Lustenauer Ried mit dem Fahrrad erkundet 4. Mai 2018

LEK Wahrnehmungsfahrt Ried April 2018_print (56)

Bei schönstem Wetter erkundeten am 24. April 2018 Lustenauer BürgerInnen das Lustenauer Ried mit dem Fahrrad. Die Wahrnehmungsfahrt wurde im Rahmen des Landschaftsentwicklungskonzepts durchgeführt, um die Theorie mit der Praxis zu vergleichen. Zwei Wochen zuvor wurden die Ergebnisse der Bestandsaufnahme öffentlich im Rathaus präsentiert.

Landschaftsentwicklungskonzept kurz erklärt

Als attraktives Naherholungsgebiet nützen LustenauerInnen das Ried für Freizeit- und Erholungsaktivitäten, es gibt Riedhütten und Schrebergärten, Landwirte bewirtschaften zahlreiche Flächen und darüber hinaus enthält es wertvolle Naturschutzgebiete. Das Landschaftsentwicklungskonzept (LEK) wird seit Mitte 2017 von den Verantwortlichen der Gemeinde und dem Raumplanungsbüro Metron erarbeitet. „Wir wollen mit dem LEK das Lustenauer Ried in seiner vielfältigen Nutzung optimal weiterentwickeln und konkrete Lösungsmöglichkeiten für Konflikte im Landschaftsraum finden“, betont Bürgermeister Kurt Fischer.

Lustenauer Ried gezielt weiterentwickeln

Das LEK beinhaltet die drei Phasen Bestandsaufnahme, Konzepterstellung und Umsetzung. Der erste Teil, in dem die Themenbereiche Raumplanung, Siedlungsränder, Naturschutz, Gewässer, Landwirtschaft, Grundstücksstrukturen, Erholung, Riedhütten und Landschaftscharakter als Gesamteindruck analysiert wurden, ist abgeschlossen. Die Ergebnisse daraus wurden Interessierten präsentiert, außerdem konnten sie sich bei der Wahrnehmungsfahrt ins Lustenauer Ried selbst ein Bild machen.

„Die Ausfahrt bot die Möglichkeit, einen Bezug zwischen Mensch und dem Ort Lustenauer Ried herzustellen, ihn mit anderen Augen zu betrachten und so einen Vergleich herzustellen zwischen den Analyseergebnissen auf Papier und dem Ried in Echt“

- Projektleiter Franz Wiesinger

 „Die Ausfahrt bot die Möglichkeit, einen Bezug zwischen Mensch und dem Ort Lustenauer Ried herzustellen, ihn mit anderen Augen zu betrachten und so einen Vergleich herzustellen zwischen den Analyseergebnissen auf Papier und dem Ried in Echt“, führt Projektleiter Franz Wiesinger aus. „Es wurden bewusst Standpunkte im Ried gewählt, die die relevanten Themenbereiche veranschaulichen.“ Durch die Fahrt führten neben Franz Wiesinger auch Rudi Alge von der Umweltabteilung, Christian Leisi und Andrea Keufer vom Raumplanungsbüro Metron.

Von der Riedhüttenproblematik und anderen Themen

LEK Wahrnehmungsfahrt Ried April 2018_print (72) Die harmonische Integration der Riedhütten und Schrebergärten in das Landschaftsbild des Lustenauer Riedes ist ein Ziel des Konzepts.

Im Gemeindegebiet gibt es rund 700 Riedhütten, die oftmals von den BesitzerInnen außerhalb ihres ursprünglichen Zwecks genutzt werden oder durch Hecken „Gartencharakter“ haben. Das Riedhüttenkonzept von 2006 wird in das LEK integriert. Ziel ist eine naturnahe und harmonische Einbindung der Hütten in die Landschaft. Die Grundstruktur des Rieds ist kleinteilig. Das heißt, die Landwirte bewirtschaften ihre Flächen oft verstreut über das ganze Riedgebiet. Eine Zusammenlegung und Arrondierung von Flächen, abgestimmt zwischen Gemeinde und BesitzerInnen, wäre hier eine große Erleichterung.

Entwicklung zukunftsweisender Projekte

Im „Oberen Schweizer Ried“ hat Lustenau die Chance auf den Flächen der Ortsgemeinde Widnau ein Fußballnachwuchszentrum zu errichten. Derzeit befindet sich die Gemeinde in einer Vorprojektphase, wo Aspekte wie Situierung, Größe, Umweltauswirkungen etc. untersucht werden. Pionierarbeit leistet die Gemeinde seit gut zwei Jahren am Gemeindegutshof Heidensand. 30 Hektar bestes Ackerland und Grünfläche werden seiner ursprünglichen Bestimmung zurückgeführt – dem Gemeinwohl. Lustenauer Biobauern kultivieren das Land und INTEGRA betreibt eine soziale Landwirtschaft. Daneben ist der Gutshof mit der Veranstaltungsreihe „Hofkultur“ auch Ort für kulturelles Geschehen. Die Herausforderung besteht hier, die Balance zwischen Nutzung durch den Mensch und der umliegenden Natur zu finden.

Raum für Natur und Erholung

LEK Wahrnehmungsfahrt Ried April 2018_print (133) Die Gewässerrevitalisierung des „Koblacher Kanals“ sieht eine naturnahe Bauweise vor, in der die Tierwelt keinen Schaden nimmt.

Das Lustenauer Ried bietet Raum sowohl für die Pflanzen- und Tierwelt als auch den Menschen. Im Naturpark Alter Rhein gibt es unterschiedliche Nutzungszonen – von der intensiv genutzten Liegewiese bis zum Naturgebiet Auwald. Eine solche funktionale Gliederung wäre auch im Ried denkbar. Für Laufbegeisterte wurden vor zwei Jahren drei Riedlaufstrecken mit unterschiedlichen Längen installiert. Der Hintergrund: Sport zu fördern und die Natur und Landschaft kennenzulernen und das unmittelbar in Siedlungsnähe. Läufer und Radfahrer führt das Wegenetz auch an die Grenze des Natura 2000-Naturschutzgebietes „Gsieg - Obere Mähder“. Es ist ein Schutzgebiet von Europarang. Zukünftig sollen die Schutzgebiete im Lustenauer Ried als Biotopverbund vernetzt werden. Auch Gewässer stellen wichtige Verbindungselemente dar. Ein gutes Beispiel dafür ist die Gewässerrevitalisierung am Rheintal-Binnenkanal (Koblacher Kanal). Hier wurde der Entwässerungsgraben tiefergelegt und so in das Landschaftsbild integriert.

Gelebte Beteiligung

Das Projekt Landschaftsentwicklungskonzept stieß sowohl bei der Infoveranstaltung Anfang April als auch bei der Wahrnehmungsfahrt auf reges Interesse. Die TeilnehmerInnen waren beeindruckt von den Nutzungs- und Entwicklungsmöglichkeiten im Lustenauer Ried. Der nächste Schritt ist nun die Arbeit in Fokusgruppen, die fünf Themenschwerpunkte behandeln. Teilnehmende sind die Verantwortlichen aus Verwaltung und dem Raumplanungsbüro Metron sowie Interessierte aus der Bevölkerung. Anmeldungen nimmt Franz Wiesinger gerne entgegen!

Eindrücke der Wahrnehmungsfahrt

Anmeldungen zur Fokusgruppe

Franz Wiesinger MSc
Franz Wiesinger MSc
+43 5577 8181-5002 E-Mail senden

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