Wasserbauliche Modellversuche für Rhesi starten 14. März 2019

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Der Rhein auf Höhe Lustenau wurde im Maßstab 1:50 nachgebaut und am Mittwoch, den 13. März das erste Mal durch Landeshauptmann Markus Wallner und den St. Galler Regierungsrat Marc Mächler geflutet: Beeindruckend ist das europaweit größte Modell eines Flusses in der eigens dafür umgebauten ehemaligen Textilhalle in der Dornbirn. Auf der Länge von 100 Metern werden jetzt über ein Jahr lang Modellversuche durch die ETH Zürich und weitere Experten unternommen.

Zuerst werden am Rheinmodell im jetzigen Zustand die Hochwasserereignisse der letzten Jahre nachgestellt, ab Herbst wird das Modell so umgebaut, wie der Fluss nach dem Rhesi-Ausbau verlaufen wird. So wird von den Fachleuten in den Versuchen getestet, wie sich das Hochwasserschutz-Generationenprojekt bewährt.

Zusammenarbeit mit der ETH Zürich

Wallner_Mächler Landeshauptmann Markus Wallner und der St. Galler Regierungsrat Marc Mächler informierten über die wasserbaulichen Modellversuche vor Ort.

„Nach der Vorstellung des Generellen Projekts im September 2018 und mit dem Beginn dieser Modellversuche geht das so wichtige Hochwasserschutzprojekt Rhesi nun in großen Schritten auf dem Weg zur Genehmigung weiter“, unterstrichen Landeshauptmann Markus Wallner und der St. Galler Regierungsrat Marc Mächler die Bedeutung von Rhesi: „Die Hochwassersicherheit für die Bevölkerung am Rhein hat oberste Priorität.“ Die Versuche dienen der Optimierung des Projekts bzw. der Projektkosten und konzentrieren sich auf die beiden Projektabschnitte Widnau/Au/Lustenau bis Höchst – die sogenannte ’Engstelle’ – und in der zweiten Versuchsphase dann Oberriet bis Koblach mit der Frutzmündung. Der Aufbau und die wichtigen Versuchsreihen werden von der Versuchsanstalt für Wasserbau Hydrologie und Glaziologe der ETH Zürich (VAW) begleitet und durchgeführt.

Öffentlichkeit erstmals im Juni zum Tag der offenen Tür geladen

Flutung Europaweit größtes Flussmodell: Der Rhein wurde im Modell das erste Mal am Mittwoch, den 13. März geflutet.

Die Modellversuchshalle wird ab Juni auch für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Damit bekommen alle beteiligten Gemeinden, Akteure und vor allem die interessierte Bevölkerung die Möglichkeit, die Modellversuche für das Hochwasserschutzprojekt Rhesi zu besichtigen und hautnah mitzuerleben. Erste Einblicke gibt es am 15. Juni 2019, dann ist die Bevölkerung bei einem Tag der offenen Tür herzlich eingeladen, vor Ort mehr über das Hochwasserschutzprojekt zu erfahren.

Abflussverhalten und Veränderungen der Flusssohle überprüfen

markusmähr Rhesi-Projektleiter Markus Mähr zeigt, wie breit der Rhein nach dem Rhesi-Ausbau sein wird. Im Herbst wird das Modell auf den künftigen Flussverlauf umgebaut.

„Mit den Modellversuchen werden die im ‘Generellen Projekt’ berechneten positiven Veränderungen im Abflussverhalten und an der Flusssohle sowie die Belastungen der Uferböschung überprüft. Auch die Auswirkungen auf die Struktiren im Flussbett und der Geschiebehaushalt werden im Modell überprüft“, erklärt Rhesi-Projektleiter Dr. Markus Mähr. „Die Erkenntnisse aus den Versuchen fließen direkt in die nächste Planungsphase ein. Wir suchen dabei auch intensiv nach möglichen Kosteneinsparungen durch bauliche Optimierungen. Des Weiteren dienen die gewonnen Daten über die Versuchsphase hinaus als nützliches Werkzeug für die Internationale Rheinregulierung.“

Nächstes Jahr wird Frutzmündung modelliert

Visualisierung Auch die Fachhochschule Vorarlberg ist am Versuchsprojekt beteiligt: Es werden Visualisierungen für das Rheinvorland und die angrenzenden Wohngebiete erstellt.

In der zweiten Etappe nächstes Jahr wird die Frutzmündung modelliert, wo die größte Aufweitung des Rheins mit einer Breite bis zu 390 Metern entstehen soll Es ist dort von speziellem Interesse, die Auswirkungen auf die Strukturen im Flussbett und den Geschiebehaushalt im Modell zu überprüfen. Parallel zu den Modellversuchen in Dornbirn werden kleinere Modellversuche für Detailfragen an der VAW in Zürich und der Technischen Universität Wien durchgeführt.

Über das Hochwasserschutzprojekt Rhesi

Das Projekt Rhesi hat die Verbesserung des Hochwasserschutzes am unteren Alpenrhein zum Ziel. Die Abflusskapazität des Rheins soll über die gesamte Länge der Internationalen Strecke auf mindestens 4.300 m3/s erhöht und auf den Oberlauf abgestimmt werden. Das Projektgebiet erstreckt sich entlang des Rheins von der Illmündung bis zur Mündung in den Bodensee. Für die Erreichung dieses Ziels sind bauliche Maßnahmen notwendig, die den gesetzlichen Vorgaben Österreichs und der Schweiz entsprechen. Unter anderem umfasst dies die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung, ökologische Aufwertungen sowie den sparsamen Umgang mit den Ressourcen, wie Finanzmittel und Kulturland. Ein neuer Staatsvertrag zwischen Österreich und der Schweiz regelt das Rhesi-Projekt, die Aufteilung der Kosten und die Gewährleistung des Hochwasserschutzes für die 300.000 Menschen im Rheintal.

Die internationale Rheinregulierung IRR

Mit dem Staatsvertrag von 1892 zwischen Österreich und der Schweiz wurde die IRR gegründet. Ihre Aufgabe ist die Gewährleistung des Hochwasserschutzes auf der Rheinstrecke zwischen der Illmündung und dem Bodensee. Die Führung der IRR obliegt der Gemeinsamen Rheinkommission (GRK). Sie besteht aus je zwei Vertretern der Republik Österreich sowie der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

Wasserbauliche Modellversuche

 Rhesi Modellversuchshalle Dornbirn, Hochschulstraße 3
Hallengröße: rund 4.700 m²
Modell Länge / Breite: 100 bzw. ca. 10 Meter
Modellmaßstab: 1:50
Modellwasserkreislauf: 400 l/s
Modellversuche von Frühjahr 2019 bis Sommer 2022