„Neue Wege“ fürs Regenwasser auf der Dammstraße 26. März 2026
In der Dammstraße tut sich einiges: Nicht nur, dass die Trinkwasserleitungen von den neuen Trinkwasserbrunnen in Richtung Wasserwerk verlegt werden, nahezu gleichzeitig entsteht auf einer Länge von rund 750 Metern ein zukunftsweisendes und modernes Entwässerungssystem, das Regenwasser nicht nur ableitet, sondern sinnvoll nutzt. Damit verbunden sorgt ein schmälerer Straßenverlauf für mehr Verkehrssicherheit.
Nachhaltigkeit trifft Straßenbau
Ein zentrales Element des Projekts ist die neue Form der Straßenentwässerung. „Die Grundidee ist einfach: Alles, was der Boden aufnehmen kann, soll auch im Boden bleiben“, erklärt Timo Maderthaner von der Gemeinde Lustenau. Statt Regenwasser wie bisher schnellstmöglich in den Kanal abzuleiten, sorgen Sickermulden dafür, das Wasser direkt vor Ort versickern zu lassen und so dem natürlichen Wasserkreislauf zurückzuführen. „Unser Ziel ist es, möglichst viel Regenwasser im Boden zu halten“, erklärt der Tiefbauexperte. „Das entlastet unseren Regenwasserkanal und hilft gleichzeitig, das Grundwasser wieder anzureichern.“ Gerade angesichts zunehmender Starkregenereignisse sei das ein wichtiger Schritt.
Natürlich statt technisch aufwendig
Statt teurer technischer Filtersysteme setzt man bewusst auf einfache, aber effektive Lösungen. Die Sickermulden bestehen aus sickerfähigem Untergrund und einer Humusschicht, die begrünt wird. Technische Systeme kommen nur dort zum Einsatz, wo sie wirklich notwendig sind. Erst wenn der Boden gesättigt ist, kommt der Überlauf ins Spiel. „Wir sprechen hier von wenigen Zentimetern Wasserstand. Sobald der Regen nachlässt, kann das Wasser weiter versickern – ein natürlicher Kreislauf, ganz ohne aufwendige Technik“, so Maderthaner. Gleichzeitig reduziert diese Bauweise langfristig auch Wartungs- und Betriebskosten.
Synergien clever genutzt
Ein weiterer großer Vorteil des Projekts liegt in der Bündelung mehrerer Bauvorhaben. Parallel zur Entwässerung werden auch die Trinkwasserleitung erneuert sowie Leitungen für Strom, Beleuchtung und Glasfaser (LWL) verlegt. „Wenn die Straße ohnehin geöffnet ist, nutzen wir die Chance, alles gleichzeitig zu modernisieren“, erläutert der Tiefbauexperte. Das spart Kosten, reduziert zukünftige Baustellen und bringt die Infrastruktur insgesamt auf den neuesten Stand.
Weniger Asphalt, mehr Sicherheit
Nicht nur unter der Oberfläche passiert Neues. Auch die Straße selbst wird sich verändern: Obwohl die Straßenbreite auf der gesamten Länge schwankt, wird eine gleichbleibend reduzierte Fahrbahnbreite von 4,50 Metern berücksichtigt. Das führt einerseits zu einer Verkehrsberuhigung auf der Dammstraße und es bleibt weiterhin genügend Raum für zwei Pkws im Begegnungsfall. Gleichzeitig entstehen durch die schmalere Fahrbahn neue Grünbereiche entlang der Straße – genau dort, wo die Sickermulden angelegt werden.
Das Entwässerungssystem mit Sickermulden soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein und hat in Lustenau Pilotcharakter hinsichtlich nachhaltigen Straßenbaus. Damit wird die Dammstraße auch ein Beispiel dafür, wie moderne Infrastruktur, Umweltschutz und Verkehrssicherheit miteinander verbunden werden können.