Wohlfühlorte und Stolpersteine: Lustenaus Schulwege unter die Lupe genommen 16. Juli 2018

„​Kinder mobil. Anders unterwegs" wurde heuer zum Anlass genommen, die Schulwege im Rheindorf und Hasenfeld auf ihre Fußgängerfreundlichkeit zu untersuchen und zu sehen, ob und wo man aus Sicht der Kinder gut oder weniger gut zu Fuß ist. Die wichtigsten Wege wurden erkundet und Kinder und Eltern zu ihren Wünschen und Verbesserungsvorschlägen befragt. Als Ergebnis arbeiteten Experten vom Verein „Walk-Space“ eine Reihe von Empfehlungen aus und zeigten praktische Lösungen auf, wie das Zufußgehen in Lustenau verbessert werden kann.

Fußgängercheck VS Rheindorf (31) Das war der Fußgängercheck im Rheindorf.

„Wer zu Fuß unterwegs ist, weiß am besten wo der Schuh drückt. Auf ihren Schulwegen sind die Kinder die Experten", erklären Martina Strasser und Dieter Schwab von „Walk-space“, dem österreichischen Verein für FußgängerInnen. Die beiden standen den Volksschülerinnen und Volksschülern und dem Team aus Direktor, Mitarbeitenden vom Bauamt und dem Energieinstitut bei den Fußgänger-Checks im Rheindorf und Hasenfeld mit ihrem Fachwissen zur Seite.

Wer zu Fuß unterwegs ist, weiß am besten wo der Schuh drückt. Auf ihren Schulwegen sind die Kinder die Experten.

- Martina Strasser und Dieter Schwab, Verein Walk-Space

Umfassender Fußgänger-Check

Fußgängercheck VS Rheindorf (14) Bereits im Workshop wurden Stolpersteine und Wohlfühlorte gesammelt.

All diese Fragen wurden gemeinsam in Workshops, vor Ort und mittels einer Befragung untersucht: Bestehen direkte Wegverbindungen und gibt es Sackgassen? Wie sind die Kreuzungsbereiche gestaltet? Können die Kinder die Straße am gewünschten Ort sicher queren? Sind die Grünzeiten ausreichend? Müssen sie dazu lange warten? Haben die Kinder Blickbeziehung zu den anderen Verkehrsteilnehmern? Sind die Wege barrierefrei? Gibt es genug Platz für den Fußverkehr oder kommt man einander in die Quere? Ist das Umfeld ansprechend gestaltet? Besteht ein gehfreundlicher Belag? Sind die Fußwege gut erhalten? Ist das Fußwegnetz für alle zugänglich? Gibt es auch Rastmöglichkeiten? Können sich Kinder und Jugendliche frei bewegen? Ist ausreichend Sicherheit gewährleistet? Wird zu schnell gefahren? Gibt es Aufenthaltsqualitäten im Haltestellenbereich?

Stolpersteine aufdecken

Fußgängercheck VS Rheindorf (34) Lustenaus Kinder sind Experten auf ihren Schulwegen: Wo gibt es Stolpersteine und Schwachstellen?

Bereits im Workshop wurden erste Stolpersteine und Wohlfühlorte gesammelt, beim Rundgang hatten die Volksschülerinnen und Volksschüler dann direkt vor Ort die Möglichkeit, Schwachstellen aufzuzeigen und Orte, an denen sie sich wohl und sicher fühlen. Auch eine Befragung der Eltern lieferte interessante Informationen und konstruktive Anregungen. Besonders stark ist der Wunsch nach Verkehrsberuhigung vor den Schulen, Tempo 20 und 30 für Schulwege und mehr Rücksichtnahme von Autofahrern. Ebenso wichtig Kindern und Eltern mehr Bäume entlang von Wegen und mehr Grün auf Plätzen sowie mehr Fußgängerübergänge, Bushaltestellen, Radabstellanlagen und Radwege. Ein großes Thema sind auch Sitzgelegenheiten, Geschwindigkeitsreduktionen in Wohn- und Nebenstraßen, Mistkübel, öffentliche Toiletten und Wasserstellen. Zu schnelle Autos und verparkte oder befahrende Gehsteige machen den Kindern besonders zu schaffen. Als Stolpersteine haben sich zudem ein schlechter Bodenbelag oder die langen Wartezeiten an der Kreuzung Lustenauer Hof herausgestellt, aber auch Hecken und Sträucher, die die Sicht versperren.

Wohlfühlorte entdecken

VS-Rheind_Begegungszone_16 Begegnungszonen wie jene im Rheindorf werden das zukünftige Bild in Lustenaus öffentlichen Raum prägen.

Im Gegensatz dazu finden die Schülerinnen und Schüler eine Reihe von guten Schulwegen wie jene in der Roseggerstraße, Schulgasse, Friedensstraße, im Pestalozziweg oder am Fuß- und Radweg in der Unteren Aue. Als schön und sicher empfinden die jungen Schoolwalker auch die Begegnungszone und den kleinen Park vor der Volksschule Rheindorf. Die große Spielweise dahinter und der benachbarte Pavillon wiederum bieten unendliche Spielmöglichkeiten, ebenso wie der Spielplatz Wiesenrain und Hasenfeld oder die Tschutterplätze und der Habedere Jugendplatz, die zu den beliebtesten Plätzen bei Lustenaus Kinder und Jugendlichen gehören.

Verstärktes Augenmerk auf Fußgänger legen

Für die Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung ist das sichere Zufußgehen ein Baustein in der Mobilitätsarbeit, auf den in Zukunft noch größeres Augenmerk gelegt wird. Die aufschlussreichen Erkenntnisse aus dem Fußgänger-Check fließen in die Gestaltung und Planung des öffentlichen Raums ein. „Der Fußverkehr ist die Basis der Mobilität, wir betrachten unsere Straßenräume immer auch als Aufenthalts- und Erlebnisräume. Dabei geht es nicht nur um das sichere Zufußgehen, sondern auch um eine attraktive Straßenraumgestaltung durch Begegnungszonen, barrierefreie Beläge oder neue Bepflanzungs- und Beleuchtungsmöglichkeiten. Davon profitieren die Bewohnerinnen und Bewohner genauso wie unsere Geschäfte und Lokale.“

Fußgänger-Check auf Lustenaus Schulwegen