„Man muss Menschen mögen“ - Seniorenbörse blickte zurück 9. Juli 2026
Letzte Woche fand im Foyer des Reichshofsaals die 7. Generalversammlung der Seniorenbörse statt. Obmann Helmut Hagen begrüßte die zahlreichen Gäste, sein großer Dank galt vor allem allen aktuellen und ehemaligen Mitgliedern und Unterstützer:innen, die den Erfolg der Seniorenbörse seit mittlerweile 13 Jahren möglich machten.
Ehrenamt, das verbindet
Wie wertvoll dieses Engagement für die Gemeinde ist, verdeutlichte Sozialgemeinderätin Benedicte Hämmerle: „Die Seniorenbörse leistet eine unglaublich wertvolle Arbeit für unsere Gemeinde“, sagte sie und bedankte sich beim gesamten Vorstand sowie allen freiwilligen Helferinnen und Helfern. Gleichzeitig versprach sie, den Verein weiterhin dabei zu unterstützen, neue Ehrenamtliche zu gewinnen. Auch Gemeinderätin Nadine Peschl würdigte den Einsatz der vielen Freiwilligen. „Das Ehrenamt ist das Herz unserer Gesellschaft. Es ist schön zu sehen, wie aktiv die Seniorenbörse das Miteinander in Lustenau stärkt.“
Hilfe, die direkt bei den Menschen ankommt
Was vor 13 Jahren mit einer Idee begann, ist heute aus dem sozialen Leben Lustenaus kaum mehr wegzudenken. Die Seniorenbörse vermittelt unkompliziert Hilfe dort, wo sie benötigt wird – sei es bei Fahrdiensten, kleinen Gartenarbeiten, Reparaturen oder Besorgungen. Ziel ist es, älteren Menschen möglichst lange ein selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Dabei geht es ausdrücklich nicht um professionelle Pflege, wie Obmann Helmut Hagen betont: „Sobald MOHI, eine 24-Stunden-Betreuung oder ein Pflegeheimplatz notwendig wird, übernehmen die Profis. Unsere Aufgabe ist die Hilfe im Alltag – unkompliziert, persönlich und von Mensch zu Mensch.“
Seniorenbörse hofft auf tatkräftige Mitglieder
Die Zahlen unterstreichen die Wichtigkeit des Vereins: Aktuell zählt die Seniorenbörse 405 Mitglieder. Bei 1.239 geleisteten Gesamtstunden wurden 280 Hilfseinsätze vermittelt, wobei Gartenarbeiten und Fahrdienste besonders häufig nachgefragt wurden. Gleichzeitig sprach Hagen aber auch eine Entwicklung an, die den Vorstand beschäftigt. Denn immer mehr neue Mitglieder suchen Unterstützung, während die Zahl jener, die selbst noch Hilfe anbieten können, zurückgeht: „Von den Jahrgängen, die in den vergangenen Jahren in Pension gegangen sind, gewinnen wir leider kaum noch neue Helferinnen und Helfer. Deshalb braucht es dringend Menschen, die bereit sind, sich ehrenamtlich einzubringen. Da können schon wenige Stunden im Monat einen großen Unterschied machen“, berichtete der Obmann.
Gut informiert für den Ernstfall
Wie wichtig rechtzeitige Information und Vorsorge sind, zeigte anschließend der Vortrag von Notar Dr. Richard Forster, der aktuelle Fragen rund um Erbrecht und Erwachsenenvertretung verständlich erklärte. Welche Unterstützungsangebote die Marktgemeinde selbst bereithält, stellte Silvia Huchler, Leiterin der Sozialabteilung Lustenau, vor. Die Servicestelle der Gemeinde ist zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um Betreuung, Pflege und soziale Unterstützung. „Jede Bürgerin und jeder Bürger kann sich unverbindlich beraten lassen – auch dann, wenn aktuell noch kein konkreter Unterstützungsbedarf besteht“, erläuterte Huchler. Auch das Betreute Wohnen mit den drei Standorten Schützengarten, Pfarrweg und Bahnhofstraße wurde vorgestellt.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Auf dem Programm der Tagesordnung stand außerdem die Ehrung langjähriger Wegbegleiter. So wurde mit großem Dank die ehemalige Sozialgemeinderätin Dr. Susanne Andexlinger ausgezeichnet, die die Gründung der Seniorenbörse maßgeblich unterstützt hatte. Ebenso verabschiedete der Verein seinen langjährigen Obmann-Stellvertreter, Herbert Eisen, nach 13 Jahren engagierter Vorstandsarbeit. Am Ende der Generalversammlung blieb vor allem eine Botschaft in Erinnerung: Die Seniorenbörse lebt vom Mitmachen. Seit Jahren beweist sie, wie viel durch freiwilliges Engagement entstehen kann. Damit dieses starke Netzwerk auch in Zukunft trägt, sind Ehrenamtliche notwendig, die bereit sind, ein wenig Zeit zu schenken – denn oft genügt schon eine kleine Hilfe, um den Alltag eines anderen Menschen spürbar zu erleichtern. Und dafür braucht es gar nicht so viel, eigentlich muss man Menschen einfach nur mögen.