefall verwendet", lässt Marco Hollenstein wissen. „Unser Jubiläumsfunken ist ein einmaliges Projekt, wir diskutieren über ein Drittel mehr unserer bisherigen und zukünftigen Höhe", stellt er fest. Andererseits verzichte die Hofstalder Funkenzunft schon seit Jahren auf ein Feuerwerk. Der höchste Funken, den die Hofstalder bislang bauten, war 39 Meter hoch.

Funkenabbrennen am Scheibensamstag, 16. März

Funken Hofstalder Funkenzunft Aufbau_©Lukas Hämmerle_Thomas Holzer (12) Seit Anfang des Jahres baut das Team der Hofstalder Funkenzunft am Jubiläumsfunken.

Eine Baugenehmigung braucht ein Funken als temporäres Bauwerk nicht. Das Abbrennen von unbehandeltem Holz im Rahmen der Brauchtumspflege ist von 1. Februar bis 15. März als Ausnahme vom Bundesluftreinhaltegesetz in der „Verordnung des Landeshauptmanns über das Verbrennen biogener Materialien außerhalb von Anlagen“ gestattet - für 2019 wurde in einer Sonderbestimmung eine Verlängerung bis 17. März genehmigt. Abbrennen soll der Hofstalder Jubiläumsfunken am Samstag, den 16. März, also eine Woche nach dem Funkenwochenende. "Wir wollten den anderen Funkenzünften nicht die Zuschauer wegnehmen und ihnen gleichzeitig Gelegenheit geben, unseren Funken zu besuchen. Auch die lange Bauzeit war ein Grund, um beim Land um einen Tag Verlängerung anzusuchen", so Marco Hollenstein zum Termin. Bereits am Samstag um 12 Uhr wird vor Ort bewirtet, um 12 Uhr wird die Hexenfigur im Umzug zum Funkenplatz gebracht, um 14 Uhr findet der Kinderfunken statt. Um 16 Uhr erfolgt die offizielle Höhenmessung für den Weltrekordversuch und um 20 Uhr wird der Funken abgebrannt.

Hofstalder Jubiläumsfunken_©Lukas Hämmerle_thomas Holzer Der Jubiläumsfunken der Hofstalder Funkenzunft am Glaserweg wird 58,6 Meter hoch.

Die Idee, es mit dem Hofstalder Funken ins Guinness Buch der Rekorde zu schaffen, entstand bereits um das Jahr 2000, als in Gaißau mit 41 Metern der bis dahin höchste Funken brannte. „Mittlerweile hält den Weltrekord für das tallest Bonfire das norwegische Alesund mit einem rund 47 Meter hohen Mittsommerfeuer. Eine Delegation aus Norwegen hat sich schon bei uns angemeldet. Außerdem erwarten wir auch Studierende von der Universität Liechtenstein und aus Norwegen und den Niederlanden, die sich unsere Holzskonstruktion für einen geplanten Aussichtsturm in den Alpen anschauen möchten.“ Die konkreten Planungen für den Hofstalder Jubiläumsfunken laufen seit vergangenem Sommer, zu Jahresbeginn startete der Aufbau. Aus Platzmangel wechselte man vom Keckeisplatz auf ein Grundstück im Glaserweg. Selbstgeschmiedete, über einen halben Meter lange „Nägel“ halten den Funken zusammen und Stahlseile in einer Höhe von 30 Metern sichern das Bauwerk ab.

Tausende Besucher werden erwartet

Hofstalder Jubiläumsfunken_©Lukas Hämmerle_thomas Holzer Die Hofstalder Funkenzunft muss Auflagen unter anderem in Fragen der allgemeinen Sicherheit, des Brandschutzes oder der Fluchtwege einhalten.

Die Marktgemeinde Lustenau hat einen umfangreichen Veranstaltungsbescheid ausgearbeitet, in dem der Hofstalder Funkenzunft Auflagen unter anderem in Fragen der allgemeinen Sicherheit, des Brandschutzes oder der Fluchtwege gemacht werden. „Als Bürgermeister bin ich angehalten, die notwendigen Sicherheitsrichtlinien zur Durchführung einzufordern und zu überwachen“, erklärt Bürgermeister Kurt Fischer. „Dies ist deshalb sehr herausfordernd, weil wir durch das große mediale Interesse und die öffentlichen Diskussionen über die Veranstaltung mit einer sehr hohen Besucheranzahl rechnen müssen." Sollte das Funkenabbrennen am Samstag aufgrund von Sturm nicht stattfinden können, wird auf Sonntag verschoben.

