Pflege im Gespräch: Satt vom Leben 3. April 2019

Brigitte Schreiber

Was tun bei Nahrungsverweigerung? Die Vorstellung, dass ein Mensch verhungert oder verdurstet, macht Angst und berührt. Sind doch Essen und Trinken körperliche Grundbedürfnisse. „Pflege im Gespräch“ widmet sich diesem sensiblen Thema und lädt Interessierte zum Vortrag „Satt vom Leben – Nahrungsverweigerung im Alter“ kommenden Dienstag, 9. April 2019, in den „Schützengarten“ herzlich ein.

Essen und Trinken sind nicht nur auf Sättigung gerichtet, sondern auf den ganzen Menschen – seinem Bedürfnis nach Befriedigung, nach Lust, „Sattheit“ und Freude. Das Thema Nahrungsverweigerung wird sehr vielschichtig und kontrovers behandelt. Auf der einen Seite sind die Betroffenen, auf der anderen Seite jene, die das Beste für sie wollen.

Nahrungsverweigerung im Alter

„In erster Linie muss eruiert werden, welchen Grund der Mensch hat, die Nahrung zu verweigern. In welcher Lebenssituation befindet sich der Mensch, der die Nahrung verweigert? Was geschieht, wenn der Mensch aufgrund seiner Abhängigkeit seine Nahrungsgewohnheiten nicht mehr bestimmen kann? Konkret bedeutet dies, er muss das essen, was ihm zu den vorgegebenen Zeiten vorgesetzt wird. Die Problematik ist auch deshalb sehr schwierig, weil Nahrungsverweigerung unweigerlich mit dem Thema „Tod“ zu tun hat. Damit kommen unwillkürlich Schuldgefühle auf. Im Laufe einer fortschreitender Nahrungsverweigerung kommt es zur berechtigten Fragestellung: PEG Sonde Ja oder Nein?“, umreißt Brigitte Schreiber ihr Vortragsthema.

Herausforderung für Angehörige

Ob Körperhygiene, An- und Auskleiden oder Positionswechsel: Die aktive Mitwirkung des Pflegebedürftigen erleichtert in fast allen Teilbereichen die häusliche Pflege. Mit etwas mehr Aufwand, ohne Unterstützung durch den Pflegebedürftigen, ist die Durchführung der pflegerischen Maßnahmen aber prinzipiell möglich. Ein zentraler Bereich bildet hier eine Ausnahme: Die Nahrungsaufnahme ist gegen den Willen des Betroffenen schlechterdings nicht zu bewerkstelligen.

Wie kann man sich richtig verhalten?

Für Angehörige bedeutet die Nahrungsverweigerung deshalb meist ein großes Dilemma. Man will nichts unversucht lassen, den geliebten Menschen am Leben zu erhalten. Will nicht, dass er leiden muss. Fürchtet das schlechte Gewissen darüber, nicht alles Mögliche getan zu haben. Im Vortrag erörtert die Referentin, wie Angehörige und betreuende Personen mit der Problematik umgehen können und wird gerne auf Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingehen. Brigitte Schreiber spricht aus langjähriger Erfahrung als Ernährungsberaterin und Pflegefachfrau.

Sensible Themen im Gespräch

Der Vortrag findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Pflege im Gespräch“ statt. Neben sehr offenen Themen von allgemeinem Interesse ist es uns ebenfalls wichtig existenzielle Lebensthemen aufzugreifen. So soll auch dieser Vortrag Aufklärung in einer äußerst sensiblen Materie bieten, da sich die meisten Leute oft viel zu spät mit all den drängenden Fragen rund um das Lebensende auseinander setzen. Organisiert wird der Vortag von der Marktgemeinde Lustenau, dem Krankenpflegeverein, dem Mobilen Hilfsdienst und der Sozialdienste Lustenau in Zusammenarbeit mit connexia.

„Satt vom Leben – Nahrungsverweigerung im Alter“

Termin: Dienstag, 9. April 2019, 18.30 Uhr
Referentin: Brigitte Schreiber | Pflegefachfrau MScN, Ernährungsberaterin
Veranstaltungsort: Im Schützengarten, Lustenaus Treffpunkt für Soziales und Gesundheit, Schützengartenstraße 8
Abendkassa: 5 Euro