„Üsri Füürweyr“ blickt auf stattliche Leistungsbilanz zurück 12. März 2026
Mit eindrucksvollen Zahlen, bewegenden Einsatzberichten und großem Dank für tausende freiwillige Stunden blickte Lustenaus Feuerwehr letzte Woche bei ihrer 142. Jahreshauptversammlung auf ein intensives Jahr zurück. Kommandant Jürgen Hämmerle eröffnete den Abend dementsprechend mit einer klaren Botschaft: „Wir haben im vergangenen Jahr wieder eindrucksvoll gezeigt, was Kameradschaft, Professionalität und Verlässlichkeit bedeuten.“
© Gerhard Pliessnig
Ein Jahr das zeigte, was Feuerwehr bedeutet
Mit 1.294 Terminen und über 30.000 dokumentierten Stunden war 2025 eines der intensivsten Jahre der jüngeren Vergangenheit. Insgesamt rückten die Einsatzkräfte 221 Mal aus, zu 85 Brandeinsätzen, 129 technischen Einsätzen sowie sieben Nachbarschaftshilfen. Mehr als 6.000 Stunden verbrachten die Feuerwehrmitglieder im direkten Einsatzdienst. Bei Verkehrsunfällen, Türöffnungen oder anderen Notlagen konnten 29 Personen aus gefährlichen Situationen gerettet werden. „Leider kam für vier Menschen unsere Hilfe zu spät“, bedauerte Kommandant Hämmerle.
Zwischen Großbrand und kuriosen Einsätzen
© Feuerwehr Lustenau
Besonders in Erinnerung bleibt unter anderem ein Großbrand in der Radetzkystraße im August. Beim Eintreffen der Feuerwehr stand der Dachstuhl bereits in Vollbrand. Mehrere Wehren aus der Region sowie Polizei und Rotes Kreuz standen im Großeinsatz. „Zu Beginn hatten wir die Meldung, dass sich noch 31 Personen im Gebäude befinden könnten“, schilderte der Kommandant. Glücklicherweise bestätigte sich diese Befürchtung nicht. Neben dramatischen Einsätzen gab es auch ungewöhnliche Alarmierungen. Ein Eichhörnchen auf der Rheinbrücke zum Beispiel oder zwei Kinder, die auf eine rund zehn Meter hohe Tanne geklettert waren und nicht mehr herunterkamen. „Unser Einsatzleiter ist kurzerhand selbst hinaufgeklettert, um die beiden zu sichern. Die drei hatten dann aber sogar noch Zeit, gemeinsam die Aussicht zu genießen“, berichtete Hämmerle schmunzelnd.
Ausbildung als Schlüssel für den Ernstfall
© Feuerwehr Lustenau
Die Feuerwehr Lustenau zählt derzeit 173 Mitglieder – darunter 31 Frauen, deutlich mehr als der österreichweite Durchschnitt. Wie wichtig kontinuierliche Ausbildung ist, machte Kommandant-Stellvertreter und Ausbildungsleiter Pascal Fitz deutlich. Besonders die Indienststellung des neuen schweren Rüstfahrzeugs (SRF) brachte viele neue Anforderungen mit sich. „Mit der Ankunft des Fahrzeugs startete eine intensive Einschulungsphase“, erklärte Fitz. „Fahrzeugkunde, Gerätekunde und zahlreiche Praxiseinheiten waren notwendig, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt.“
Auch künftig werde Ausbildung eine zentrale Rolle spielen. Neben Übungen im Feuerwehrhaus trainieren die Einsatzkräfte regelmäßig bei Betrieben oder bei realistischen Szenarien, etwa einem nachgestellten Verkehrsunfall.
Feuerwehrjugend wächst weiter
Besonders erfreulich entwickelte sich im vergangenen Jahr auch die Feuerwehrjugend, berichtete Jugendleiter Tim Ritter. Gleich 13 neue Mitglieder konnten begrüßt werden. Damit zählt die Jugendgruppe aktuell 26 Mädchen und Burschen. Insgesamt investierten sie im vergangenen Jahr über 4.800 Stunden in Übungen, Bewerbe, Ausflüge und Veranstaltungen. „Ich bin stolz, mit so vielen motivierten Jugendlichen arbeiten zu dürfen“, sagte Ritter. „Eure Begeisterung für die Feuerwehr und der starke Zusammenhalt im Team sind beeindruckend.“ Neben zahlreichen Übungen nahmen die Jugendlichen auch erfolgreich an Bewerben teil – unter anderem bei den Bundesbewerben.
Bürgermeister erlebte Feuerwehr hautnah
Besonders persönliche Worte fand Bürgermeister Patrick Wiedl, der seit rund einem Jahr im Amt ist und schon sehr früh mit der Arbeit der Feuerwehr konfrontiert wurde. „Am fünften Arbeitstag wurde ich bereits zu meinem ersten Einsatz gerufen“, erzählte der Bürgermeister. „Man kann sich das von außen kaum vorstellen, aber wenn man einmal mittendrin steht, sieht man, mit welcher Professionalität und welchem Engagement hier gearbeitet wird.“ „Für euren Einsatz, eure Zeit und eure Bereitschaft, jederzeit für andere da zu sein, gebührt euch ein riesengroßes Dankeschön“, betonte der Bürgermeister abschließend seine Grußworte.
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Dank und Ehrungen zum Abschluss
Auch Bezirksfeuerwehrinspektor Martin Kisser und Vertreter weiterer Blaulichtorganisationen würdigten die Arbeit der Lustenauer Feuerwehr. Zu den Geehrten für ihre langjährige Tätigkeit und ihr Engagement zählten heuer Elisabeth Feistenauer und Lukas Huber für 25 Jahre Mitgliedschaft, Dietmar Hollenstein und Timo Kathrein für 40 Jahre Mitgliedschaft, Walter Bösch und Robert Zudrell für 50 Jahre Mitgliedschaft, Bernhard Schraven für 60 Jahre Mitgliedschaft und Anton Bösch für 70 Jahre Mitgliedschaft. Walter Grabher erhielt die Ehrenmitgliedschaft. Der große Applaus und Dank gebührt allen Mitgliedern der Feuerwehr Lustenau, die sich rund um die Uhr ehrenamtlich in den Dienst für unsere Sicherheit stellen.
Weitere Impressionen
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