„Üsr Blättli“: Blick hinter die Kulissen 16. April 2026
Für viele Lustenauerinnen und Lustenauer ist es eine freudig erwartete wöchentliche Post, die ein Stück Gemeindeleben nach Hause bringt und die Woche im Alltag begleitet: das Lustenauer Gemeindeblatt. Bis das „Blättli“ am Freitagmorgen in den Briefkästen liegt, durchläuft jede Ausgabe zahlreiche Hände, präzise Abläufe und modernste Technik.
Schon seit 1883 erscheint das Lustenauer Gemeindeblatt wöchentlich und seit mittlerweile sechs Jahren trägt das Traditionsblatt ein modernes Kleid: durchgängig in Farbe gedruckt und im lesefreundlichen Layout mit Magazincharakter.
Das Team der Öffentlichkeitsarbeit hat mit Bürgermeister Patrick Wiedl die Vorarlberger Verlagsanstalt (VVA) in Dornbirn besucht, wo das Gemeindeblatt gedruckt wird. Geschäftsführer Karl-Heinz und die Söhne Adrian und Aurel Milz führten durch ihren Betrieb, der 2023 mit der Buchdruckerei Lustenau fusionierte. „Der Einblick machte deutlich, wie viel Präzision, Planung und technische Kompetenz hinter jeder einzelnen Ausgabe steckt“, zeigt sich der Bürgermeister beim Rundgang beeindruckt.
Jede Woche aktuell
Die Inhalte werden vom Team der Öffentlichkeitsarbeit im Rathaus erarbeitet. Beiträge werden recherchiert, geschrieben und redaktionell aufbereitet. Parallel dazu laufen geschäftliche Inserate, Vereinsnachrichten, Veranstaltungstipps, Rätselseiten, kirchliche Nachrichten, Kleinanzeigen, Rathausinformationen und andere Verlautbarungen ein. Eine zentrale Rolle übernimmt Druckvorstufentechniker Christian Erne, der das wöchentliche Gemeindeblatt in der VVA layoutet und jede Ausgabe Seite für Seite setzt. Nach den Korrekturschleifen, wenn Inhalt und Form stimmen, wird die Ausgabe mit dem finalen „Gut zum Druck“ freigegeben.
Präzision und Hightech beim Offsetdruck
Nun werden die fertigen Daten in der Druckvorstufe digital aufbereitet und direkt auf die Druckplatten übertragen – die Grundlage für präzisen Offsetdruck. Die Belichtung erfolgt direkt, chemiefrei und umweltfreundlich auf hochmodernen Anlagen. Farben werden exakt eingestellt, Register und Passgenauigkeit kontrolliert. Die VVA arbeitet dabei mit modernen Computer-to-Plate-Systemen, die eine exakte Farbwiedergabe und feinste Druckqualität ermöglichen. Herzstück der Produktion ist die 10-Farben-Bogenoffsetmaschine „Heidelberg XL Speedmaster“. Sie verarbeitet große Papierbögen mit höchster Genauigkeit und enormer Geschwindigkeit, bis zu 18.000 Bogen pro Stunde. Damit lässt sich die gesamte Gemeindeblatt-Auflage in drei Stunden drucken.
Das Papier wird in großen Mengen besorgt und unter konstanten klimatischen Bedingungen gelagert. Temperatur und Luftfeuchtigkeit müssen exakt stimmen, damit sich die Bögen beim Druck nicht verziehen und die Farben gleichmäßig haften bleiben.
Der Rundgang durch die Produktion zeigt, wie stark die Abläufe heute automatisiert sind. „Doch ohne unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter läuft trotzdem nichts“, erklärt Karl-Heinz Milz. „Materialflüsse, Aufträge und Maschinen sind digital vernetzt, viele Prozesse laufen weitgehend selbstständig. Neben Industrierobotern kommen zunehmend kollaborative Systeme zum Einsatz. Diese sogenannten Cobots arbeiten direkt mit den Mitarbeitenden zusammen, übernehmen monotone oder körperlich belastende Tätigkeiten und sorgen für einen gleichmäßigen Produktionsfluss.“
Endfertigung mit Handarbeit
Die bedruckten Bögen durchlaufen anschließend mehrere Verarbeitungsschritte: schneiden, falzen, heften und bündeln und Beilagen einlegen. Am Ende werden die fertigen Gemeindeblätter für den Versand zu den Abonnenten und Geschäften in Lustenau und der Region vorbereitet. Auch etliche Exil-Lustenauer auf der ganzen Welt freuen sich auf die wöchentliche Post aus der Heimat.
„Die ganze Produktion folgt einem exakt getakteten Ablauf, denn auch die Gemeindeblätter Dornbirn und Hohenems werden zeitgleich mit dem Lustenauer Gemeindeblatt in der VVA in einem festgelegten Zeitfenster gedruckt, damit alle rechtzeitig am Freitagmorgen in den Briefkästen liegen“, erklärt das Team der Öffentlichkeitsarbeit und wünscht allen Leserinnen und Lesern viel Freude und Unterhaltung mit dem Blättli.