Richtiges Parken zeigt positive Wirkungen: Parkraummanagement beschlossen 20. Dezember 2017

Den vorhandenen Parkraum optimal nutzen, Aufenthaltsqualität verbessern und die bewusste Mobilität fördern: Dazu hat sich die Lustenauer Gemeindevertretung in ihrer letzten Sitzung am 14. Dezember mehrheitlich bekannt und Leitlinien für die Umsetzung eines mit den sechs Plan b- Gemeinden abgestimmten Parkraummanagements beschlossen. Der Start erfolgt nach einer Informationskampagne und baulichen Vorbereitungen im Mai 2018.

Parkraummanagement Kurzparkzone Eckpunkte für das überörtliche Parkraummanagement: Klarheit beim Parken, kostenfreie Kurzparkzonen in Zentrum, Parkgebühren dort, wo Parkplätze besonders knapp sind.

Wer kennt das nicht? Parkplätze sind oft schwer zu finden, nicht attraktiv oder in bester Lage von Dauerparkern besetzt. Fahrzeuge blockieren Gehsteige oder Feuerwehrzufahrten, stören privates Eigentum oder behindern Fußgänger und den Verkehr. Auch bei Betrieben, Wohnungen, Haltestellen oder Freizeiteinrichtungen werden Parkplätze immer knapper, die Nachfrage danach steigt. Nicht umsonst ist auch in Vorarlberg das Management – nicht zwingend die Bewirtschaftung – von Parkplätzen als wichtige Mobilitätsmaßnahme seit zehn Jahren ein Thema. Während in Vorarlbergs Städten Leitsysteme, Parkgebühren und Kontrolle selbstverständlich sind, gibt es ist in etlichen Gemeinden noch kein professionelles Parkraummanagement.

Parkraummanagement als Schlüssel zu bewusster Mobilität

In Lustenau und den sechs Plan b-Gemeinden soll sich das nun ändern. Ein aktives Parkraummanagement erhöht die Verkehrssicherheit und sorgt dafür, dass öffentlicher Parkraum effizienter genutzt, der Autoverkehr besser gelenkt und in Richtung öffentlicher Verkehr, Radfahren oder zu Fuß gehen verlagert wird.

Fahrradparade, Parkraummanagement Von dem gemeinsam abgestimmten Parkraummanagement erwarten sich Lustenau und die sechs plan b-Gemeinden zahlreiche positive Effekte auf die Ortszentren und die bewusste Mobilität. (Foto Dietmar Mathis)

Überörtliche Gesamtbetrachtung von 7 Kommunen

Über ein Jahr lang haben sich die Stadt- und GemeindevertreterInnen von Bregenz, Hard, Kennelbach, Lauterach, Lustenau, Schwarzach und Wolfurt intensiv mit dem Parkraummanagement auseinandergesetzt. Das Ergebnis ist ein regional getragener und auf die lokalen Gegebenheiten abgestimmter Rahmen für den Umgang mit Parkflächen im öffentlichen Raum.

Die Leitlinien sind mit den lokalen und regionalen Wirtschaftsorganisationen akkordiert und von den politischen Gremien beschlossen worden. Die wichtigsten Eckpunkte sind klar markierte und gut beschilderte Parkplätze, kostenfreie Kurzparkzonen in Ortszentren, Parkgebühren an Orten, wo Parkplätze knapp sind oder es gute Alternativen zum Auto gibt.

Über die Gemeindegrenzen denken

„Das gemeinsame Parkraummanagement ist ein Meilenstein in der überregionalen Zusammenarbeit und eine wichtige Push- & Pull Maßnahme aus „Mobil im Rheintal. Dass es den sieben Gemeinden gemeinsam geglückt ist, eine oft emotional geführte Debatte auf eine sachorientierte Ebene zu lenken und eine machbare Lösung für den Umgang mit öffentlichem Parkraum zu finden, ist beispielhaft. Ich bin überzeugt, dass auch die Bevölkerung, die umfassend über die Parkraum-Lösungen informiert wird, den Beschluss der Gemeindevertretung mitträgt", bekräftigte Bürgermeister Kurt Fischer bei der gemeinsamen Pressekonferenz am 20. Dezember. "Alle Erfahrungen aus anderen Städten und die Erkenntnis zahlreicher Untersuchungen zeigen: Ein effizientes Parkraummanagement kann unser Mobilitätsverhalten positiv beeinflussen und für mehr Verkehrssicherheit sorgen. Gleichzeitig profitieren die Geschäfte, die Nahversorgung wird gestärkt und unsere Lebensqualität verbessert." 

Pressekonferenz Parkraummanagement Die Bürgermeister und Vertreterinnen und Vertreter der Plan b-Gemeinden und aus Lustenau präsentieren das gemeinsam ausgearbeitete Parkraummanagement.

