„Natürlich bunt und artenreich“ unterwegs 3. Mai 2017

Kurz vor Ostern trafen sich die Grünflächenverantwortlichen aus Vorarlberger und Liechtensteiner Gemeinden in Mäder und informierten sich auf dem internationalen Workshop von „natürlich bunt und artenreich“ über naturverträgliche Pflege und Gestaltung öffentlicher Grünflächen. Durch weniger Mähen sowie den Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel und Pestizide kann ein Netz an Lebensräumen für Schmetterlinge, Wildbienen und Kleinsttiere in den Gemeinden erhalten und geschaffen werden.

Ökologische Pflege leicht gemacht

Lustenau war durch die beiden Bauhofgärtner Christian Suppan und Reinhard Fitz bestens vertreten. Im Frühling startet die Rasenmähsaison, um dem Graswuchs Einhalt zu gebieten und ein gepflegtes Ortsbild zu erzielen. Mit der säuberlichen Mahd bis in alle Ecken und Kanten wird aber auch einer Vielzahl von Tieren und Pflanzen die Lebensgrundlage entzogen, da sie sich nicht bis zur Entpuppung oder Samenreife entwickeln können. Es ist daher empfehlenswert, sich die öffentlichen Flächen genau anzuschauen und nur die bespielten oder stark genutzten Flächen kurz zu halten. Viele andere Grünflächen können nur drei bis fünf Mal im Jahr gemäht werden. Das spart Zeit, die in die Gestaltung und Pflege von neuangelegten artenreichen Blühflächen investiert werden kann.

Gemeinden übernehmen Verantwortung für die Artenvielfalt

Die Ausführenden der „natürlich bunt und artenreich“-Gemeinden sammeln mit eigenen Projekten Erfahrungen zur ökologischen Grünflächenpflege und tauschen sich regelmäßig untereinander sowie mit Naturgartenprofis aus. Damit zeigen Gemeinden, dass ihre Grünflächen nicht nur schön anzusehen sind, sondern Lebensraum für viele heimische Pflanzen und Tiere bieten können. In Mäder wurde 2016 auf Grund von Sichtproblemen ein Kreisverkehr naturnah gestaltet. Eine Blumenwiesenmischung mit standortgerechtem Saatgut als Nahrungsquelle für Vögel und Insekten wurde ausgesät. Altholz und ein Asthaufen bieten darüber hinaus Nist- und Überwinterungsplatz. Die Teilnehmenden lernten, wie wichtig die Pflege in den ersten zwei bis drei Jahren ist, bis diese schließlich kaum mehr notwendig ist.
In Götzis besichtigten die Gäste die Neuanlage rund um die Pfarrkirche St. Ulrich. Nach einer kiesigen Durststrecke entwickelt sich da eine bunte Pracht an Wildblumen, die den repräsentativen Ansprüchen des Ortes gerecht wird.