Wasservögel bitte nicht füttern 20. August 2018

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Das Füttern von Wasservögeln birgt große Gefahren für die gefütterten Vögel selbst, für die Umwelt und auch für uns Menschen. Die gut gemeinten Futtergaben stellen einen massiven Eingriff in die Natur mit weitreichenden Konsequenzen dar.

Folgen für die Wasservögel

Wasservögel sind Wildtiere. Durch regelmäßige Futtergaben wird ihr natürlicher Trieb zur eigenen Nahrungssuche verringert. Die Gewöhnung an die Fütterung bewirkt auch, dass die Vögel ihre natürliche Scheu vor den Menschen abbauen. Dadurch sind sie einer Vielzahl zusätzlicher Risiken ausgesetzt. Das künstliche Futterangebot führt dazu, dass sich immer mehr Vögel an den Futterstellen einfinden. Dadurch steigt das Risiko, sich gegenseitig mit Krankheiten anzustecken (z.B. Vogelgrippe), Futterneid und Revierstreitigkeiten nehmen zu.

Jungvögel leiden am meisten

Für Jungvögel ist die Vermenschlichung ihrer Elterntiere dramatisch: Wenn ihnen die Altvögel die Futtersuche nicht beibringen, geraten die Jungvögel in Not. Wasservögel ernähren sich hauptsächlich von (Wasser-) Pflanzen und Kleintieren wie Muscheln, die in der Natur meist im Überfluss vorhanden sind. Das von den Menschen beigebrachte Futter - vorwiegend Getreide, Brot oder Speisereste - ist völlig ungeeignet für die Vögel. Gesalzene Speisen führen rasch zu chronischen Verdauungsproblemen, trockenes Brot quillt in den Mägen auf.

Folgen für die Umwelt

Nicht aufgenommene Futterreste und der ausgeschiedene Vogelkot verursachen Nährstoffanreicherung und Fäulnisprozesse im Wasser. Dadurch kommt es zu vermehrtem Algenwachstum und zu starkem Sauerstoffentzug: Wussten Sie, dass 1,5 kg Brot 100 m³ Wasser sauerstofffrei machen können?! Nahrungsreste locken Ratten, Mäuse und andere Kleintiere an, die in der Folge ebenso zur Verschmutzung der Uferzone und zur Ausbreitung von Krankheitserregern beitragen.

Folgen für uns Menschen

Große Mengen an Ausscheidungen ziehen einen höheren Gehalt an Krankheitserregern im Gewässer nach sich. Das Verschlucken von Wasser kann dann zu Durchfall und Brechreiz führen. Werden die gesetzlichen Grenzwerte bestimmter Fäkalkeime überschritten, muss ein Badeverbot erlassen werden. Mit dem Vogelkot gelangen auch die Eier von kleinen Saugwürmern ins Wasser. Die „Zerkarien“ genannten Larven brauchen normalerweise Wasservögel als Wirtstiere. Es können aber auch Menschen befallen werden. Die von diesen Larven ausgelöste Hautreizung („Badedermatitis“) ist zwar nicht gefährlich, kann aber sehr unangenehm sein.

Durch falsches, künstliches Futter wird den Vögeln mehr Schaden zugefügt, als ihnen geholfen wird! Beachten Sie bitte die „Hausordnung der Natur“ und lesen Sie die Besucherinformationen in unseren Naturgebieten, wie am Alten Rhein.

Alle Fachstellen des Landes Vorarlberg, Birdlife Vorarlberg und inatura – Erlebnis Naturschau Dornbirn raten dringend von einer Fütterung der Wasservögel ab. Fragen dazu jederzeit gerne an die inatura-Fachberatung unter +43 676 83306-4766 oder fachberatung@inatura.