Musikverein Concordia – Vorkriegszeit und Erster Weltkrieg 4. Juni 2019

FOTO 4 Josef Hofer

Vor 120 Jahren, am 1. Juni 1899, rückte der damals frisch gegründete Musikverein Concordia anlässlich der Fronleichnamsprozession erstmals aus. Diesem Jubiläum geschuldet zeigt die hier präsentierte Artikelserie „Spotlights“ der Geschichte des Vereins auf und verweist immer wieder auf die von Siegfried König edierte Vereinschronik.

In der Gründung des MV Concordia, der sich seit Anfang seines Bestehens dezidiert als Rheindorfer Verein sah, spiegelt sich das starke Wachstum Lustenaus seit der Einführung der Maschinenstickerei Ende der 1860er-Jahre. Über die Beerdigung des in der Rheinstraße wohnenden Josef Hofer, der der erste Vorarlberger Handstickmaschinenbetreiber und Gründer der Firma Hofer, Bösch und Co. war, heißt es in der Vereinschronik: „Am 16. Mai [1913] wurde das Ehrenmitglied Josef Hofer, Fabrikant, zur letzten Ruhe begleitet. R.I.P.“ Auch sein acht Jahre später verstorbener Bruder und Geschäftspartner Johann Hofer war Ehrenmitglied des Vereins.

Politik verursacht Probleme

Im Bericht zur Jahreshauptversammlung des Jahres 1913 – werden wie bereits in den Jahren zuvor - immer wiederkehrende Schwierigkeiten wie etwa „zu wenig Fleiß, flauer Probenbesuch etc.“ beklagt. Auch nicht alle Konzerte waren immer gut besucht bzw. finanziell erfolgreich. Die Jahresberichte scheinen dahingehend recht ehrlich zu sein. Weitere Probleme in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg bereiteten die politischen Streitigkeiten innerhalb des Vereins. Das gipfelte dann im Jahr 1911 bei der Jahreshauptversammlung darin, dass „Ehrenvorstand Ferdinand Bösch“ den folgenden Antrag einbrachte: „Der Verein ist nicht politisch und der Vorstand hat darauf zu achten, dass von heute ab unter Vereinsmitgliedern politische Umtriebe nicht mehr stattfinden. Wir verpflichten ihn ab heute, derartige Umtriebe sofort niederzuschlagen und bei allfälliger Weigerung, das betreffende Mitglied […] durch ausstoßen [sic] aus dem Vereine zu strafen.“

Zäsur durch den Krieg

Gemischte Kapelle 1918 V23 Während des Ersten Weltkriegs musizierten die Mitglieder der verschiedenen Lustenauer Musikvereine gemeinsam.

Während des Ersten Weltkrieges dienten die meisten der Mitglieder als Soldaten. Deshalb kam das Vereinsleben zum Erliegen, „mit der fast einzigen Ausnahme, dass jenen aktiven Mitgliedern aller[r] drei Musikvereine, die vor dem Kriege bestanden, die im Felde oder sonst im Kriegsdienst [..] ihr Leben einbüßten [gemeinsam] die letzte Ehre erwiesen wurde.“ Nach Kriegsende formierte sich der Verein 1919 trotz der widrigen Umstände neu. Unter den rund 200 im Ersten Weltkrieg gefallenen Lustenauern war mit Anton Hämmerle auch ein Vereinsmitglied der „Concordia“ zu beklagen.

Dokumente, Fotos und Protokollbücher gesucht

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