Spektakulärer „Kesselhub“ für Lustenaus Biomasse-Heizwerk 4. März 2026

Die Kelag Energie & Wärme setzte den nächsten entscheidenden Schritt für Lustenaus nachhaltige Wärmeversorgung: Letzte Woche wurde der 30 Tonnen schwere Biomassekessel mit einem Spezialkran in das neue Biomasse-Heizwerk am Glaserweg eingehoben. Ein technisches Schauspiel – und zugleich ein Meilenstein für dieses Bauprojekt.

01 20260226_Kelag Energie & Wärme_Einhub Heizkessel Lustenau 3 Mit der „Kesseleinhebung“ letzte Woche in das neu entstehende Heizwerk am Glaserweg wurde ein weiterer wichtiger Meilenstein im Projekt Fernwärme für Lustenau erreicht.

Wenn 30 Tonnen durch die Luft schweben, ist das mehr als ein Kraftakt – es ist der Übergang von Planung zur greifbaren Realität. Zwischen 8 Uhr und 9.30 Uhr bewegte sich der tonnenschwere Koloss langsam und präzise an seinen Bestimmungsort. Bei dieser spektakulären Hebearbeit passte jeder Handgriff. Zentimeterarbeit, koordiniert von erfahrenen Spezialisten und ein Moment, in dem sich moderne Technik und nachhaltige Vision trafen.

Das Herzstück der Anlage

02_O1A1161 Zentimetergenaue Präzisionsarbeit war gefragt.

Projektleiter Wolfgang Gutjahr erklärte vor Ort die zentrale Bedeutung dieses Tages: „Im Inneren des Ofens lodern künftig Flammen mit bis zu 1.000 Grad Celsius. Diese enorme Hitze wird effizient auf das Wasser übertragen. Insgesamt zirkulieren im Fernwärmesystem dann rund 450 Kubikmeter Wasser, die auf etwa 80 bis 85 Grad aufgeheizt werden und Lustenaus Haushalte sowie Betriebe zuverlässig mit Wärme versorgen“, veranschaulicht Projektleiter Gutjahr die Dimensionen der Anlage. Zusätzlich zum Biomassekessel wird eine Rauchgaskondensation installiert, kombiniert mit einer Hochtemperatur-Wärmepumpe, um auch die Wärme der Abgase nutzen zu können.

Nachhaltig heizen – im Winter mit Holz, im Sommer mit Wärmepumpe

04_MG_8565 Wenn 30 Tonnen durch die Luft schweben, erfordet das auch höchste Konzentration der Kranführer.

Im Winter setzt das Heizwerk auf regionale Biomasse, die das Lustenauer Unternehmen Rauch LFL liefert. Rauch wird zudem das Heizwerk betreiben. „Die Zuführung der Biomasse in die Anlage erfolgt manuell, alles andere funktioniert dann vollautomatisch“, erklärt Gutjahr. Nachhaltigkeit steht dabei im Mittelpunkt: Verwertet wird schadhaftes oder nicht weiter nutzbares Holz – ein wichtiger Beitrag zur regionalen Kreislaufwirtschaft. Im Sommer hingegen soll die Wärmeversorgung über ein modernes Wärmepumpensystem erfolgen. Damit wird die Anlage ganzjährig effizient und flexibel betrieben – angepasst an Jahreszeit und Bedarf. Als Ausfallreserve wird ein Heizölkessel installiert, um die Kundinnen und Kunden sicher mit Wärme versorgen zu können.
 

Startschuss im Spätsommer

Noch ist vom neuen Heizwerk nicht viel zu sehen. „Im Finalzustand wird die Halle aber sehr voll sein“, versichert der Projektleiter. Dem folgt ein ambitionierter, aber klarer Zeitplan „Wir wollen Anfang August in den Probebetrieb gehen“, so Gutjahr. Zuvor beginnt das sogenannte Ausheizen des Kessels. Der Schamott im Inneren des Kessels – vergleichbar mit dem Innenleben eines großen Kachelofens – muss sorgfältig getrocknet werden. Dieser Prozess dauert etwa eine Woche. Anschließend wird die Anlage Schritt für Schritt in Betrieb genommen. „Sukzessive nehmen wir dann Anlagenteil für Anlagenteil dazu, sodass wir Anfang September mit der Wärmeversorgung beginnen können.“ 

03_O1A0916 Sichtlich erfreut über den Projektfortschritt: Architekt Clemens Huber, Christian Schwaiger (Regionaler Vertriebsleiter Kelag Energie & Wärme), Wolfgang Gutjahr (Projektleiter Kelag Energie & Wärme), Energiegemeinderat Simon Vetter, Wirtschaftsgemeinderat Simon Ender, Bürgermeister Patrick Wiedl, Energiekoordinator Markus Engel, Kurt Rauch (Rauch LFL), Markus Felbbacher, Jürgen Hollenstein (KEW-Vorarlberg) und Johannes Hämmerle (Heizungswart Rauch LFL)