Rhesi offiziell eingereicht 21. Mai 2026
15 Jahre Planung, umfangreichste Vorarbeiten, insgesamt 23.068 Seiten Projektunterlagen, Europas größtes Renaturierungsprojekt, zwei Länder vereint im Hochwasserschutz für 300.000 Menschen am Rhein: Am 20. Mai wurde das Projekt Rhesi formell zur Genehmigung eingereicht.
© IRR, Eva Rauch
Landeshauptmann Markus Wallner, die Regierungsrätin vom Kanton St. Gallen, Susanne Hartmann, und Markus Mähr, Rhesi-Projektleiter und Interims-Geschäftsführer der IRR, haben mit der Einreichung am 20. Mai den bislang wichtigsten Meilenstein von Rhesi gesetzt. In Rhein-Schauen wurden die Eckdaten des Projekts vorgestellt.
Grenzüberschreitendes Generationenprojekt
Mit einem unspektakulären Mouse-Klick auf „Senden“ übergab Markus Mähr, Rhesi-Projektleiter und interimistischer Geschäftsführer der Internationalen Rheinregulierung, das 23.068 Seiten, 763 Einlagen und 500 m² Pläne umfassende Rhesi-Dossier an die Behörden im Kanton St. Gallen und im Land Vorarlberg. „Hinter diesen Daten stecken jahrelange Verhandlungen, Untersuchungen und Abklärungen. Es ist ein historischer Moment für die Internationale Rheinregulierung, das Projekt nun in die Hände der Genehmigungsbehörde zu geben“, so Markus Mähr bei der Pressekonferenz. In Österreich startet damit das Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren (UVP). In der Schweiz wurden die Unterlagen zur (umfassenden) Vorprüfung eingereicht, was den Weg für die spätere öffentliche Auflage ebnet.
© Visualisierung IRR
Sicherheit für 300.000 Menschen im Rheintal
Im Mai 2024 gab es mit der Unterzeichnung des Staatsvertrags gemeinsam mit der Schweiz den offiziellen Startschuss für das Jahrhundert-Projekt – im Übrigen nicht nur eines der größten Hochwasserschutzprojekte der beiden Staaten, sondern zugleich auch das größte Renaturierungsprojekt Europas. „Zuvorderst steht der Schutz der Bevölkerung und der Infrastruktur im Rheintal. Wie notwendig die Erhöhung des Hochwasserschutzes ist, führt der Klimawandel immer öfter vor Augen. Ein 300-jährliches Hochwasser im Rheintal würde 300.000 Menschen gefährden und bis zu 14 Mrd. Euro an Schaden verursachen,“ unterstreichen Landeshauptmann Markus Wallner und Susanne Hartmann, die Regierungsrätin von St. Gallen. „Rhesi ist nicht nur ein Hochwasserschutzprojekt, sondern eine Investition in die Zukunft unseres Lebensraums. Unsere Vorgänger haben vor über 100 Jahren mit der grenzüberschreitenden Rheinregulierung den Grundstein für das Bevölkerungs- und Wirtschafswachstum im Rheintal gelegt. Ein Hochwasser macht nicht Halt vor der Staatsgrenze, deshalb ist die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, auch wenn sie behördentechnisch komplex ist, nötig und bewährt.“
Unterschiedliche Wege – gemeinsames Ziel
Da der Weg zur Genehmigung in beiden Ländern unterschiedlich verläuft, wurde so geplant, dass die öffentlichen Teile der Verfahren – die Verhandlung in Österreich und die öffentliche Auflage in der Schweiz – zeitlich koordiniert stattfinden. In Österreich kommt das UVP-Verfahren zum Zug, während im Kanton St. Gallen mit dem «Rhesi-Gesetz» ein Novum angewendet wird: Alle kantonalen und kommunalen Verfahren werden gebündelt. Die Zusammenarbeit mit den Gemeinden sowie mit den regionalen Wasserversorgern ist eng. Bürgermeister Patrick Wiedl unterstreicht das: „Wir haben den Bau unserer neuer Trinkwasserbrunnen Lustenau frühzeitig mit dem Hochwasserschutzprojekt abgestimmt, damit die Versorgungssicherheit auch während der einzelnen Bauphasen und darüber hinaus langfristig gewährleistet bleibt. Für uns Lustenauerinnen und Lustenauer bedeutet Rhesi eine wichtige Basis für eine sichere Zukunft am Rhein.“
Rhesi geht jetzt mit einer mobilen Ausstellung auf Informationstour in den Rheingemeinden: In Lustenau wird der Info-Bauwagen am 26. und 27. September Halt machen, beim Markt und Spielefest und Stundenlauf.