"Das gemeinsame Parkraummanagement ist ein Meilenstein in der überregionalen Zusammenarbeit und eine wichtige Push- & Pull Maßnahme aus Mobil im Rheintal. Alle Erfahrungen aus anderen Städten und die Erkenntnis zahlreicher Untersuchungen zeigen: Ein effizientes Parkraummanagement kann unser Mobilitätsverhalten positiv beeinflussen und für mehr Verkehrssicherheit sorgen. Gleichzeitig profitieren die Geschäfte, die Nahversorgung wird gestärkt und unsere Lebensqualität verbessert."

- Bürgermeister Kurt Fischer

Knappe Parkplätze besser verfügbar machen

In Lustenau bleibt der Kern des Parkraummanagements die Kurzparkzone im Zentrum, erklärt Gemeindeplaner Bernhard Kathrein: „Es geht darum, das Dauerparken auf öffentlichen Parkplätzen, das bislang wertvolle Flächen beanspruchte, zu managen.“ Mehr Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität, freies Parken für Kunden und Gäste und gestärkte Geschäfte sind das Ziel. „Dafür werden werktags öffentliche Parkplätze in Ortszentren zur 90 Minuten-Gratis-Kurzparkzone.“

Hotspots bei Gemeindesälen und Freizeiteinrichtungen

So genannte Hotspots werden künftig in allen Gemeinden moderat bewirtschaftet. Ab der 91. Minute wird hier eine geringe Parkgebühr fällig. „Parkgebühren werden gezielt dort eingesetzt, wo Parkplätze knapp sind oder eine Lenkungswirkung und ein Kostenbeitrag sinnvoll sind“, erklärt Bernhard Kathrein. „Etwa am Kiesparkplatz beim Reichshofsaal, bei der Rheinhalle und Parkbad sowie am Alten Rhein.“ In solchen Bereichen mit hohem Parkdruck habe man sich an den Nachbargemeinden orientiert, wo eine Parkraumbewirtschaftung seit Jahren auf breite Akzeptanz stoße. Auch in Lustenau und den sechs plan b-Gemeinde erwarte man sich positive Reaktionen auf die gemeinsame Mobilitätslösung, wie Bürgermeister Kurt Fischer ergänzt: „Die moderate Parkraumbewirtschaftung am Alten Rhein wird auch von der Ortsgemeinde Widnau, die hier Grundbesitzerin ist, unterstützt.“

Zweckgebundener Finanzierungsbeitrag

Parkraummanagement in der Form, wie die sieben Gemeinden es erarbeitet haben, ist zwar nicht auf Einnahmen für das allgemeine Gemeindebudget ausgelegt, kann aber einen Beitrag zur Mitfinanzierung leisten und damit mehr Kostenwahrheit schaffen. „Was wir nicht wollen, ist eine Querfinanzierung von Gemeindeausgaben, im Gegenteil: Mit den Einnahmen werden zweckgebunden nachhaltige Mobilitätsangebote finanziert“, unterstreicht der Bürgermeister.

Vorbildwirkung der Gemeinden wahrnehmen

Im Sinne der Vorbildwirkung der öffentlichen Hand und der Gleichbehandlung gelten diese Prinzipien für alle Parkplätze im Gemeindebesitz. Also auch für jene, die von Mitarbeitenden der Gemeinde oder Lehrpersonen verwendet werden. Dem Beispiel der Stadt Dornbirn folgend, werden für öffentliche Bedienstete künftig auch Ecopoints-Parkplätze angeboten. Über dieses ausgeklügelte System bezahlen Dauerparker nur dann, wenn sie tatsächlich einen Parkplatz benützen. Zusätzlich gibt es ein Anreizmodell für die Nutzung von Fuß, Rad, ÖV und Fahrgemeinschaften.

Gemeinsames Anliegen: Funktionierende, zukunftsfähige Mobilitätslösungen

Auch in Raumplanung und Gemeindeentwicklung legen die Gemeinden viel Wert auf Lebens- und Aufenthaltsqualität – zugunsten von Bewohnern, Mitarbeitern, Kunden und Gästen. „Den mitwirkenden Akteuren war das gemeinsam abgestimmte Parkraummanagement ein zentrales Anliegen“, spricht Gemeindeplaner Bernhard Kathrein von einer vorbildlichen Umsetzung. „Statt untereinander in Wettbewerb zu treten, wird der gemeinsame Wirtschafts- und Lebensraum gestärkt. Was wir brauchen, sind funktionierende und insgesamt attraktive Mobilitätslösungen. Lange Parkplatzsuche, zugeparkte Gehsteige oder Ärgernisse passen da nicht wirklich dazu“, fassen die Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinden ihre Erfahrungen zusammen.