Wettbewerbssieger für Kindergarten-Erweiterung am Schlatt gekürt 17. Mai 2018

AusschnittSchlatt

Der Kindergarten Am Schlatt bekommt in gut zwei Jahren einen Erweiterungsbau, der das Angebot an Kindergartenplätzen verdoppeln wird. Wie das Gebäude künftig aussieht und genutzt werden soll, wurde in einem geladenen Realisierungswettbewerb entschieden. Die Einreichung von Architekt Bernardo Bader in Dornbirn hat die fachkundige Jury mit dem 1. Platz ausgezeichnet.

KIGA Am Schlatt Der Kindergarten Am Schlatt vom Schweizer Büro Burkhalter Sumi Architekten aus 1994 ist ein frühes Beispiel für innovative Holzbauweise in Lustenau.

Der Kindergarten Am Schlatt vom Schweizer Büro Burkhalter Sumi Architekten aus 1994 ist ein frühes Beispiel für innovative Holzbauweise in Lustenau. Bernardo Bader schreibt in seinem Entwurf den Bestand fort und antwortet mit einem neuen Baukörper, der durchgehend als konstruktiver, eingeschossiger Holzbau gedacht ist. Zu den drei jetzigen Kindergartengruppen kommen mit der Erweiterung drei Gruppen dazu, auch eine Ganztagsbetreuung wird angeboten, um den unterschiedlichen Bedürfnissen von Familien auch künftig gerecht zu werden.

Überschaubare Welt mit Beziehung zur Natur

"Der Kindergarten bietet den Kindern eine überschaubare Welt mit einer intensiven Beziehung zum Außenraum und zur Natur. Das Herz jeder Gruppe bildet ein Außenzimmer, um das sich der Gruppenraum und Ausweichraum arrangieren", beschreibt Architekt Bernardo Bader seinen Entwurf. Der zentrale Innenhof – ein zusätzliches Wohn- und Spielzimmer der Kinder – ist jeder Gruppe individuell zugeordnet und bildet den Übergang zum Garten. „Sichtbare Balkenlagen und Massivholzbretter verleihen den neuen Räumen einen robusten und atelierartigen Charakter. Raumbeschaffungen dieser Güte animieren die Kinder zum selbständigen Werken und Begreifen“, erläutert der Architekt.

"Der Kindergarten bietet den Kindern eine überschaubare Welt mit einer intensiven Beziehung zum Außenraum und zur Natur."

- Architekt Bernardo Bader

Überzeugender Entwurf von Bernardo Bader

Siegerprojekt Jurierung Die 9-köpfige Jury aus Architekten, PolitikerInnen und Planern präsentiert gemeinsam mit den BeraterInnen das Siegerprojekt von Bernardo Bader.
Ein Entwurf, der auch die Jury überzeugte. Unter den sieben anonym eingereichten Arbeiten wurde das Projekt von Bernardo Bader in vier Wertungsdurchgängen als Sieger gekürt. Die Anordnung des Gruppenraums und Außenraum um das gemeinsame Außenzimmer schaffe eine individuelle Stimmung für jede Gruppe, könne unterschiedlich bespielt werden und bilde eine wertvolle Ergänzung zu den bestehenden drei Einheiten, so die Jury in ihrer Begründung. „Ohne sich dem bestehenden Gebäude anzubiedern, übernehmen die Verfasser gewisse architektonische Elemente, wie das liegende Fenster und entwickeln diese auf spielerische Art und Weise weiter. Zusammen mit dem feingliedrigen Baukörper wird Bestehendes und Neues in ein neues Ganzes überführt. In diesem Sinne ist die Wahl des konstruktiven Holzbaus als Bausystem folgerichtig.“

Baubeginn im Sommer 2019

Die Jury unter dem Vorsitz von Architekt Erich Steinmayr setzte sich aus vier Architekten, die als Fachpreisrichter fungierten, drei PolitikerInnen und einem Planer als Sachpreisrichter sowie weiteren Beraterinnen und Beratern aus der Verwaltung ohne Stimmrecht zusammen. Das Büro ist nun aufgefordert, seine Entwürfe zu konkretisieren. In der Gemeindevertretungssitzung vom 27. Juni soll die Umsetzung beschlossen werden, im Juli wird das Planungsteam zusammengestellt. Der Erweiterungsbau soll 2019 starten und ein Jahr später zum Kindergartenbeginn im September 2020 fertig werden.

Anspruchsvolles Projekt auf den Weg bringen

KIGA Am Schlatt_Präsentation Bei der Präsentation des Siegerprojekts von Architekt Bernardo Bader

Bürgermeister Kurt Fischer, Bildungsgemeinderätin Doris Dobros und Hochbaureferent Walter Natter, die als Sachpreisrichter an der Auswahl teilnahmen, sind überzeugt von den Chancen, die ein solcher Architekturwettbewerb bietet: "Wettbewerbe sind ein wertvolles Instrument zur Entscheidungsfindung und eröffnen uns ein Spektrum an städtebaulichen und architektonischen Lösungen. Wir haben in Architekt Bernardo Bader einen ausgezeichneten Planungspartner gefunden und können ein für alle Beteiligten attraktives Projekt realisieren. Wir freuen uns sehr über die neuen Möglichkeiten, die sich unseren Kindern und ihren Familien an diesem Ort bieten. Wir sind sicher, dass Kinder und Pädagoginnen sich hier wohlfühlen und in ihrem neuen Kindergarten viel erleben werden."

Ausstellung der eingereichten Projekte und des Siegerprojekts

Noch bis zum 25. Mai sind alle eingereichten Wettbewerbsentwürfe im Foyer des Rathauses ausgestellt. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, sich von den Modellen und Plänen und dem Siegerprojekt ein Bild zu machen.
Die Öffnungszeiten des Rathauses sind: Mo – Do 8.00 bis 12.00 und 13.30 bis 16.30 Uhr; Fr 8.00 bis 12.30 Uhr

Jury-Mitglieder

Fachpreisrichter: Architekt Matthias Bär (Dornbirn), Architekt Sven Matt (Bezau), Architekt Christian Sumi und Architekt Erich Steinmayr (Jury-Vorsitzender und Mitglied des Gestaltungsbeitrats, Feldkirch)

Sachpreisrichter: Bürgermeister und Planungsreferent Kurt Fischer, Vizebürgermeister und Hochbaureferent Walter Natter, Bildungsreferentin Doris Dobros, Bernhard Kathrein (Abteilung Planung)

Berater ohne Stimmrecht: Eugen Amann, Markus Waibl (Abteilung Hochbau), Michaela Müller, Lisa Kempter (Abteilung Bildung), Lisa Grabher (Kindergarten Am Schlatt)

Realisierung Erweiterung Kindergarten Am Schlatt

Start der Planungsarbeiten: Juli 2018
Baubeginn: Sommer 2019
Eröffnung im September 2020