IKEA ändert Expansionsstrategie in Österreich – Projektstopp in Lustenau 10. April 2018

Kurt Fischer

IKEA Österreich zieht sich von seinem Expansionsprojekt in Vorarlberg zurück. Als Gründe nennt IKEA den „langwierigen Etablierungsprozess, die schwer lösbar scheinende Verkehrssituation und eine grundlegende Veränderung der Konzernstrategie für etablierte Märkte“.

Bürgermeister Kurt Fischer in einer ersten Stellungnahme: „Durch entsprechende Medienberichte und persönliche Kontakte mit deutschen Medien haben wir letzte Woche erfahren, dass IKEA in Deutschland die Konzernstrategie neu ausrichten will, neue Standortkonzepte entwickelt, geplante Projekte wie zB Memmingen völlig neu aufrollt und andere wie in Botropp überhaupt cancelt. Wir haben IKEA Österreich unverzüglich kontaktiert und wurden informiert, dass am Freitag, den 6. April eine entscheidende Aufsichtsratssitzung in Wien stattfinden werde. Soeben wurde mir seitens der Konzernleitung bestätigt, dass im Zuge einer Neuausrichtung der Konzernstrategie die Expansionspläne für Vorarlberg mit dem Projekt Lustenau gestoppt werden.

NEUE Situation, Volksabstimmung obsolet?!

Für Lustenau, wo am 27. Mai eine Volksabstimmung stattfindet, heißt diese völlig neue Situation, dass die Bürger zur Abstimmung eines Projekts aufgerufen sind, das von den Projektwerbern nicht mehr weiter verfolgt wird. IKEA will laut ihrer Stellungnahme eine grundlegende Richtungsänderung mit Fokussierung auf neue Formate und auf die Metropolregionen etablierter Märkte.

Konzernstrategie hat Diskussion überholt

„Nun bewahrheitet sich, dass die Volkstabstimmung ohne vorliegendes Projekt zu früh gekommen ist. Sie wurde gut zwei Wochen nach Erlass des geänderten Landesraumplans beantragt. Es liegt ja bis dato keine konkrete Projektentwicklung vor, unsere Grundlage ist erst der Kaufvertrag mit aufschiebenden Bedingungen. Nun haben die konzerninternen Entwicklungen die Diskussion und die Projektvorentwicklung überholt. Umso wichtiger ist es, dass wir es in Lustenau bis dato geschaffft haben, das durchaus polarisierende Thema äußerst fair und konstruktiv zu behandeln. Mit der Bürgerinitiative haben wir unverzüglich Kontakt aufgenommen und werden gemeinsam die weiteren Schritte in Sachen Volksabstimmung abstimmen.“

Erfolgreiche Gemeindeentwicklung unabhängig von IKEA weiter verfolgen

„Wir werden jedenfalls unabhängig von den Entwicklungen seitens der IKEA-Zentrale und wie bisher an Lustenaus erfolgreicher Gemeindeentwicklung weiterarbeiten, mit dem neuen großen Betriebsgebiet Heitere – wo das Umlegungsverfahren bald aufgelegt wird, Investitionen im Hochwasser- und Katastrophenschutz, und dem Nichtnachlassen bei Maßnahmen gegen den grenzüberschreitenden (Schwer)Verkehr etc…“ Im Ortszentrum setzen wir neben dem Bau neuer Gebäude wie in der Raiffeisenstraße von Baumschlager/Eberle auf die Belebung des Bestandes durch neue Gastronomie, Handel und Startups“, so Bürgermeister Kurt Fischer in seiner ersten Stellungnahme. Mit einer neuen „Lustenau-Karte“ wollen wir zusätzliche Impulse für Einkaufen und Freizeit in Lustenau geben und dem starken Kaufkraftabfluss entschieden entgegenwirken.“

Einladung zum Pressegespräch

Mittwoch, 11. April, 10.00 Uhr
Rathaus Lustenau, Zimmer 106


Bereits heute, am Dienstagnachmittag, tagt im Lustenauer Rathaus das Projektteam mit Rechtsanwalt Ekkehard Bechtold zum weiteren Procedere mit IKEA. Bürgermeister Kurt Fischer lädt die Medien gerne zu einem kurzfristig anberaumten Pressegespräch am Mittwoch, den 11. April, um 10.00 Uhr ins Rathaus Lustenau. Dort informiert er über die weiteren Schritte der Gemeinde und Auswirkungen auf die geplante Volksabstimmung.