Neue Straße nach Heimatdichter Beno Vetter benannt 11. April 2014

Gemeindevertretungssitzung

Bei der 34. Gemeindevertretungssitzung der Marktgemeinde standen letzten Donnerstag, den 10. April, vor allem Planungsthemen auf der Tagesordnung. Neben Flächenwidmungen und einer neuen Verordnung zu Baugrundlagenbestimmungen wurde auch der Name einer neuen Straße im Vorach beschlossen. Der beliebte Lustenauer Schriftsteller und Ehrenringträger der Marktgemeinde, Beno Vetter (1882-1971), ist Namensgeber.
Eingangs der Sitzung entrichtete der Vorsitzende, Vizebürgermeister Walter Natter, die Grüße von Bürgermeister Kurt Fischer an die Gemeindevertretung. Dieser beende seine letzte Therapiewoche und befinde sich in guter Verfassung. Nach der ärztlich verordneten Ruhephase werde der Bürgermeister im Juni wieder mit vollem Elan in sein Amt zurückkehren.

Baugrundlagenbestimmung soll späte Umplanungen beim Hausbau vermeiden

Unter dem zweiten Tagesordnungspunkt beschloss die Gemeindevertretung die „Verordnung zur Einbringung von Anträgen auf Grundlagenbestimmung“: Wenn eine BauwerberIn ein Gebäude errichten möchte, muss sie künftig vor Beginn der Planungs- und Baueingabephase bei der Marktgemeinde einen Antrag auf Baugrundlagenbestimmung stellen. Dann übermittelt die Gemeinde der BauwerberIn die entsprechenden Baugrundlagen, wie zB Flächenwidmung, Höhenlage, Dachform, Firstrichtung, Baugrenzen, Gebäudehöhen, allfällige Grünzonen oder Gefahrenzonenpläne, Kanalisation oder Leitungsträger. Bislang nahmen Bauwerber öfters erst nach durchgeführter Planung den Kontakt mit der Baubehörde auf und mussten, wenn die Baugrundlagen dem Plan widersprachen, die Baupläne wieder überarbeiten lassen. Planungsreferent Martin Fitz (FPÖ) berichtete über die einstimmige Empfehlung des Planungsausschusses an die Gemeindevertretung: „Die Grundlagenbestimmung ist eine Erleichterung für den Bürger, damit ihm keine Mehrkosten in der Planungsphase entstehen.“ Auch Christine Vetter von den Grünen stimmte als Leiterin des e5-Teams der Marktgemeinde überein. Es werde ein langjähriges Anliegen umgesetzt, so könne auch öffentliches Interesse frühzeitig beim Bauwerber angemeldet werden. Der Antrag wurde einstimmig beschlossen.

Beno Vetter Namensgeber für neue Straße

Beno+Vetter Nach dem Heimatdichter Beno Vetter wird eine Straße benannt.

Bei der letzten Gemeindevertretungssitzung im März war ein Umlegungsverfahren in der Sägerstraße einstimmig beschlossen worden. Durch Zusammenlegung und Neuordnung einiger Grundstücke werden sinnvoll erschlossene Baugrundstücke gebildet und eine Verbindungsstraße zwischen Feldkreuz- und Sägerstraße errichtet. Die neue Straße wird nach einhelliger Empfehlung des Kulturausschusses unter Vorsitz von Gemeinderat Daniel Steinhofer (ÖVP) „Beno-Vetter-Weg“ genannt. Beno Vetter, jahrzehntelang prägender Lehrer, Gründungs- und Ehrenobmann vom Ferienheim Oberbildstein und Heimatkundler, verfasste zahlreiche Schriften zur Lustenauer Gemeindegeschichte, Heimatromane und -erzählungen, Bühnestücke und Hörspiele: zB „Elsbeth Grabherr“ (1937), „Die böse Hand“ (1947), „Das Erbe des Alexander Kremmel“ (1949), „Die Steckenwegerin“ (1950), „Zwischen Damm und Wuhr“ (1953)  und „Heidengundel“ (1960). Die Werke sind bis heute populär, das bezeugen posthume Auflagen, und diverse Nach- oder Teilabdrucke. Für seine Leistungen als Heimatkundler und Schriftsteller wurde Beno Vetter 1961 mit der Ehrengabe für Kunst und Wissenschaft des Landes Vorarlberg ausgezeichnet. Lustenau dankte ihm seinen vielfältigen Einsatz für das öffentliche und kulturelle Leben 1964 mit der Verleihung des Ehrenrings der Marktgemeinde. Auch zwei Denkmale im Pfarrweg und beim Rathaus erinnern an ihn. Mehr Informationen über Beno Vetter findet man auf www.lustenau.at und in „100 Jahre Markgemeinde Lustenau 1902 – 2002. Eine Chronik" von Gemeindearchivar Dr. Wolfgang Scheffknecht.

