Nationalsozialismus als Ausstellungsthema 22. Mai 2018

Ab 25. Mai ist das Historische Archiv mit einer groß angelegten historischen Ausstellung, die die NS-Zeit in Lustenau beleuchtet, in der „Galerie Hollenstein – Kunstraum und Sammlung“ zu Gast. Die von Oliver Heinzle und Wolfgang Scheffknecht kuratierte und unter der wissenschaftlichen Mitarbeit von Vanessa Waibel konzipierte Ausstellung macht dabei allgemeine Erscheinungsformen der damaligen Trends in ihren lokalen Ausprägungen sichtbar.

Die Ausstellungsinhalte finden Sie unter: www.lustenau.at/nationalsozialismus 

Nationalsozialismus in Lustenau Kirchplatz Lustenau während der NS-Zeit

NS-Propaganda und Angst vor Verfolgung

Nationalsozialismus in Lustenau Das beflaggte alte Lustenauer Rathaus

Mit dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 übernahmen auch in Lustenau die heimischen Nationalsozialisten die Macht. Neben der damals geschürten Hoffnung auf eine bessere Zukunft beherrschten bald die Angst vor Verfolgung, NS-Propaganda und die Bitternisse des Krieges den Alltag. Die Ausstellung zeigt auf, welche Auswirkungen die NS-Diktatur auf die Gemeindeentwicklung und das Leben der Menschen in Lustenau hatte. Das Eingehen auf die Vorgeschichte der politischen Lagerbildung und die gewalttätigen Auseinandersetzungen der Zwischenkriegszeit wird die Einbettung in einen größeren geschichtlichen Kontext ermöglichen.

Interessante Objekte und Zeitzeugeninterviews

Kriegswirtschaft Foto Günter König Themenbereich Kriegswirtschaft

Ganz bewusst werden in der Ausstellung die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges ebenso wie die Mitwirkung von Lustenauer Soldaten in diesem Krieg weitgehend ausgeklammert. Im Zuge der Recherchen zeigte sich, dass noch sehr viele aussagekräftige Objekte existieren, die alle ihre eigenen Geschichten aus der NS-Zeit widerspiegeln. Fast alle der ausgestellten Objekte kommen aus Lustenau selbst und sind zumeist von Privatpersonen zur Verfügung gestellt worden. Daneben kommen aber auch Lustenauer Zeitzeuginnen und Zeitzeugen mittels Audioaufnahmen zu Wort und machen mit ihren Erzählungen ihr individuelles Erleben der damaligen Ereignisse für die Besucherinnen und Besucher greifbar.

Umfangreiches Rahmenprogramm

Ein umfangreiches Rahmenprogramm begleitet die Ausstellung. Neben vier Vorträgen, die einige der Ausstellungsthemen vertiefen bzw. ergänzen werden und einer Exkursion nach Nürnberg zur Dokumentationsstätte Reichsparteitagsgelände, finden in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Hohenems zwei Fahrrad-Führungen entlang des Alten Rheines statt, um an die damaligen Flucht- und Verfolgungsgeschichten zu erinnern. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Lehrerinnen und Lehrer sind herzlich eingeladen, mit ihren Klassen die Ausstellung im Rahmen einer kostenlosen Führung zu besuchen.

Lustenau - eine Gemeinde im Nationalsozialismus

Eine Gastausstellung des Historischen Archivs Lustenau
Galerie Hollenstein – Kunstraum und Sammlung
Pontenstraße 20, 6890 Lustenau

Laufzeit: 26. Mai bis 8. Juli 2018

Öffnungszeiten während der Ausstellung:
Freitag, Samstag, Sonn- und Feiertag: 15 bis 19 Uhr

Rahmenprogramm zur Ausstellung

Eröffnung: Freitag, 25. Mai, 19 Uhr

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung:
Sonntag, 3., 17. und 24. Juni jeweils 16 Uhr

Vorträge in der Galerie Hollenstein:
Montag, 4. Juni, 18.30 Uhr: Thomas Albrich „Die Anfänge der NSDAP in Vorarlberg“
Montag, 11. Juni, 18.30 Uhr: Dirk Rupnow „Die neue Unübersichtlichkeit – Globale Holocaust-Erinnerung im Zeitalter des Trumpismus“
Freitag, 22. Juni, 18.30 Uhr: Oliver Seifert „Das Schicksal der Vorarlberger Patientinnen und Patienten in der Heil- und Pflegeanstalt Hall in Tirol während der NS-Zeit“
Montag, 2. Juli, 18.30 Uhr: Klaus Hagen „Kulturpolitik im Nationalsozialismus“

Kontakt: Oliver Heinzle, T 05577 8181-4232, archiv@lustenau.at