„Miteinander im Dialog“ – das waren die Integrationswochen 2019! 10. Mai 2019

Gesellschaftsklimatag_2019_21

Heuer war die Marktgemeinde Lustenau zum ersten Mal Teil der Integrationswochen, die von 10. April bis 10. Mai in ganz Österreich stattgefunden haben. Erklärtes Ziel der Veranstaltung war es, die Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Leben im Dorf zu ermöglichen.

„Gemeinsam ist es gelungen, ein Zeichen für ein friedliches Miteinander in Lustenau zu setzen“, dankt Andrea Hollenstein von der Fachstelle für Zusammen.Leben allen Gästen und Besucherinnen und Besuchern der insgesamt sechs Veranstaltungen.

Gegen Stammtischparolen

Gegen Stammtischparolen

Zum Auftakt der Integrationswochen fand Im Schützengarten ein vierstündiger Workshop gegen Stammtischparolen statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzten sich intensiv mit diskriminierenden und verallgemeinernden Kommentaren, die uns im Alltag oft begegnen, auseinander. Begeistert zeigten sie sich vor allem von den praktischen Übungen: „Entgegnungen auf Parolen selbst auszuprobieren, brachte den größten Lerneffekt für mich“, erzählt eine 30-jährige Workshop-Teilnehmerin.

„Sprich mit mir und hör mir zu“

Elternbildung2 Bürgermeister Kurt Fischer gratuliert den stolzen Absolventinnen im Elternbildungskurs „Wie fördere ich mein Kind in der Muttersprache UND in der deutschen Sprache?"

An vier Abenden im März und April haben neun Frauen mehr über Sprachförderung gelernt. Der Kurs „Sprich mit mir und hör mir zu“, der in Kooperation mit okay.zusammenleben durchgeführt wurde, fördert das Wissen um Spracherwerb, wenn in der Familie eine andere Sprache als Deutsch gesprochen wird. „Wichtig ist, die Muttersprache und die deutsche Sprache gleichermaßen zu fördern“, betont Kursleiterin Elizabet Hintner von der Projektstelle des Landes.

Berührende Geschichten beim Erzählcafé

Tags darauf fand das erste Lustenauer Erzählcafé statt. Moderiert von Anya Fleischmann von der Fachstelle für Zusammen.Leben erzählten die BesucherInnen berührende, lustige und tragische Geschichten aus der Nachbarschaft und aus den Lustenauer Stiegenhäusern. 

Radfahren lernen an fünf Abenden

Rad_Gruppe "Radfahren bedeutet Unabhängigkeit und Selbstständigkeit für mich“: Die zehn Teilnehmerinnen des Fahrradkurses freuen sich, endlich auf zwei Rädern mobil sein zu können.

„Gemeinsam mit der Initiative Sicheres Vorarlberg haben wir Frauen, die nie Gelegenheit hatten, Fahrradfahren zu lernen, zu einem Fahrradkurs eingeladen. Mit großer Freude und Motivation waren zehn Frauen dabei an den fünf Abenden dabei“, erzählt Andrea Hollenstein. Fahrradtrainer Lutz Schmelzinger vom Aktivzentrum Bregenzerwald und Zivildiener Manuel Waibel unterstützten die Teilnehmerinnen dabei, Sicherheit und Selbstvertrauen beim Radeln zu erlangen. „Das Fahrrad bedeutet Unabhängigkeit und Selbstständigkeit für mich. Außerdem ist radeln gesund und macht viel Spaß. Nachdem ich schon lange mit einem Dornbirner verheiratet bin und hier lebe, ist es höchste Zeit, damit anzufangen“, fasst Nila, eine Teilnehmerin aus Bangladesch, ihre Motivation lachend zusammen.

Reden für ein gutes gesellschaftliches Klima

In Lustenau und an weiteren Orten in ganz Österreich hielten Menschen am 26. April, dem Gesellschaftsklimatag, „Sprechstunden der Vielfalt“ ab. Nach dem Motto „Mit reda kônd d’Lüt zämmô“ traf man sich hier zu gleich fünf Sprechstunden am Kirchplatz, im Rathaus, im Mädchencafé der Offenen Jugendarbeit, beim Grillfest der Pfadis und in der HAK/HAS Lustenau. „Es hätte ruhig länger sein können, denn es ist – selbst unter Freundinnen oder Kolleginnen und Kollegen – eine ganz andere Art der Begegnung. Das Gespräch findet auf Augenhöhe statt, und man ist gleich auf einer viel persönlicheren Ebene – gerne wieder!“, so der Eindruck einer Teilnehmerin.

Sprechstunde der Vielfalt

Gesellschaftsklimatag_2019_19 „Mit reda kunnt ma zämmo“ bei der Sprechstunde der Vielfalt.
Gesellschaftsklimatag_2019_41 Mit Reda kunnt ma zämmo" bei der Sprechstunde der Vielfalt.

Austausch beim Frauendialog

Beim Frauendialog in der Bibliothek treffen sich regelmäßig Frauen, um ihr Deutsch zu verbessern, indem Alltagssituationen geübt werden. Urlaubsgeschichten und Sommerpläne standen im April im Mittelpunkt der Runde. Beim Frauenfrühstück im W*ORT gab es dieses Mal von allem etwas: Oliven und Essiggurken, kleine Pizza-Taler sowie Zopf mit Butter und Marmelade – dazu gute Unterhaltungen, neue Kontakte und Kinderlachen. „Wir ziehen eine positive Bilanz der ersten Lustenauer Integrationswochen. Alle Veranstaltungen waren gut besucht und es ist gelungen, Akzente zu setzen und Menschen zusammenzubringen, die im Alltag wenige Berührungspunkte haben. Dies ist langfristig für ein gelingendes Zusammenleben immens wichtig und unverzichtbar“, resümiert Andrea Hollenstein.