MOHI Lustenau feiert 20 Jahre Tagesbetreuung 15. Mai 2026

Seit 20 Jahren ist die Tagesbetreuung des Mobilen Hilfsdienstes (MOHI) ein unverzichtbarer Bestandteil der sozialen Versorgung in Lustenau. Was im Jahr 2006 als zukunftsweisende Erweiterung des bestehenden Angebots begann, hat sich längst zu einem Ort der Begegnung, der Aktivierung und der Entlastung entwickelt. Für viele ältere Menschen ist die Tagesbetreuung heute ein fixer Bestandteil ihrer Woche und für Angehörige eine wichtige Stütze im herausfordernden Pflegealltag.

01_20260410_MIK_306841 Die Tagesbetreuung des MOHI Lustenau ist weit mehr als ein Betreuungsangebot, sie ist ein Ort der Lebensfreude, der Sicherheit und des Miteinanders.

Eine Geschichte des Vorausdenkens

Alles begann im Jahr 1993 mit der Gründung des MOHI und dem klaren Ziel, hilfsbedürftigen Menschen so lange wie möglich ein Leben im gewohnten Zuhause zu ermöglichen. Unterstützung im Haushalt, beim Einkaufen, Begleitung beim Spazierengehen oder einfach nur ein offenes Ohr – die Idee einer ambulanten Hilfe zu Hause war der Grundstein. 
Doch 2006 dachten Vorausdenker wie die damalige Leiterin, Sigrid König, einen Schritt weiter: Was, wenn man Menschen nicht nur zu Hause begleitet, sondern ihnen auch einen Ort der Begegnung schafft? So wurde im Mai 2006 die Tagesbetreuung im Seniorenhaus Haselfeld ins Leben gerufen – als teilstationäres Angebot, das seitdem als Erfolgsgeschichte des Vorausdenkens nicht mehr aus Lustenau wegzudenken ist.

Ein Nachmittag, der Struktur und Freude schenkt

02_20260410_MIK_307065 MOHI-Leiter Fabian Hämmerle weiß: „Der Nachmittag mit Kuchen und Kaffee ist immer ein beliebtes Highlight.“

Montag bis Freitag öffnet die Tagesbetreuung ihre Türen – flexibel, individuell und immer auf die Bedürfnisse der Gäste abgestimmt. Freitagvormittags startet der Tag um 10 Uhr, mit einem gemeinsamen Mittagessen, Kuchenbacken für den Nachmittag, lachen und plaudern. Am Nachmittag folgt ein buntes Aktivierungsprogramm mit Gedächtnistraining, Bewegung, Musikgruppen oder Bingo. Auch die eine oder andere Runde Jassen darf da natürlich nicht fehlen. „Jeden Nachmittag gestalten wir anders, angepasst auf die Gruppe und die Tagesverfassung der Einzelnen", erklärt MOHI-Leiter Fabian Hämmerle. Dazu gehört der gemeinsame Messgottesdienst am Donnerstagnachmittag genauso wie der unverzichtbare Kaffeenachmittag mit selbst gebackenen Kuchen. Wer möchte, wird von zu Hause abgeholt. Ein achtköpfiges Fahrerteam sorgt mit dem eigenen MOHI-Elektroauto dafür, dass niemand auf den geselligen Nachmittag verzichten muss.

Mehr als Betreuung: Entlastung für pflegende Angehörige

03_20260410_MIK_306957 Auch Gesellschaftsspiele stehen auf dem Programm.

Hinter jedem Gast der Tagesbetreuung steht oft eine Familie, die täglich Enormes leistet. „Wer in intensiver Betreuung ist, vergisst sich oft selbst", weiß Fabian Hämmerle. Die Tagesbetreuung schafft bewusst Raum – für pflegende Partner, Töchter oder Söhne, die wissen: „Heute Nachmittag ist Mama versorgt und in guter Gesellschaft. Ich darf kurz durchatmen." Dieses Entlastungsangebot ist kein Nebeneffekt, sondern ein zentrales Anliegen des MOHI. Ergänzt wird es durch ambulante Unterstützung zu Hause – von einmal wöchentlicher Haushaltshilfe bis hin zur täglichen Mehrstundenbetreuung mit Frühstück, Mittagessen und Abendbetreuung. 15 ausgebildete Heimhelferinnen und Heimhelfer sowie zwei zertifizierte Seniorenbegleiterinnen bilden das Rückgrat dieses Teams.

Was der MOHI zukünftig braucht, um weiter helfen zu können

04_20260410_MIK_306729 Und für möglichst viel Spaß ist ebenfalls gesorgt.

20 Jahre sind ein Meilenstein – doch Fabian Hämmerle blickt nicht nur zurück. Sein Appell ist klar: „Mobile Pflege und Betreuung müssen langfristig gesichert sein. Wir erleben gerade ein Jahr, in dem bei uns keine weiteren Anstellungsprozente für Heimhelfer:innen vorgesehen sind. Nicht wissend, ob das 2027 besser wird, sind wir derzeit sehr zurückhaltend, was die Ausbildung von Heimhelferinnen angeht. Das macht mir Sorgen, denn wer heute nicht ausbildet, hat morgen kein Fachpersonal. Daher hoffe ich, dass ab 2027 auch der MOHI wieder stärker ins budgetäre Blickfeld rückt.“ 

Parallel dazu rückt auch die Digitalisierung in den Vordergrund. Papierbasierte Arbeitsberichte sollen künftig durch digitale Lösungen und Zeiterfassung ersetzt werden, um mehr Effizienz für das Team zu erreichen und mehr Zeit für die Menschen aufbringen zu können.

Ein herzliches Danke

Freilich wird so ein Jubiläum auch gefeiert, weshalb im September ein offener Nachmittag im Seniorenhaus Haselfeld stattfindet. Geladene Gäste aus Politik und Gesellschaft, Angehörige und Interessierte sind herzlich dazu eingeladen, die Tagesbetreuung hautnah zu erleben – inklusive Aktivierungsprogramm und dem einen oder anderen selbst gebackenen Kuchen. 
„Danke an alle, die dieses Angebot in den vergangenen 20 Jahren mitgetragen, gestaltet und unterstützt haben, an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, an die Gäste, an ihre Angehörigen, an die Gemeinde und an das Land Vorarlberg. Vor allem aber danke ich für das Vertrauen, das uns täglich entgegengebracht wird und - so darf man hoffen - noch für viele weitere Jahrzehnte“, freut sich MOHI-Leiter Fabian Hämmerle.