Mit Herz, Humor und Haltung: Frischer Schwung fürs Ehrenamt 21. Mai 2026
Seit November 2022 ist Lustenau ihre Wahlheimat – und seit wenigen Monaten auch ihr neues Herzensprojekt: Sabine Scharrenbroich koordiniert das Ehrenamt in den Pflegeeinrichtungen der Gemeinde. Was zunächst nach Organisation klingt, ist in Wahrheit viel mehr: Begegnung, Menschlichkeit und die Einladung, Teil von etwas Sinnvollem zu werden.
© Lukas Hämmerle
Von Deutschland nach Lustenau – ein Neuanfang mit Sinn
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Geboren und aufgewachsen nahe Köln, führte Sabines Weg über viele Jahre in der Pflege schließlich nach Vorarlberg. „Mein Sohn lebt schon lange hier. Als ich in Pension ging, war klar: Ich möchte näher bei meiner Familie sein.“ Heute lebt sie gemeinsam mit ihrem Mann und einem ihrer drei Söhne in Lustenau – gut angekommen, wie sie sagt. Ihr beruflicher Weg war stets von dem Ziel geprägt, für Menschen da zu sein. Seit über 30 Jahren arbeitet Sabine in der Pflege. „Ich wollte schon als Jugendliche Krankenschwester werden“, erzählt die sympathische Wahl-Lustenauerin. Auch wenn der Weg dorthin nicht ganz geradlinig verlief, blieb sie ihrer Leidenschaft treu, zuletzt im Schützengarten, bis sich eine neue Tür öffnete.
Neue Aufgabe, gleiche Leidenschaft
Als die Stelle der Ehrenamtskoordination frei wurde, zögerte Sabine zunächst. „Ich wusste nicht, ob ich das schaffe – das ist ja doch etwas ganz anderes.“ Heute, drei Monate später, ist klar, dass es die richtige Entscheidung war. „Die Aufgaben sind unglaublich vielfältig, jeder Tag ist anders und genau das macht es so spannend.“ Zu den Aufgaben gehören die Organisation von Veranstaltungen, die Koordination von Terminen und vor allem der Kontakt zu den Ehrenamtlichen. Ob Musiknachmittage, Literaturstunden oder während der Besuche von Therapiehunden – die Ehrenamtskoordinatorin hält die Fäden in der Hand.
Ehrenamtliche herzlich willkommen
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Und genau an dieser Stelle kommt die Einladung an die Lustenauerinnen und Lustenauer ins Spiel, denn gesucht sind engagierte Menschen, die sich einbringen möchten. Was bedeutet das konkret? „Ganz oft sind es die kleinen Dinge“, erklärt Sabine. „Die Bewohnerinnen und Bewohner zu Veranstaltungen begleiten, Getränke ausschenken, bei einem Spaziergang unterstützen oder einfach nur etwas Zeit schenken.“
Besonders gefragt sind verlässliche Helferinnen und Helfer, die für rund vier bis sechs Stunden im Monat Zeit haben – flexibel einteilbar.
Begegnungen, die bleiben
Zu den Highlights zählen gemeinsame Aktivitäten: Musiknachmittage mit bekannten Liedern, bei denen mitgesungen wird, oder der Literaturclub, bei dem Geschichten vorgelesen und Erinnerungen geteilt werden. „Dafür brauchen wir Ehrenamtliche, die da sind und dabei helfen, wenn jemand aufstehen möchte oder kurz raus muss.“ Gerade im Sommer stehen auch Spaziergänge auf dem Programm. „Wenn das Wetter schön ist, wollen viele einfach hinaus. Ein bisschen frische Luft, ein Gespräch, vielleicht ein kleiner Ausflug – all das bedeutet ihnen unglaublich viel“, erzählt Sabine. Dabei geht es nicht nur um Unterstützung, sondern um echte Begegnungen. „Viele Bewohnerinnen und Bewohner haben leider wenig Besuch. Wenn dann jemand kommt, der sich etwas Zeit nimmt, spüren sie das sofort und die Freude ist riesengroß.“
Wer passt ins Ehrenamt?
Sabine Scharrenbroich hat eine klare Vorstellung: „Eine spezielle Ausbildung ist zwar nicht erforderlich, aber es ist wichtig, dass man gerne mit älteren Menschen zu tun hat, Geduld mitbringt und Verantwortung übernimmt.“ Besonders gefragt sind Menschen, die im Alltag flexibel sind – also genau dann Zeit haben, wenn Unterstützung gebraucht wird. „Es bringt nichts, wenn die Ehrenamtlichen zwar gewillt sind zu helfen, die tatsächlichen Lebensumstände dann aber einen Einsatz nicht zulässt.“
Ein Engagement, das zurückgibt
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Warum sich das Ehrenamt lohnt? „Diese spürbare Dankbarkeit ist unbezahlbar. Bereits Kleinigkeiten wie gebastelte Dekorationen können ein Lächeln ins Gesicht zaubern und sind Momente, die verbinden. Man geht nach Hause und weiß, das war heute wirklich sinnvoll.“ Und vielleicht ist genau das der entscheidende Punkt. In einer Zeit, in der vieles schnelllebig ist, bietet das Ehrenamt etwas Seltenes, nämlich echte Bedeutung. „Ehrenamtliches Engagement ist auch gelebtes Mit- und Füreinander, oft leise, aber mit großer Wirkung. Umso mehr danken wir allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern von ganzem Herzen für ihren Einsatz“, betont die Gemeinderätin für Soziales, Benedicte Hämmerle.
Interesse geweckt?
Sabine Scharrenbroich freut sich sehr über neue Gesichter im Ehrenamt – telefonisch unter 0664 | 883 732 58 oder unter ehrenamt.koordination@lustenau.at per E-Mail. Wer Lust hat, Teil dieser besonderen Gemeinschaft zu werden, ist jederzeit herzlich willkommen.