Neue Haupt-Notverbundleitung für Trinkwasserversorgung 16. April 2026
Im März startete in Lustenau eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte des Jahres: Entlang der Hohenemser Straße wird auf rund einem Kilometer Länge die zentrale Trinkwassertransportleitung erneuert. Wasserwerkleiter Lothar Isele erklärt, warum die Arbeiten notwendig sind, welche Technik zum Einsatz kommt und was Verkehrsteilnehmer in den kommenden Monaten erwartet.
Wichtige „Versicherung“ für Lustenaus Trinkwasserversorgung
Unter der Hohenemser Straße verläuft eine der entscheidenden Lebensadern der Gemeinde: die Haupttransportleitung für Trinkwasser. Sie verbindet Lustenau mit dem Wasserverband Rheintal und versorgt unsere Gemeinde im Bedarfsfall mit Trinkwasser. „Das ist unsere größte Leitung, im Prinzip ist sie unsere Hauptschlagader zum Trinkwasserverband Rheintal“, erläutert Wasserwerkleiter Lothar Isele. Genau diese Leitung wird nun im Bauabschnitt 46 zwischen der Kreuzung beim Gasthaus Lamm und dem sogenannten Abgabeschacht 1, südlich des Hundesportplatzes, vollständig erneuert. Die Strecke umfasst rund einen Kilometer. Wenn alles nach Plan läuft, sollen die Arbeiten bis Anfang Juli abgeschlossen sein.
Hightech unter der Erde: Bohren statt Aufgraben
Ein Großteil der Bauarbeiten erfolgt mit einer modernen und besonders schonenden Methode: dem sogenannten Spülbohrverfahren. Dabei wird die neue Leitung unterirdisch verlegt, ohne dass die Oberfläche großflächig aufgegraben werden muss. „Gerade im Bereich der Grün- und Freiflächen wird gebohrt und das Rohr anschließend eingezogen“, erklärt Isele. Im Vorfeld werden die einzelnen Rohrstücke zusammengeschweißt und anschließend als lange Einheit in den vorbereiteten „Tunnel“ eingezogen. Das reduziert nicht nur den Eingriff in die Umgebung, sondern verkürzt auch die Bauzeit.
Ganz ohne klassische Bauarbeiten geht es allerdings leider nicht: Im Bereich der „Lammkreuzung“ muss die Trinkwasserleitung konventionell verlegt werden was bedeutet, dass dort Gräben ausgehoben, die Rohre eingebaut und anschließend wieder verfüllt werden.
Neubau statt Flickwerk
Der Anlass für das Projekt liegt nicht allein im Alter der Leitung. Auch die Entwicklung des umliegenden Betriebsgebiets Heitere spielt eine zentrale Rolle. Durch Aufschüttungen und Bautätigkeiten in der Umgebung kann es zu Setzungen im Boden kommen. Alte Leitungen reagieren darauf äußerst empfindlich. Außerdem werden ehemalige Landwirtschaftsflächen, die heute als Baugrund gewidmet sind, entsprechend entlastet. „Daher haben wir uns dafür entschlossen, diesen Abschnitt ganzheitlich zu erneuern“, berichtet Lothar Isele.
Verkehrsbehinderungen unvermeidbar
Auch für Autofahrer bedeutet das Projekt in den kommenden Monaten teilweise Einschränkungen. Entlang eines längeren Abschnitts der Hohenemser Straße wird der Verkehr eingeengt und besonders im Kreuzungsbereich beim Gasthaus Lamm sind zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen notwendig. Die Gemeinde bittet Verkehrsteilnehmer deshalb um Verständnis und erhöhte Aufmerksamkeit im Baustellenbereich.
Infrastrukturprojekt mit Weitblick
Parallel zu den Arbeiten werden auch andere Leitungen und Anschlüsse geprüft oder erneuert. Die Gemeinde nutzt die Gelegenheit, mehrere Infrastrukturmaßnahmen gleichzeitig umzusetzen. Das Projekt ist daher mehr als nur eine Baustelle: „Wenn man eine Straße einmal öffnet, sollte man möglichst alles erledigen, was darunter liegt“, so der Wasserwerkleiter. Der ressortzuständige Gemeinderat für Hoch- und Tiefbau Vizebürgermeister Martin Fitz betont: „Die Erneuerung unserer in die Jahre gekommenen Trinkwasser-Transportleitung gewährleistet uns auch zukünftig die Einspeisung unserer Trinkwasser-Notversorgung in die Ringleitung unserer Gemeinde. Während unsere Brunnen die Primärversorgung darstellen, sorgen wir hier für das nötige Backup bei Wartungs-, Ausfall- oder Reparaturzeiten.“ Dem schließt sich auch Bürgermeister Patrick Wiedl an: „Mit der neuen Transportleitung investiert Lustenau in eine sichere und leistungsfähige Trinkwasserversorgung für die kommenden Jahrzehnte – eine unsichtbare, aber unverzichtbare Grundlage für das tägliche Leben im Ort.“