Moordetektive aktiv in Landschafts- gestaltung im Betriebsgebiet Heitere 5. Juni 2026
Bereits seit 2024 beteiligten sich die Schülerinnen und Schüler der MS Hasenfeld am citizen science Projekt Moordetektive. Der Unterricht findet heuer direkt im Betriebsgebiet Heitere und in den Streuwiesen statt. Dort lernen die Kinder nicht nur wertvolle Biotope vor ihrer Haustür kennen, sie dürfen sie auch aktiv mitgestalten. Begleitet von der Gemeinde, Biolog:innen und Lehrpersonen erforschen die Kinder Feuchtlebensräume und führen Bestandszählungen typischer Pflanzenarten durch. Die erhobenen Daten liefern langfristig wichtige Informationen über Veränderungen dieser sensiblen Lebensräume.
© Foto Manuela Hagspiel
Investition in Naturraum
Das Betriebsgebiet Heitere wird seit 2024 von der Gemeinde infrastrukturell erschlossen. Es werden jedoch nicht nur Leitungen verlegt und Straßen gebaut, es wird auch in den Naturraum investiert. Im ersten Bauabschnitt wurden jüngst 450 Laufmeter Gewässerraum erdbaulich modelliert und vegetationstechnisch gestaltet. Diese Grabenläufe dienen der Retention. Sie sind aber auch grüne Adern, welche sich zukünftig durch das fünfzehn Hektar große Betriebsgebiet ziehen werden und heimischen Pflanzen und Tieren einen typischen Lebensraum bieten.
Schüler gestalten Lebensraum im Betriebsgebiet mit
© Bettina Epple
Bereits im Februar durfte eine Schülergruppe der Mittelschule Hasenfeld tatkräftig „in der Heitere“ aktiv werden und Sträucher auspflanzen. Die Auswahl der Sträucher, sowie insgesamt die Landschaftsgestaltung im Betriebsgebiet, unterliegt der Aufsicht der Naturschutzabteilung bei der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn und ist nach Plan umzusetzen. „Für die Kinder ist es ein Erlebnis, bei dieser Aufgabe mitzumachen und live zu sehen, was es heißt, einen Lebensraum zu gestalten“, berichtete die zuständige Lehrerin Manuela Hagspiel. Ein weiteres Highlight folgte im April, als die Gruppe ein sogenanntes „Amphibienquartier“ bauen durfte. Es handelte sich dabei um eine Mulde direkt am Graben, die mit Steinen, Ästen und Erde gefüllt wurde. Das Quartier soll den Amphibien einen zusätzlichen Rückzugsort bieten, da die Vegetation im Betriebsgebiet noch sehr jung ist. Dem zuständigen Gemeinderat Simon Vetter gefiel die Experimentierfreudigkeit, welche die Schüler mit Biologe Daniel Reidl an den Tag legten: „Die ökologischen Begleitmaßnahmen sind ein wesentlicher Teil der Bewilligung für das Betriebsgebiet Heitere. Dass wir dabei mit der Mittelschule Hasenfeld echte Mitgestalter gefunden haben, freut mich besonders. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“
Moordetektive entdecken seltene Sumpf-Gladiolen
© Manuela Hagspiel
Neben den praktischen Aufgaben ist das Pflanzenmonitoring ein wichtiges Ergebnis der Moordetektive. Auf festgelegten Flächen werden dann im Frühsommer sogenannte Zeigerpflanzen gezählt. Im Gebiet Brändlis Wies zwischen dem Alten Rhein und dem Europaschutzgebiet Gsieg - Obere Mäder haben sich Reste der einst ausgedehnten Flachmoore erhalten. Diese beherbergen seltene Arten wie die in Vorarlberg vom Aussterben bedrohte Sumpf-Gladiole (Gladiolus palustris). Da die Sumpf-Gladiole nur kurz zwischen Ende Juni und Anfang Juli blüht, ist es eine besondere Herausforderung, sie genau bei der Blüte zu erwischen. Selbst dann ist die Aufgabe noch anspruchsvoll, da die Riedflächen zu der Zeit nicht betreten werden dürfen und die Schüler:innen die Pflanzen vom Wegrand aus zählen müssen. Umso erfreulicher war der Nachweis mehrerer Exemplare im Jahr 2024.
Neben der Sumpf-Gladiole beobachten die Schüler:innen auch die Sibirische Schwertlilie und erkunden die Tierwelt an den Ufern des alten Rheins mit Keschern, Lupen und Bestimmungsschlüsseln. So leisten die Moordetektive einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität vor Ort. Finanziell unterstützt werden die Moordetektive vom EU Live Projekt AMooRe.
© Daniel Reidl