Zur Diskussion um den Jubiläumsfunken hält der Bürgermeister fest: „Es ist legitim und verständlich, dass ausgehend von diesem Jubiläumsfunken über die Grenzen von Brauchtum und Tradition diskutiert wird. Ob hier das Brauchtum auf die Spitze getrieben wird, diese Diskussion kann und soll geführt werden. Ich möchte aber feststellen, dass unsere Hofstalder Funkenzunft die letzten 40 Jahre dafür gesorgt hat, dass das Funkenbrauchtum in Lustenau äußerst lebendig ist. Das gilt übrigens auch für den fast schon ausgestorbenen Brauch des 'Schiiboschlaacho'. Viel wichtiger ist für mich der umweltpolitische Aspekt der Diskussionen. Hier wird der Funken zur Projektionsfläche für eine zum Teil sehr emotional geführte Debatte über Emissionen, insbesondere auch Feinstaub. Wir als Marktgemeinde Lustenau haben einen besonderen Zugang zum Thema Luftqualität. Einerseits sind wir eine extrem stark verkehrsbelastete Gemeinde. Der Einkaufs-, Reise- und vor allem Schwerverkehr durch Lustenau stellt eine hohe Belastung dar, was sich auch an den Messstationen täglich ablesen lässt. Hier kämpfen wir für eine nachhaltige Verkehrsentlastung durch eine höherrangige Straßenverbindung in die Schweiz außerhalb des Wohngebietes und versuchen, durch kurz- und mittelfristige Maßnahmen die Situation etwas zu verbessern. Als Gemeinde konzentrieren wir uns aber auf unsere möglichen Handlungsfelder. So wurden wir sowohl im Bereich der Mobilität als auch des Klimaschutzes für unsere strategischen Maßnahmen bereits mehrfach national und international ausgezeichnet. Wenn der Jubiläumsfunken einmal Geschichte ist und die Diskussionen darüber auch, kann man uns gerne an unseren Handlungen messen. Dass es hier noch viel zu tun gibt, liegt auf der Hand, wenn uns die Funkendiskussion motiviert, hier noch besser zu werden, dann wäre es einer von hoffentlich mehreren positiven Aspekten.“

Gratis Anfahrt mit Bus und Bahn

Extra eingerichtete und auf die Züge abgestimmte Shuttlebusse bringen die Besucherinnen und Besucher zwischen 16.05 – 00.20 im ½ Std.-Takt vom Bahnhof Dornbirn Schoren bequem und ohne Parkplatzsorgen zur Haltestelle Sägerstraße in unmittelbarere Nähe des Funkenplatzes und wieder retour. Zusätzlich verkehren im 10-Minuten-Takt Shuttlebusse zwischen Dornbirn Messegelände und der Haltestelle Sägerstraße. Die fahrplanmäßigen Linien 50 und 52 fahren bis Betriebsschluss mit Gelenkbussen. Auch die von der Linie 53 angefahrene Haltestelle Heitere befindet sich in der Nähe des Veranstaltungsortes. Die Anfahrt mit Bus und Bahn ist aus ganz Vorarlberg und im Bahnverkehr von den Grenzbahnhöfen Lindau (D), St. Margrethen, Buchs (CH) und St. Anton a. Arlberg mit dem Online Ticket kostenlos. Gratis-Tickets zum Ausdrucken gibt es hier unter vmobil.at

Jubiläumsfunken der Hofstalder Funkenzunft

Samstag, 16. März 2019
Funkenplatz am Glaserweg

 

  • 12 – 24 Uhr: Bewirtung
  • 12 Uhr: Die Hexenfigur wird im Umzug zum Funkenplatz gebracht
  • 14 Uhr: Kinderfunken
  • 16 Uhr: offizielle Messung für den Weltrekordversuch
  • 20 Uhr: Funkenabrennen (Ersatztermin bei Sturm: Sonntag, 12.00 Uhr)
  • 22 – 2 Uhr: Funken-Lounge

Hofstalder Funkenzunft

Gegründet wurde die Funkenzunft 1979 von einigen Männern aus der Hofsteigstraße, schon der erste Funken wurde am „Keckeisplatz“ gebaut. Von den 39 Funken wurden zwei in Wien abgebrannt. Die Funkenzunft hat 22 Mitglieder und baut traditionell einen Kinderfunken und einen großen Funken. Auch das Brauchtum des „Schiiboschlacho“ wird von der Hofstalder Funkenzunft gepflegt. Bei diesem Feuerbrauch werden traditionell am Samstag nach dem Funksonntag glühende Holzscheiben in den nächtlichen Frühlingshimmel geschleudert.

Gratis Anfahrt mit Bus und Bahn

  • Kommen Sie mit dem Rad, zu Fuß oder gratis per Bus und Bahn.
  • Shuttlebusse verkehren vom Bahnhof Schoren und dem Messeparkplatz West (Haltestelle beim Haupteingang Messe) zur Haltestelle Sägerstraße.
  • Begrenzte Parkplätze befinden sich im Millennium Park, bei der Rheinhalle und am Messeparkplatz West in Dornbirn.
  • Beachten Sie die Verkehrsbeschränkungen und Parkverbote rund um das Veranstaltungsgelände.
  • Gratis Tickets unter www.vmobil.at

Aufbau des Jubiläumsfunkens