Änderungen des Flächenwidmungsplanes

Saegerstrasse_Ortho Im Vorach wurden Grundstücke in Baufläche Wohngebiet umgewidmet.

In diesem Gebiet wurden gestern auch die Flächenwidmungsänderungen zur Baufläche Wohngebiet und Verkehrsfläche Straße beschlossen. Unter dem Tagesordnungspunkt entspann sich eine rege Diskussion, wie das öffentliche Interesse bei Umwidmungen, von denen einzelne BürgerInnen stark profitieren, gewahrt wird. Vizebürgermeister Walter Natter verwies auf die Vertragsraumordnung, die in der Raumplanungsnovelle 2011 des Landes Vorarlberg verankert ist. In Verträgen mit Grundeigentümern können die Gemeinden das öffentliche Interesse wahren, zB indem Grundstücke auch wirklich bebaut oder verkauft werden und nicht jahrelang brach liegen. Planungsreferent Martin Fitz wies darauf hin, dass man dies im konkreten Fall bei allen Eigentümern geprüft habe, es gebe bei den betroffenen Grundstücken Baubedarf oder die Grundstücke stünden im Verkauf, zum Teil auch an die Gemeinde. Hier gehe es bei der Umwidmung um ein Verdichten des Gebietes nach innen, eine positive Sache. Die Umwidmung wurde mit 30:3 (Grüne) Gegenstimmen beschlossen.

Auch bei der zweiten Umwidmung eines Grundstückes in der Bahnhofstraße, gab es dieselben Einwände seitens der Grünen, mit Unterstützung von Dr. Walter Bösch (SPÖ). Die Umwidmung wurde mit 30 (ÖVP/FPÖ): 6 Gegenstimmen (Grün/SPÖ) beschlossen.

Thema Reichshofstadion

Reichshofstadion Das Reichshofstadion soll kurzfristig bundesligafit werden.

Unter Tagesordnungspunkt Allfälliges erkundigte sich die Gemeindevertreterin Nicole Hosp (FPÖ) nach der aktuellen Lage in Sachen „Reichshofstadion“. Der Vizebürgermeister erklärte, dass man im Amt gerade die ZIMA-Studie für einen Neubau prüfe. Die Kosten beliefen sich laut Studie auf 19 Millionen Euro plus Grundstücksbeschaffung, hier spreche man also von Kosten in der Höhe von rund 25 Millionen Euro. Die Verwaltung und die Politik sei daran, die Grundinformationen und -fakten für die Gemeindevertretung zusammenzustellen. Dann müsse sich die Politik grundsätzlich mit der Frage „Neubau oder nicht?“ beschäftigen, es gehe ja auch um viele Themen darüber hinaus, wie das FC-Stadion an der Holzstraße, die Nachwuchs-Trainingsplätze am Wiesenrain etc. Parallel dazu arbeite man an der Realisierung der Bundesliga-Forderungen im Reichshofstadion wie dem Fernsehturm und einem besseren Flutlicht. Der Fernsehturm sei schon baurechtlich vorgestellt worden, nach Einwänden der Anrainer würden der Plan landschaftlich optimiert, mit dem Ziel, das Projekt in der Sommerpause umzusetzen. In gut einer Woche solle außerdem das Angebot für eine optimierte Flutlichtanlage vorliegen, die für eine gleichmäßigere Ausleuchtung des Stadions sorgt. Beide Kriterien sind laut Bundesliga ausschlaggebend für den Erhalt der Lizenz.