Wenn der Garten erwacht: Rücksicht auf Igel und andere Gartenbewohner 11. März 2026

Mit den ersten warmen Frühlingstagen erwacht der Garten aus dem Winterschlaf. Beete werden vorbereitet, Hecken geschnitten und der Rasen gepflegt. Was für Menschen ein freudiger Start ins Gartenjahr ist, kann für Igel und andere Wildtiere jedoch zur Gefahr werden. Viele Tiere befinden sich noch in der Winterruhe oder haben in geschützten Gartenecken Quartier bezogen, um dort ihren Nachwuchs aufzuziehen. Frühzeitige und intensive Gartenarbeiten können daher ungewollt ihren Lebensraum zerstören.

Foto1_Igel Bei der Gartenpflege ist Vorsicht geboten, denn Igel verstecken sich gerne in Laubhaufen.
Foto2_Igel_Milbe Igel Isidor hat nach einem Milbenbefall seine Stacheln verloren und wird liebevoll aufgepäppelt.

„Im Sinne unseres Braunbrustigels und vieler weiterer Gartenbewohner lohnt es sich, mit größeren Aufräumarbeiten noch etwas zuzuwarten und bei allen Tätigkeiten besonders achtsam vorzugehen“, rät Sabine Simon vom Obst- und Gartenbauverein. Auch Sabine Matt von der Lustenauer Igelstation betont die Bedeutung naturnaher Gärten: „Gärten sind für Igel wichtige Lebensräume. Wenn sie naturnah gestaltet und rücksichtsvoll gepflegt werden, finden die Tiere Nahrung, Schutz und Platz für ihren Nachwuchs.“

Der Bestand des Braunbrustigels ist in Europa stark zurückgegangen; seit 2024 steht er auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. „Diese Entwicklung ist alarmierend, schon kleine Maßnahmen im eigenen Garten können helfen“, erklärt Sabine Simon.

Mähroboter nur tagsüber

Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv und genau dann unterwegs, wenn Mähroboter arbeiten. Bei Gefahr rollen sie sich ein, ein Schutzmechanismus, der sie in der Natur vor Fressfeinden schützt, gegenüber den scharfen Messern jedoch wirkungslos ist. Trotz moderner Sensoren kommt es immer wieder zu schweren Verletzungen. Deshalb sollten Mähroboter nur tagsüber eingesetzt werden. Auch bei Trimmer- oder Schneidearbeiten ist Aufmerksamkeit gefragt, denn Igel schlafen oft unter Hecken und Büschen, wo sie gut getarnt sind.

Rückzugsmöglichkeiten erhalten

Laubhaufen, Kompost oder Holzstapel dienen häufig als Schlafplatz oder Jungtieren als Unterschlupf und sollten deshalb nur vorsichtig umgesetzt werden. Kellerschächte, offene Rohre oder Pools können ohne Ausstiegshilfe zur Falle werden! Kleine Durchgänge in Zäunen erleichtern Igeln die Nahrungssuche, und eine flache Schale mit Wasser unterstützt sie und viele andere Gartenbewohner. „Wer Igel zusätzlich unterstützen möchte, kann in einem katzensicheren Futterhaus zucker- und getreidefreies Katzentrockenfutter oder getrocknete Insektenlarven anbieten“, erklärt Sabine Matt. Schnecken, Regenwürmer, pflanzliche Nahrung oder Vogelfutter sind hingegen ungeeignet und können den Tieren schaden.

Ein naturnaher, strukturreicher Garten ist nicht nur eine Augenweide, sondern auch ein wertvoller Lebensraum. Wenn viele mitmachen, können wir gemeinsam dazu beitragen, dass der Braunbrustigel in unserer Gemeinde heimisch bleibt.

- Sabine Simon und Sabine Matt