Verein Agglomeration Rheintal fixiert Zusammenarbeit 28. November 2016
Am 17. November haben neun Rheingemeinden Vorarlbergs und die zwölf Gemeinden des St. Galler Rheintals, der Kanton St. Gallen und das Land Vorarlberg den Verein Agglomeration Rheintal unter Präsident Reto Friedauer gegründet. Auch Bürgermeister Kurt Fischer gehört dem Vorstand an. Vereinsziel ist es, die Zusammenarbeit in der räumlichen Entwicklung zu intensivieren.
Eine Agglomeration ist „eine aus mehreren, wechselseitig verflochtenen Gemeinden bestehende Konzentration von Siedlungen, die sich gegenüber ihrer Umgebung durch eine höhere Siedlungsdichte und einen höheren Siedlungsflächenanteil auszeichnet.“ Ein anderes Wort für Agglomeration ist Ballungsraum.
Langfristige Planungsinstrumente
In der Schweiz sind solche Agglomerationsprogramme wichtige Bestandteile und Planungsinstrumente der nachhaltigen Raumentwicklung. Sie umfassen Maßnahmen zur Lenkung und Abstimmung der Siedlungs-, Landschafts- und Verkehrsentwicklung. Ziel ist, in dieser Entwicklung über Gemeinde- und Kantonsgrenzen hinaus zusammenzuarbeiten. Die Gemeinden des Schweizer Rheintals wollten deshalb auch die Vorarlberger Rheingemeinden ins Boot holen. Agglomerationsprogramme sind eine wichtige Voraussetzung, um Finanzmittel des Bundes für Verkehrsprojekte zu bekommen.
Herausforderndes Gesamtkonzept
Ein Agglomerationsprogramm entwickelt ein Gesamtkonzept, das Siedlungsentwicklung und Verkehr unter Einbeziehung der Umwelt koordiniert. Es enthält Strategien und Maßnahmen zu deren Umsetzung. Dabei wird – beispielsweise in Verkehrsagenden – auch regionsübergreifend gedacht.
Auf beiden Rheinseiten zeigen sich gemeinsame raumplanerische Herausforderungen wie Zersiedelung, Landschaftsverbrauch oder Verkehrszunahme. Konkrete Beispiele für die Verkehrsprobleme sind die engen Pendlerverflechtungen, die Verkehrsprojekte S18-Nachfolge und die Netzstrategie für den Raum Diepoldsau, Hohenems, Altach, Mäder, Kriessern und die Erweiterung von Betriebsgebieten.
Frühere Ansätze
Bereits Ende 2011 wurde ein Agglomerationsprogramm in Bern eingereicht. Allerdings hatte dieses laut Experten keine ausreichende Wirkung und wurde abgelehnt. Die Maßnahmen waren zu wenig konkret und nicht grenzüberschreitend abgestimmt. Seit 2013 waren die Gemeinden beidseits des Rheins aktiv und haben in einem gemeinsamen Prozess eine Strategie erarbeitet, wie die grenzüberschreitende Planung durch gemeinsame Projekte verbessert werden kann. Zwei dieser Projekte – „Velotal“ und „Freiraumplanung“ befinden sich in der Umsetzungsphase und legten den Grundstein für den Beschluss, das Agglomerationsprogramm nochmal anzugehen. Ende 2020 soll das Programm in Bern eingereicht werden.
Mitglieder des Vereins Agglomeration Rheintal
- Österreich:
- Altach, Gaißau, Götzis, Höchst, Hohenems, Koblach, Lustenau, Mäder und Meiningen, Land Vorarlberg
- Schweiz:
- Altstätten, Au, Balgach, Berneck, Diepoldsau, Eichberg, Marbach, Oberriet, Rebstein, Rüthi, St. Margrethen und Widnau, Kanton St. Gallen