News LustenauerInnen fahren Rad: Christa Zadra 19. Mai 2015

Christa Zadra

Das folgende Interview in unserer Radler-Serie führten wir mit Christa Zadra. „Das Rad ist mir das liebste Fortbewegunsmittel“, sagt die Pensionistin. Das war nicht immer so.

Würdest du dich als Alltagsradlerin bezeichnen?

Mittlerweile schon. Für mich ist das Fahrrad kein Sportgerät, sondern wirklich ein Fortbewegungsmittel. Ich erledige meine Einkäufe damit und statte Freundinnen und Freunden Besuche ab, auch außerhalb von Lustenau. Mit dem Rad bewege ich mich zwischen Hard und Dornbirn, könnte man sagen.

Das war aber nicht immer so – früher war ich weit bequemer, hatte immer eine „Ausrede“, doch mit dem Auto zu fahren: schlechtes Wetter, die Kälte, etc. Da ich kein sportlicher Typ bin, bin ich auch oft müde und abgekämpft am Ziel angekommen, das ist natürlich nicht lustig. Seit zwei Jahren habe ich aber ein E-Bike und jetzt ist das Radeln wirklich eine Freude, nicht nur eine Anstrengung. Für kurze, flache Strecken schalte ich den Motor nicht ein, aber bei längeren Touren schon.

Hat sich deiner Meinung nach die Bedeutung oder Rolle des Fahrrades geändert?

Vielleicht ist das Radeln heute zeitgeistiger, moderner. Man wird nicht gleich als „Öko“ abgestempelt. Für mich ist der Gedanke an die Umwelt schon wichtig. Früher habe ich immer gedacht, „was macht es für einen Unterschied, wenn ich – als „Einzige“ - jetzt radle...“, aber heute habe ich das Gefühl, dass viel mehr Menschen so denken und dass man wirklich zu einer Veränderung beitragen kann.

Relativ neu ist auch, dass Städte und Verkehrsplaner das Radfahren als Thema begreifen, an dem man nicht mehr vorbei kann. Vor allem die Ballungszentren ersticken im Verkehr, man kann an den meisten Orten nicht noch breitere oder größere Straßen bauen, der Platz ist einfach erschöpft. Das wird künftig wohl eine der größten Herausforderung für die Stadtentwicklung.

Wie beurteilst du die Situation für RadlerInnen in Lustenau?

Ich fahre wieder sehr bewusst, und auch in Lustenau ist zu Stoßzeiten teilweise bereits so viel Verkehr, dass ich mit dem Rad schneller bin. Die durchschnittliche Lustenauer Distanz tut einem gesundheitlich und psychisch einfach gut.

Für mich ist die 30-er Zone im Zentrum sehr angenehm, und auch dass fast überall Radfahrstreifen eingezeichnet sind. Das gibt einem irgendwie das Gefühl, auch das Recht zu haben, mit dem Fahrrad da zu sein.

Hast du eine Idee, wie das Radfahren in Lustenau noch attraktiver gemacht werden könnte?

Ich bin ja in Lustenau aufgewachsen, ich kenne mich aus. Das ermöglicht mir, die kleinen Wege und Abkürzungen zu fahren. Das macht erstens das Radeln angenehmer und ist sehr oft auch eine Zeitersparnis. Vielleicht könnte man eine „Lustenauer Radfahrkarte“ herausgeben, wo diese kleinen Wege oder besonders radfreundliche Straßen eingezeichnet sind.